Stewardess klagt

Jobunfähig durch giftige Luft im Flieger

20. August 2010, 19:09
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    foto: standard/andy urban

    Reparatur an einem Flugzeugtriebwerk in Wien-Schwechat. Auch die Kabinenluft wird zum Teil über das Triebwerk ins Fliegerinnere gepumpt - samt Giften, meinen Erkrankte international.

In Deutschland sowie Australien wird derzeit heftig über "Giftluft" in Flugzeugkabinen diskutiert. Eine ehemalige Chefstewardess hat eine Klage laufen.

Berlin/Wien - Aida Infante (42) ist davon überzeugt, dass ihr "Traumberuf" sie um ihre Gesundheit gebracht hat. Die "Giftkonzentration" in der von außen angesaugten Kabinenluft der Flugzeuge sei schuld daran, dass sie nunmehr "zu 50 Prozent schwerbehindert" sei. Dass sie "nur mit Atemmaske einkaufen gehen" könne, "stets müde" sei sowie an "multiplen Folgeerkrankungen wie Nerven- und Muskelschäden" leide.

Seit 1988 arbeitete die Deutsche zuerst als einfache, dann als Chefstewardess bei der "Lufthansa" . Elf Jahre später war sie fluguntauglich. Seit 2004 hat sie beim Frankfurter Sozialgericht eine Klage auf Berufsunfähigkeit laufen: Infante will als erster Mensch in Deutschland eine rechtliche Anerkennung als geschädigte Flugbegleiterin; geschädigt durch die Triebwerk-Zapfluft (Bleed Air), in der sich - neben Dämpfen angeschmorter Kabel oder angebrannten Essens aus der Bord-Mikrowelle - Spuren gesundheitsgefährdender Substanzen aus dem Triebwerksöl befänden.

Denn tatsächlich stammt die Kabinenluft in den heute benutzen Fliegern nur zu einem kleinen Teil aus mitgeführten Sauerstoffreserven. Der größte Teil wird durch mehrfache Filter aus der Abluft der Triebwerke an Bord gesogen. Lediglich im neuen "Dreamliner" des US-amerikanischen Flugzeugbauers Boeing wird die Luft, wie in den Frühzeiten der motorisierten Fliegerei, wieder über einen externen, triebwerksunabhängigen Einlass gepumpt. Der "Dreamliner" soll Ende 2010 auf den Markt kommen. Seine Bewerbung ist derzeit voll im Gange.

Infantes Fall und Berichte über angeblich zweifelhafte Atemluft über den Wolken füllen seit Wochen etliche Seiten in deutschen Zeitungen. Die Kabinen-"Giftluft" -Diskussion beschäftigt auch den Bundesverband deutscher Fluggesellschaften (BDF). Laut einem in der Südddeutschen Zeitung veröffentlichten Papier rät er den Mitgliedsunternehmen zu einer "proaktiven Diskussion" und "einheitlichen Statements" .

Wenig konkretes Wissen

Das dürfte schwer werden, denn was man international über das Problem weiß, ist je nach Statistik oder Studie unterschiedlich. Dem Luftfahrbundesamt (LBA) im deutschen Braunschweig wurden 2009 genau 15 Störungen mit kontaminierter Kabinenluft gemeldet; angesichts von 1100 Störungsmeldungen insgesamt nur ein geringer Anteil. Demgegenüber listet die australische Transportbehörde "Giftluft" als zweithäufigste Ursache für Piloten-Fluguntauglichkeit. In Australien hat heuer eine Flugbegleiterin 140.000 Dollar Entschädigung wegen "Giftluft" zugesprochen bekommen. In Österreich hat sich laut AUA-Sprecher Martin Hehemann "noch nie ein Crewmitglied mit neurologischen Symptomen gemeldet, die auf verschmutzte Luft zurückgehen " . Bei der Flugüberwachung Austrocontrol und beim AUA-Betriebsrat bestätigt man das. (bri, spri, DER STANDARD, Printausgabe, 21./22.8.2010)

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derElch
00
23.8.2010, 10:43
Zapfluft + Mikrowelle

Seit wann wird das Essen im Triebwerk zubereitet?

Mirabeau
07
21.8.2010, 12:27
Interessant, daß hier so viele von Betrugsabsicht reden.

Zugegeben, der Artikel ist nicht wirklich gut recherchiert. Aber wer ein bisserl sucht, findet auch Ernstzunehmendes:

Ein Link für diejenigen, die die Sache aus medizinischer Sicht interessiert:
http://tinyurl.com/33aflvj

Und wer sich dafür interessiert, was die deitschen Piloten davon halten:
http://tinyurl.com/3x9jtmk

Pratt Whitney
09
21.8.2010, 11:14
Aerotoxisches Syndrom

Das im (nebenbei gesagt haarsträubend schlecht geschriebenen) Artikel behandelte Problem wird von Forschern als "Aerotoxisches Syndrom" bezeichnet.

Es handelt sich dabei um Vergiftungserscheinungen durch Trikresylphosphat (TCP), das zu 3-5% in Schmierölen für Turbinentriebwerke enthalten ist.

Im normalen Betrieb kommt die Zapfluft nicht mit Öl in Berührung. Wenn aber ein Dichtring kaputt ist gelangt Öl in die heisse (über 200 °C) Zapfluft und verbrennt teilweise. Diese Öldämpfe kommen dann in die Kabinenluft.

Es gibt weltweit hunderte Fälle, für die das aerotoxische Syndrom verantwortlich sein könnte. Auch gibt es bereits TCP-freies Turbinenöl, das aber teurer ist und nicht zugelassen wird....

mfg P&W

Davor Ass
14
21.8.2010, 10:40
ein bisschen mehr recherche bitte!!!

>>Denn tatsächlich stammt die Kabinenluft in den heute benutzen Fliegern nur zu einem kleinen Teil aus mitgeführten Sauerstoffreserven !!FALSCH!!. Der größte Teil wird durch mehrfache Filter aus der Abluft !!FALSCH!! der Triebwerke an Bord gesogen<<

ein kompletter topf´m

daher ist der artikel absolut wertlos.

m3a
03
21.8.2010, 08:57

da merkt man wieder, in der standard redaktion sitzen fachkräfte:
a) es wird keine "abluft der triebwerke" verwendet, sondern luft die über die ersten stufen der triebwerke angesaugt wird, vor dem eintritt in die brennkammer.
b) "nur zu einem kleinen Teil aus mitgeführten Sauerstoffreserven" soll die Kabinenluft stammen: die einzige sauerstoffreserve die in die Kabine kommt ist jene luft, die sich in der kabine befindet wenn man ins flugzeug einsteigt. es sind zwar (meines wissens nach) reaktoren vorhanden die im notfall über einen chemischen prozess sauerstoff binden der dann weiter in die kabine geleitet werden kann um im notfall die atemmasken zu versorgen, dieser wird jedoch nur im notfall verwendet.

Ratz Fatz
01
21.8.2010, 20:51

zu b: Stimmt so nicht ganz. Für die Versorgung der Sauerstoffmasken gibt es zwei Systeme: Beim einen wird direkt in der Box über den Sitzen für jede Maske einzeln Sauerstoff durch eine chemische Reaktion erzeugt, beim anderen wird in Flaschen mitgeführter Sauerstoff über Leitungen zu den einzelnen Masken geführt. Reicht beides im Notfall leicht aus, da ja nur die Zeit bis zum Abstieg in eine sichere Höhe überbrückt werden muss (wenige Minuten).

Die Versorgung der Crew ist durch eigene (tw. tragbare) Sauerstoffflaschen sichergestellt.

iohui
11
21.8.2010, 19:01

d.h. man ist in einem notfall von einer elektronischen steuerung abhängig damit die sauerstoffmasken funktionieren?
:) klingt eigentlich nicht sonderlich vertrauenerweckend.

iohui
00
21.8.2010, 03:30
Abluft der Triebwerke

Triebwerk-Zapfluft
Dämpfe angeschmorter Kabel
angebranntes Essen aus der Bord-Mikrowelle
gesundheitsgefährdende Substanzen aus dem Triebwerksöl

na wui
da tun sich wahre abgründe auf

Hannes Launer
11
21.8.2010, 10:52

verschiedenste tests konnen nicht nachweisen, dass öl aus den triebwerken dadurch in die kabine gelangt. natürlich ist das noch kein beweis für die unbedenklichkeit der verwendung von zapfluft. allerdings wird die zapfluft der triebwerke schon seit ewigkeiten für die belüftung der kabine verwendet. da macht es schon stutzig, warum gesundheitsschäden erst jetzt auftreten sollten. es könnte sich also genauso gut um eine neue verschwörungstheorie handeln.

ob fakt oder hysterie - diese frage wird sicher nicht in den medien oder internetforen geklärt werden, die vorallem an zweiterem ihr geld oder ihre reputation verdienen.

Mirabeau
01
21.8.2010, 12:12
Ihre Quelle bitte?

Die britische Civil Aviation Administration (CAA) hat 2006 die von ihr erfassten und Vorfälle veröffentlicht:

Bei 1050 Flügen von britischer Luftlinien gelangte Getriebeöl und Hydraulikflüssigkeit in die Atemluft der britischer Jets. Alerdings geht die CAA und andere Luftfahrtbehörden davon aus, daß nur etwa 10% der Vorfälle gemeldet werden. Demnach würde es sich dann alleine in GB um 10.500 derartige Vorfälle handeln!
Die übrigen europäischen Luftfahrtbehörden geben ihre Statistiken nicht heraus.

Quelle: http://tinyurl.com/3xpxfcf

Hannes Launer
00
21.8.2010, 13:58

Ich habe etwas unglücklich formuliert: Im Normalbetrieb kommt kein Öl in die Kabine. Ihre Zahlen belegen ja auch, dass nur in einem verschwindend geringem Maß (auch wenn sie Ihre Zahlen mit 10 multiplizieren) Öl in die Kabinenluft gelangt. Selbst in diesem Fall sind die Gesundheitsrisken nicht belegt (aber auch nicht ausgeschlossen).

Ob es sich also um ein Gesundheitsproblem handelt ist fraglich. Ein Medienhype ist es auf jeden Fall. Möglicherweise soll es auch als Verkaufsargument für die 787 dienen... wer weiß.

Ein Einstieg:
http://en.wikipedia.org/wiki/Aero... c_syndrome

John Sandwich
01
21.8.2010, 11:38
Asbest, DTD, ...

wurde auch "seit Ewigkeiten" verwendet, bis man irgendwann draufgekommen ist, dass das vielleicht doch nicht ganz so leiwaund ist.

In den 50ern gab's sogar radioaktive Cocktails, weil's so schön leuchtete im Finstern.

Die Diskussion um die mögliche Gefährlichkeit der Handystrahlung ist auch erst aufgekommen, als diese Technik schon fest etabliert (und die wirtschaftliche Interessenslage eindeutig) war.

Mittlerweile (in technologischen Skalen gesehen Ewigkeiten nach deren "Erfindung") wird auch die Gesundheitsgefährdung durch Nanotechnologie diskutiert.

(Soll keine allgemeine Verteufelung der Technik sein, sondern nur eine Entkräftung des "seit Ewigkeiten"-Arguments.)

Hannes Launer
01
21.8.2010, 12:00

1) ich behaupte gar nicht, dass man von dem langjährigen einsatz auf unbedenklichkeit schließen könnte.

2) ihre beispiele (asbest, dtd, handystrahlung...) sind allesamt gute beispiele dafür, dass eine hysterische diskussion von potentiellen gefahren bestimmter technologien oft nach hinten losgehen kann, wenn man z.b. im falle von dtd den gefahren nicht den - in bestimmten bereichen extrem hohen - nutzen gegenüber stellt.

peace & love
31
21.8.2010, 10:05
ich denke mal ...

... wenn in der kabinenluft dämpfe angeschmorter kabel auftauchen hat man ganz andere probleme als diese querulantin.

iohui
00
21.8.2010, 19:08

das mein ich auch.

allerdings kann man nicht einfach sagen dass sie eine querulantin ist. die frau ist real krank, das bildet sie sich ja nicht ein. manche leute reagieren halt besonders. es ist normal, dass wir nicht alle gleich belastbar sind.

dass ein modernes flugzeug (so wie alle kabinen wo man die fenster nicht öffnen kann) keine optimalen lebensbedingungen bietet merkt man schon nach ein paar stunden, es ist daher schon plausibel, dass jahrzehntelande dauerbelastung wirkung zeigen kann.

peace & love
10
22.8.2010, 02:08
jetzt mal ehrlich ...

wenn nicht querulantin, dann haben wir hier die dokumentation einer unerquicklichen affäre zwischen einer hypochonderin und einem sensationsgeilen reporter. dient primär zur verunsicherung der leute.

die gesamte argumentation ist schwer nachvollziehbar. auch die weiter unten gepostete doku ist von sachlichkeit oder wissenschaftlich belegten fakten weit entfernt.

nebenbei : gemessen am der gesamtzahl weltweit tätigen bordpersonals sind das definitiv einzelfälle.

iohui
00
22.8.2010, 22:28

ob das eine hypochonderin ist können wir nicht beurteilen.

ich meine schon dass jeder das recht haben sollte nach den ursachen für sein leiden zu forschen, auch wenn es etwas seltenes ist. und es kann sinn machen, seinen fall in die medien zu bringen, wenn der arbeitgeber (im falle einer möglichen schädigung am arbeitsplatz) ein konstruktives gespräch ablehnt und benötigte daten nicht herausgibt.

ich bin dabei
02
21.8.2010, 11:10
hochinteressanter Beitrag

Erwin Wolfram
131
21.8.2010, 00:46

bei uns waere die arbeitslose durch komission gestrichen, der volksanwalt wuerde nazisprueche nachsetzen und sie am strich.

KTHXBYE
00
27.8.2010, 17:36

Sie sind ein bedauernswürdiger Fall.

Helmut Schmidt
01
21.8.2010, 11:31

...und warum meint das herr wolfffffram zum thema??

Flosip
11
21.8.2010, 00:20

Bin ja schon gespannt, wann die Kassierer, die tagtäglich im Billa und Co. mit Papiergeld zutun haben, klagen werden.....mal sehen

Karl Heiden
40
21.8.2010, 10:01
Kassierinnen!

Männer meiden diesen Job.

rollladl
01
21.8.2010, 11:33

ganz im gegenteil - es gibt sogar einen sehr freundlichen kassier im billa praterstern

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