Pläne zur Budgetsanierung

Arbeitsmarktzuschüsse werden gekürzt

20. August 2010, 18:29

Nach und nach sickert durch, in welchen Bereichen der Arbeitsmarktpolitik gespart werden soll

Nach und nach sickert durch, in welchen Bereichen der Arbeitsmarktpolitik gespart werden soll. Mehrere Förderprogramme werden laut Recherchen des STANDARD eingedampft oder gestrichen.

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Wien - Offiziell sind alle Budgetfragen bekanntlich Geheimsache. Die Details, wo und in welchem Ausmaß ab nächstem Jahr gespart wird, sollen erst Anfang Dezember veröffentlicht werden. So haben es Kanzler und Vizekanzler ausgemacht. Informell sickern aber trotzdem bereits erste Informationen durch. Beim Arbeitsmarkt-budget gibt es nach Informationen des Standard eine grundsätzliche Annäherung, welche Förderungen künftig reduziert oder gestrichen werden können. Ein Überblick über die wichtigsten Punkte:

  • Eingliederungsbeihilfe

Diesen Zuschuss bekommen Firmen, wenn sie Langzeitarbeitslose einstellen. Die Förderung beträgt bis zu zwei Drittel des Gehalts und kann zwei Jahre lang gewährt werden. Angedacht ist nun, den maximalen Förderbetrag von rund 2800 Euro auf etwa 2500 Euro zu reduzieren. Das brächte eine Ersparnis von 25 Millionen Euro. Zur Orientierung: Insgesamt wendete das Arbeitsmarktservice (AMS) im Vorjahr rund 81 Mio. Euro für dieses Programm auf. Es wurden gut 30.000 Fälle gefördert.

  • Aktion 6000

Dieses Projekt wurde erst heuer gestartet. Es ist eine Sonderform der Eingliederungsbeihilfe. Neben den Langzeitarbeitslosen hat dieses Programm vor allem das Ziel, junge Menschen mit mangelnder betrieblicher Praxis zu vermitteln. Die Firmen bekommen ein halbes Jahr lang 50 Prozent des Gehalts vom AMS ersetzt. Das Ziel von 6000 Vermittlungen wurde bereits übererfüllt - Ende Juli waren es 8533. Bisher wurde überlegt, die Förderung fortzuführen. Nun streicht man sie für die Zukunft. Erfolgt rasch eine Umsetzung, könnte man sich heuer noch sechs Millionen Euro ersparen, 2011 weitere zwölf Millionen.

  • Qualifizierungsbonus

Auch dieser Bonus wurde erst 2010 ausgeweitet. Arbeitslose, die einen drei- bis sechsmonatigen Kurs absolvieren, bekommen zusätzlich zum Arbeitslosengeld 100 Euro. Bei Kursen, die länger als sechs Monate dauern, macht die Prämie 200 Euro aus. Gefördert werden nicht nur AMS-Kurse, sondern auch privat organisierte Schulungen. Künftig soll beim Bonus ein Stufenmodell kommen. Ersparnis: 16 bis 18 Mio. Euro jährlich.

  • Lehrlinge

Heikel sind die Überlegungen im Bereich Lehrlinge. Da bei Weitem nicht alle in Betrieben unterkommen, bildet der Staat in überbetrieblichen Lehrwerkstätten aus. Das AMS hat erst vor wenigen Tagen angekündigt, die Zahl der Plätze um 1500 auf 13.800 zu erhöhen.

Da die staatliche Ausbildung relativ teuer ist, wird aber versucht, mehr Betriebe zur Ausbildung zu "motivieren". Wie, ist noch unklar. Der Bund möchte sich jedenfalls bis zu 30 Mio. ersparen. Außerdem fordert das Ministerium einen größeren Beitrag von den Ländern für die überbetrieblichen Lehrwerkstätten (rund 15 Mio.). Das Problem: Die Länder leiden selbst unter Geldnot. Verhandelt wurde mit ihnen noch nicht. Hinter diesem Punkt stehen also mehr als drei Fragezeichen.

In Summe könnte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) so jedenfalls den von ihm geforderten Konsolidierungsbedarf von rund 124 Mio. Euro für 2011 aufbringen. Da sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt in den letzten Monaten deutlich entspannt hat, sei auch das Zurückfahren einzelner Programme durchaus argumentierbar, heißt es hinter vorgehaltener Hand im Ministerium. In den letzten Monaten gab es stets rückläufige Arbeitslosenzahlen, im Juli waren 273.000 Menschen ohne Job. Im EU-Vergleich wies Österreich damit die niedrigste Arbeitslosenquote aus. 

Selbstbehalte-Idee verworfen

Die verbesserte Konjunktur macht sich logischerweise auch bei der Summe der ausbezahlten Arbeitslosengelder bemerkbar. Man dürfte rund 300 bis 400 Mio. Euro unter den Prognosen bleiben. Für das Sparziel ist das aber irrelevant, weil es sich um einen eigenen Budgetposten handelt.

Verworfen wurden mangels Konsenses einige umstrittene Ideen: So standen zwischenzeitlich Selbstbehalte bei AMS-Kursen ebenso im Raum wie eine Ausweitung der "Arbeitserprobung". Bei der Arbeitserprobung können Betriebe Arbeitslose bis zu vier Wochen "testen", ohne dass sie dafür Gehalt zahlen müssen. Der Betroffene bekommt weiter das Arbeitslosengeld. Überlegt wurde eine Ausweitung auf acht Wochen. Derzeit sollen diese Themen aber wieder vom Tisch sein, wird versichert. (Günther Oswald, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21./22.8.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 51
1 2
also dann ...
00
21.8.2010, 21:07
bevor ... man solche aktionen fährt, sollte die KÖST (2008 nur mehr 8 % !)

von der gruppenbesteuerung bis zu sonstigen steuerschlupflöcher...durchforstet werden.
es ist ja geradezu eine f a r c e,
wenn die arbeitgeber immer von 25 %...sprechen.

hier fehlen zw. 2-3 mrd an einnahmen !

Der Beobachter3
01
21.8.2010, 18:08
Danke Herr Hundsdorfer!!

Der Herr Hundsdorfer, Arbeitsplätze für Asylanten fordern und dafür die österreichischen Arbeitslosen die Leistungen kürzen!!
DANKE SPÖ!!

Comedian
03
21.8.2010, 19:46
Er kürzt nicht den österreichischen Arbeitslosen die Leistungen, sondern den Ausbeutern ;)

hanslblasta
00
21.8.2010, 09:27

dieser Artikel könnte besser recherchiert sein ...

eine Zeitung, die sich in ihren Überschriften wieder deutlich an Finanzinvestoren richtet, wird für den öffentlichen Arbeitsmarktdienstleister eben auch ein spezifisches Interesse aufbringen ...

psychodaddy
01
21.8.2010, 07:21
Weder noch

Arbeitslosengeld gibt's nur 12 mal im Jahr.

bröhan
05
21.8.2010, 05:05

Selbstbehalte bei AMS-Kursen ????

Peter_23
00
21.8.2010, 18:30
Brilliant

Sie sollten sofort in das Sozialministerium auf gehobene Position wechseln. Um so noch mehr solch hervorragender Ideen einzubringen und umzusetzen.

Keyser
03
21.8.2010, 19:58

Dieser Vorschlag entsprang nicht brohans Feder. Er wird im Artikel unter "Verworfen" genannt.

Bei der Schnappsidee mit den Selbstbehalten fragt sich aber tatsächlich, wofür diese Selbstbehalte zu zahlen wären? Ein Kursbesuch verursacht ohnehin schon genug Kosten - Fahrtgeld, gibt es zwar, ist aber auch nur für das billigste öff. Verkehrsmittel. Bei manchen Institutionen gibt es vergünstigt Mittagessen. Aber dann noch für Zwangsbeglückung zahlen? ;)

Bedenklich stimmt nur der Satz: "Derzeit sollen diese Themen aber wieder vom Tisch sein, wird versichert." Wie ich unsere Genies kenne, werden die diese und ähnliche Ideen weiterhin im Hinterkopf behalten. Evtl. modifizieren sie sie, und setzen sie dann doch um.

Stefan Matun
02
21.8.2010, 01:57
die zeichen stehen noch auf krise

jetzt spricht man sogar schon von deflation. die zinsen fallen ect. wo ist das notprogramm das mir den rücken stärkt. wo ist mein schutzschirm, das ich weis auch wenn niemand arbeit hat geht es zivilisiert weiter. nach oben hin gibt es ja keine grenze nach unten hin sollte es eine geben, damit das was passiert ist nicht nochmal passiert wie zb. krieg hunger massenarmut. ich bin optimist der aber diesen positiven effekt nicht als geschenk erwartet sondern als frucht von intensiven vorarbeiten.
wenn die anleger jetzt nur 3 % auf 30 jahre für ihr geld bekommen, will ich nicht warten auf was sie lieber springen. wählen können zwischen krieg und frieden. das sollte uns bewusst sein.

DG79
00
21.8.2010, 08:46
kurze revision...

...(leit)zinsen sind seit 15 monaten konstant, niedrig aber nicht fallend (wohin auch?!). euribor hat einen aufschwung erlebt, zwar ist hier der effekt der ausgelaufenen längerfristigen tender der ezb ende juni zu nennen, aber auch hier keine spur von fallenden zinsen....

Comedian
110
20.8.2010, 23:31
Vernünftiger Ansatz

Zuschüsse für die Beschäftigung von Arbeitnehmern führen zu Lohndumping und Missbrauch.

hanslblasta
30
21.8.2010, 09:24
wenn man's exzessiv machte, sicher;

wenn es nur einige Prozent aller arbeitenden Menschen betrifft, kaum; immerhin geht's auch darum, dass Menschen nach langer Arbeitslosigkeit verbesserte Chancen haben, ins Erwerbsleben einzusteigen

buntspecht-xy1
02
20.8.2010, 22:19
umschulen lassen...

... zum Malergesellen - dann streichen ;o) Mr. Hundstorfer...

Truhe
 
27
20.8.2010, 22:10

Alles streichen was für die Arbeitssuchenden Sinn hat und alles lassen damit der Verwaltungsapparat unangetastet bleibt.
Vielleicht könnten wir auch Grundwehrdiener oder Militärpolizisten als Trainer abstellen, ich bin mir sicher dass diese beliebte Lösung für alles vor allem der ÖVP recht gut gefallen könnte.

Wirtueller
01
20.8.2010, 21:38

1% für Gewinne die in Stiftungen gehen. Diese Leute leben sozusagen steuerfrei. Dort ist der Hebel anzusetzen und nicht bei denen die sowieso beinahe nichts haben, nicht einmal eine geregelte Arbeit!

Der Manner
16
20.8.2010, 20:53
"Parteifinanzierungs-AMS-Maßnahmen"

AMS-Sinnlos-Kurse (nicht alle!) der renommierten Anbieter einstellen und die Parteien zum Sparen bringen. Aber... mit einer guten (hohen) AL-Quote lassen sich die Parteikassen halt bequem und gut auffüllen...

Nachtsonne
02
21.8.2010, 00:18

zweck ist dass die arbeitslose damit täglich mehrstundenlang kontrolliert werden, ermüdet werden, damit keine beschäftigung nachgehen können.

BizzTech
00
21.8.2010, 00:37
AMS zahlt jährlich so viel Geld aus unerwünschte Kurse besuchen zu lassen?

Das sollte gar nicht geschehen. Es ist dann einfacher den Partner von AMS Geld zu verdienen oder leber stehlen.

woody999
11
21.8.2010, 00:34
du meinst, dass sie ned pfuschen können und daneben die arbeitslose beziehen..

Nachtsonne
00
22.8.2010, 03:55
überhaupt vom arbeitsmarkt fernhalten

wenn der kursteilnehmer eine kurze legale beschäftigung findet z.b. ein paar tage, eine woche, dann wird automatisch vom kurs abgemeldet,

und das arbeitslosengeld bzw. notstandshilfe für sechs wochen gesperrt.

eventuell können auch die kurskosten zurückgefordert werden.

bernhardbernhard
06
20.8.2010, 20:00
acht Wochen ist zu lange, in 14 TAgen weiß ich ob der/die dies chekct oder nicht....

Wirtueller
340
20.8.2010, 19:31

Arbeitslosenzuschuss abschaffen, wer nicht arbeiten geht braucht auch keine Kohle!

Nachtsonne
00
21.8.2010, 00:28

und wenn arbeiten gehst, kriegst aufgrund "arbeitserprobung" 500 eur/monat vom ams.
davon sollst leben.

wissen sie ob 13 oder 14mal das alg jährlich ausbezahlt wird?

perau1
 
00
20.8.2010, 23:54

armselig.

-_-
01
20.8.2010, 23:37
tu

würstchen

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