Tod des eigenen Sohnes auf Friedhof bemerkt

20. August 2010, 16:40
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Polizei hatte Vater und Mutter nicht ausgeforscht - "Einzelgänger" in Sozialgrab beigesetzt

Lille - Ein französisches Elternpaar hat bei der Beerdigung eines Verwandten feststellen müssen, dass ihr eigener Sohn gestorben und auf dem gleichen Friedhof beerdigt ist. "Es ist, als ob man von der Dampfwalze überfahren wird", sagte die Mutter des 42-Jährigen am Freitag an der Grabstätte in Hellemmes in der Nähe von Lille.

Die Eltern hatten seit einigen Wochen nichts von ihrem Sohn gehört, sich aber keine Sorgen gemacht - Olivier Langlet sei "ein Einzelgänger" gewesen, der öfter abgetaucht sei, erklärte sein Bruder Christophe. Erst bei der Bestattung eines Verwandten hätten sie erfahren, dass Olivier tot sei.

Polizei schlecht ermittelt

Die Behörden hätten ihnen dann mitgeteilt, dass der 42-Jährige am 5. Juli eines natürlichen Todes gestorben und in einem Sozialgrab beigesetzt worden sei. Die Polizei habe die Eltern nicht ausfindig machen können, weil die letzte bekannte Adresse nicht mehr gestimmt habe.

Elie Langlet, der Vater des Verstorbenen, forderte Strafen für die Polizei. Die Beamten hätten ihre Arbeit nicht richtig gemacht. Die Familie werde nun entscheiden, ob sie das Grab öffnen und ihren Sohn gerichtsmedizinisch untersuchen lasse; vor allem aber solle er eine Bestattung bekommen, "die diesen Namen verdient". "Selbst ein Hund bekommt ein schöneres Grab", sagte die Mutter.

Es sei schon erstaunlich, dass die Polizei "im Jahr 2010, bei all den Mitteln, die zur Verfügung stehen", die Angehörigen von Olivier Langlet nicht gefunden habe, sagte auch der stellvertretende Bürgermeister von Hellemmes, Frederic Marchand. (APA/AFP)

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