Traumberge nur für die Geländegängigen

    20. August 2010, 16:53
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    Die ausgedehnten Almen östlich der Tonion im Mariazellerland zählen zu den reizvollsten Wanderregionen der Steiermark

    Die ausgedehnten Almen östlich der Tonion im Mariazellerland zählen zu den reizvollsten Wanderregionen der Steiermark. Dort gibt es noch Berge ohne Gipfelkreuz, auf die keine Markierung, kein Weg, bestenfalls eine Steigspur führt, die aber ein besonders lohnendes Ziel einer Bergtour sind. In die Nähe der Prolesalpe - mit den höchsten Erhebungen Großer und Kleiner Proles - oder der beiden Königskogeln führt nur eine markierte Route.

    Die beiden Prolesgipfel sowie Großer und Kleiner Königskogel verschließen sich aber jenen, die nicht absolut trittsicher sind und über keine Erfahrung im weglosen Gelände verfügen, denn die Anstiege sind teilweise sehr steil. Die abschüssige und rutschige Törlleiten kann bei Nässe sogar gefährlich werden.

    Die empfohlenen Erhebungen reichen zwar nicht ganz an die Tonion heran, bieten aber trotzdem eine einmalige Rundsicht. Die Prolesalpe wartet mit einem Kuriosum auf, der Gipfel der Kleinen Proles ist um 14 Meter höher als die Große Proles. Auf dem Kamm soll es eine Höhle geben, die eine Verbindung zu alten Bergwerkstollen beim Toten Weib - einer romantischen Enge des Mürztales - hat. Dort gäbe es Gold und Silber in Mengen, wurde im 16. Jahrhundert den Äbten des Klosters Neuberg berichtet, doch könne der Zugang zu den Schätzen nur mit einer Totenschale, der Schädeldecke eines Totenkopfes, geöffnet werden.

    Die Route: Von der Schöneben am Ende des Falbersbachgrabens (Parkplatz) folgt man dem Güterweg zur Falbersbach- und zur Dürriegelalm und dann nach kurzem Abstieg zur Königsalm. Gehzeit 1? Stunden. Nun folgt der unmarkierte Anstieg über steiles Wiesengelände zum Gipfel des Kleinen Königskogels, den man nach einer weiteren guten Viertelstunde erreicht. Weglos geht es auf dem steilen Nordkamm hinunter bis zur roten Markierung, der man nach rechts folgt. Am Hang des Föllbaumkogels gelangt man zu den "Krautgärten" , wo man die Markierung nach rechts verlässt und den Sattel überquert. Dann trifft man auf einen wenig ausgeprägten Steig, der über die Törlleiten in die Scharte zwischen Kleiner und Großer Proles führt. Nach rechts geht es zum niederen, nach links zum höheren Gipfel. Vom Kleinen Königskogel zu jedem der beiden braucht man 1 1/2 Stunden.

    Der Rückweg erfolgt auf der Anstiegsroute, ab den Krautgärten bleibt man auf der roten Markierung und kehrt über Königs- und Dürriegelalm zum Ausgangspunkt Schöneben zurück. Gehzeit bis zur Dürriegelalm 1 1/2 Stunden, bis Schöneben eine weitere Dreiviertelstunde. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/21.08.2010)

    Gesamtgehzeit 5 1/2 Stunden, Höhendifferenz rund 700 Meter. Raststätten: Dürriegel- und Königsalm sind während der Almsaison einfach bewirtschaftet. Karte: ÖK25V Blatt 4211-West (Veitsch), Maßstab 1:25.000. Auf den Königskogel und die beiden Proles-Gipfel sollten nur absolut Trittsichere kraxeln.

    • Nur eine Markierung führt in die Nähe der Prolesalpe oder der beiden Königskogeln.
      foto: ham

      Nur eine Markierung führt in die Nähe der Prolesalpe oder der beiden Königskogeln.

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