Ästhetik der Reduktion

20. August 2010, 17:40
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Alastair Duncan porträtiert in seiner Monografie "Art Déco - Epoche, Künstler, Objekte" die Historie dieser prägenden Stilepoche in seiner komplexen Gesamtheit

"In der Geschichte des Kunstgewerbes der Moderne ist das Art déco ein Kapitel für sich. Theorien über Ursprünge und Bedeutung sind vielfältig. Auf Grund zahlreicher dem Anschein nach widersprüchlicher Faktoren ist eine exakte Definition der Ausrichtung schwierig. Gegenwärtig gilt, Art déco nicht als homogenen Stil beschreiben zu können, sondern als einen, der eine hochkomplexe Vielfalt von Einflüssen aus östlicher und westlicher Kunst umfasst, vom alten Ägypten bis in eine imaginäre Zukunft, vom Geometrischen bis zum Nicht-Symmetrischen" , konstatiert Alastair Duncan, der viele Jahre für das New Yorker Auktionshaus Christie's arbeitete, bevor er sich als Sachverständiger und Autor für dekorative Künste selbstständig machte. Weit gefasst ist Art déco der dekorative Stil der Pariser Salons zwischen den beiden Weltkriegen; einer Ära der Metamorphosen, die gleichsam die Moderne versinnbildlichte. War Jugendstil verspielt und überladen, legte Art déco Wert auf klare Linien, funktionales Design und reduzierte Ästhetik.

Duncan porträtiert in seiner Monografie Art Déco - Epoche, Künstler, Objekte die Historie dieser prägenden Stilepoche in seiner komplexen Gesamtheit. Er präsentiert Objekte aller Bereiche - von Möbeln und Inneneinrichtung über Skulpturen, Malerei und Grafik, Glas, Keramik, Beleuchtungskörper, Textilien, Silber, Metall und Schmuck - und stellt alle wichtigen Künstler des Art déco vor, darunter Jacques-Emile Ruhlmann, Süe et Mare, Demetre Chiparus, Tamara de Lempicka, René Lalique, Clarice Cliff, Albert Cheuret, Edgar Brandt und Alphonse Fouquet. Einen wesentlichen Teil des Kompendiums bildet ein opulent bebildertes Lexikon aller Art-déco- Designer, -Künstler und -Werkstätten. Als Standardwerk kann es auch der wachsenden Anhängerschar des "Classic Return" dienen, die in Zeiten von Aktienverfall und Bankenpleiten in Art-déco-Stücke als bleibende Werte investieren. (Gregor Auenhammer, ALBUM/DER STANDARD - Printausgabe, 21./22. August 2010)

  • Alastair Duncan: "Art Déco - Epoche, Künstler, Objekte". € 154,- / 
544 
Seiten. Collection Rolf Heyne, München 2010
    foto: collection rolf heyne

    Alastair Duncan:
    "Art Déco - Epoche, Künstler, Objekte".
    € 154,- / 544 Seiten. Collection Rolf Heyne, München 2010

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