RTL II-Unterhaltunschefin Julia Nicolas geht

20. August 2010, 16:13
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Geschäftsführung: "Neue Formate durchlaufen künftig einen standardisierten Evaluationsprozess"

Die jüngste Trash-Offensive von RTL II mit zahlreichen neuen Dokusoaps ist gründlich schiefgegangen - die Quoten waren ähnlich schlecht wie die Kritiken. Nun hat die Spitze des Münchner Privatsenders die Reißleine gezogen und ein stärkeres "Qualitätsmanagement" angeordnet. Gleichzeitig verlässt die bisherige Unterhaltungschefin Julia Nicolas das Unternehmen.

Seit Jahren bedient RTL II mit Dokusoaps wie "Frauentausch" oder der "Big Brother"-Show auch den Wunsch einiger Zuschauer nach Zoff, Voyeurismus und Peinlichkeiten im TV - und das recht erfolgreich. Doch zum Start der Herbstsaison 2010 hat der Sender den Bogen offensichtlich überspannt. Gleich drei neue Dokusoaps startete er am vergangenen Montag als Nachfolger von "Big Brother": "Abenteuer Afrika - Deutsche Teenies beißen sich durch", "Das Tier in mir" und "Tattoo Attack - Promis stechen zu". Alle drei fielen in der Publikumsgunst durch, Kritiker geißelten die Formate als "Menschenzoo" und Fernseh-Tiefpunkte.

"Evaluierungsprozess"

Just kündigte RTL II in einer Pressemitteilung vom Donnerstag an, sich verstärkt um die Qualität der Programme kümmern zu wollen. "Neue Formate durchlaufen künftig einen standardisierten Evaluationsprozess", heißt es dort. Die Geschäftsführung steuere das Ganze. "Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Programme von RTL II künftig in größerem Maße als bisher den qualitativen Ansprüchen gerecht werden, die der TV-Sender mit dem Start seiner neuen Markenpositionierung "its fun." im vergangenen Jahr Zuschauern und Werbekunden versprochen hat."

Das Genre Dokusoap stünde selbst nicht infrage, aber die Art der Umsetzung. "Das sind Überlegungen, die intern schon länger laufen." Die Hauptfrage sei, wie könne sich RTL II mit dem Claim "it's fun" richtig positionieren. Die stark kritisierten neuen Formate fliegen aber deswegen nicht sofort aus dem Programm. "Es gibt keine Panikreaktion. Aber wir werden schauen, wie wir da vielleicht inhaltlich noch etwas verändern können." (APA)

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