Zweite Roma-Abschiebung angeordnet

20. August 2010, 12:35
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53 Rumänen von La Rochelle nach Timisoara geflogen - Insgesamt werden am Freitag 139 Roma abgeschoben

Paris - Auch in Westfrankreich ist es nun zu ersten Abschiebungen illegal angesiedelter rumänischer Roma gekommen. Donnerstagabend wurde in der Nähe von La Rochelle ein unerlaubtes Nomadenlager zwangsgeräumt, die 53 Insassen sollen nach Angaben der Präfektur des Departements Charente-Martinime bereits am heutigen Freitag nach Rumänien geflogen werden. Bereits am gestrigen Donnerstag waren 75 Roma in zwei Charterflügen nach Bukarest gebracht worden.

Die 53 bei La Rochelle ausgewiesenen Roma lebten in 17 Wohnwagen, die auf einem Terrain des Generalrats auf dem Gemeindegebiet von Dompierre-sur-Mer abgestellt waren. Die Insassen wurden auf Initiative des Immigrationsamtes OFII ("Office Francais de l'Immigration et de l'Integration") mit einem Bus nach Paris gebracht. Von dort werden sie laut OFII nach Temesvar (Timisoara) geflogen. Die Räumung des Nomadenlagers war am vergangenen 15. Juli mit einer Verfügung des Landesgerichts von La Rochelle angeordnet worden. Nach Angaben der Präfektur kehrten die Roma aufgrund des Heimfahrtgelds von 300 Euro pro Person freiwillig in ihr Land zurück.

Immigrationsminister Eric Besson kündigte unterdessen an, dass am Freitag insgesamt 139 Roma von Paris nach Rumänien geflogen werden sollen. Weitere 160 Personen sollen nach den Angaben am 26. August abgeschoben werden. Die Flüge sind ab Paris und Lyon geplant. Die Zahl der abgeschobenen Roma seit Jahresbeginn wird bis Ende August 850 erreichen, sagte Besson, der weiter darauf hinwies, dass heuer von Frankreich bereits 26 Flüge zur Abschiebung von Ausländern organisiert worden seien.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatte jüngst angekündigt, er werde alle illegalen Nomadenlager in Frankreich zwangsräumen lassen. Zahlreiche Politiker und Medien im In- und Ausland sowie Menschenrechtsorganisationen übten heftige Kritik an der strengen Sicherheitspolitik Sarkozys. Selbst die EU-Kommission warnte Paris zum Respekt der Rechte und Freiheiten der EU-Bürger. (APA)

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