Öffis für Pendler viel günstiger als Pkw

Regina Bruckner, 20. August 2010 12:54
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    Die Bahn kann bei mehr als der Hälfte der Strecken in Sachen Fahrzeit gut mithalten, auf einigen Verbindungen ist die Bahn sogar schneller.

    Im Bild: Pendler im Jahre 1997

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Pendeln mit Bahn und Bus erspart laut VCÖ im Idealfall einige tausend Euro pro Jahr, Vorarlberg bietet Pendlern die besten Verbindungen

Wien - Rund 1,9 Millionen Menschen in Österreich arbeiten in einem anderen Ort als sie wohnen. Rund 440.000 Pendlerinnen und Pendler fahren mit Öffis zur Arbeit, rund 1,4 Millionen mit dem Auto. Der VCÖ hat nun österreichweit 580 Pendlerstrecken (die laut Statistik Austria häufig genutzt werden) unter die Lupe genommen und die Kosten des öffentlichen Verkehrs mit jenen von Pkw verglichen. Neben den Kosten wurden Fahrzeit, die Anzahl der Verbindungen und der Zeitpunkt der letzten öffentlichen Fahrt analysiert.

Öffis sparen Geld

Die Studienautoren kommen dabei zum Schluss, dass auf allen untersuchten 580 Strecken das Pendeln mit Öffis deutlich günstiger sei als mit dem Pkw. "Jene Bundesländer und Städte, die einen guten öffentlichen Verkehr anbieten, bringen den Pendlern und ihren Familien eine finanzielle Entlastung in einem Ausmaß, die jede Steuerreform schwach aussehen lässt", erklärt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. So bringe das Pendeln mit der Bahn auf der Strecke zwischen Wels und Linz gegenüber dem Auto eine Ersparnis von 2.340 und 4.470 Euro pro Jahr. Bei der Strecke Mödling - Wien errechnen die Lobbyisten für einen grüneren Verkehr eine Ersparnis von 880 bis 1.930 Euro pro Jahr, zwischen Bludenz und Feldkirch bleiben 1.840 bis 3.180 Euro im Geldbörsel über.

Investieren in den öffentlichen Verkehr

Wenn die Politik Pendler wirklich finanziell unterstützen wolle, dann müsse sie mehr in den regionalen öffentlichen Verkehr investieren, wiederholt der VCÖ sein Credo. Viele Pendler könnten sich dadurch ein Zweitauto ersparen, was eine finanzielle Entlastung von 4.000 bis 6.000 Euro pro Jahr bringe.

"Wir haben vor der Studie angenommen, dass das Auto immer deutlich schneller ist als Bahn und Bus. Dem ist aber nicht so. Der öffentliche Verkehr kann bei rund 60 Prozent der Strecken bei der Fahrzeit gut mithalten, auf einigen Verbindungen ist die Bahn sogar schneller als das Auto", so Gratzer. Er wünscht sich die Beseitigung bestehender Langsamfahrstellen und Engstellen, etwa den zweigleisigen Ausbau von derzeit eingleisigen Strecken.

Großer Qualitätsunterschied

Die Unterschiede in der Qualität des Angebots sei innerhalb Österreichs sehr groß, lautet ein weiteres Ergebnis der VCÖ-Studie. Das mit Abstand beste Angebot stehe Pendlern in Vorarlberg zur Verfügung. Auch die Städte südlich von Wien, wie Baden, Mödling und Wr. Neustadt, böten deutlich mehr Verbindungen an als im Schnitt. (Regina Bruckner, derStandard.at, 20.8.2010)

Beim Preisvergleich wurden bei den Pkw neben dem Spritverbrauch die Abnützung und die Kosten für den laufenden Betrieb mit berücksichtigt. Je nach Strecke variieren die Kosten pro Kilometer demnach bei einem Kleinwagen zwischen 12 und 21 Cent, bei einem Mittelklassewagen zwischen 16 und 29 Cent und bei einem Oberklassewagen zwischen 22 und 34 Cent.

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Von-Vielen
17.10.2010 16:09

Schon interessant wie manche meinen sie würden mit dem Auto Zeit sparen. Wer mit dem Zug fährt kann die Fahrzeit nutzen. Wer mit dem Auto fährt kann nebenbei bestenfalls noch Radio hören.

tock tock tock
14.11.2010 11:51

Wer mit dem Zug fahrt, muss sich an Platz reservieren oder kann stehen ...

sonne-licht
 
23.08.2010 09:09
öffis sparen geld

wann zeit geld bedeutet,
eher das gegenteil,
ausser du hast deinen arbeitsplatz neben
dem bahnhof!

die wiener glauben sie sind alleine in österreich die arbeiten gehen/fahren!

manche verbindungen sind umständlich, zeitaufwendig kostenintensiv zu erreichen!

fahr bei uns von einem dorf zu anderem dorf mit öffis, dann erlebst dein blaues wunder!

nur welche die nichts kennen als ihren arbeitsplatz
können so eine artikel schreiben!

znut78
09.11.2010 15:15
wie wär's mit umziehen?

am besten dorthin, wo man besser öffentlich angeschlossen ist.
wozu, fragen Sie?
das spart mindestens 1930 € (siehe oben)
vl können Sie dann sogar ihr Auto verkaufen (das spart nochmal 4000 bis 6000€ pro Jahr.
mit dem geld könnte man sich übrigens 27 bzw 84 bis 113 tage im Jahr ein Auto mieten...

tock tock tock
13.11.2010 01:48

Toll. Dann zieht die Familie zwecks dem Job vom Papa um ... dafür pendelt dann die Mutter weiter.

Manche Leut haben auch ein Haus und wollen das ned aufgeben (wozu auch - lebenslange Jobgarantien gibts nimmer, also bringt auch das siedeln nix. A paar Jahre später pendelt man dann uU in die andere Richtung).

sonne-licht
 
10.11.2010 05:48
umziehen!

natürlich geht das!
nur jeder ist eben nicht bereit
sein haus aufzugeben bzw. ist verkäuflich am land oder kann sich nebenbei einen zweitwohnsitz leisten und dann hätten wir wieder das dilemma!

ich würde sofort meinen wohnsitz aufgeben, wenn ich in einer region wohnen würde, wos keine arbeitsplätze gibt für einen besser bezahlten arbeitsplatz, eine unterkunft finde ich überall auf der welt, wenn der mensch will!

jedoch dazu ist meistens der österreicher zu unflexibel!

tock tock tock
13.11.2010 01:53

Ja klar. Manche Leut haben aber halt sowas wie Heimatverbundenheit - und wollen nicht einfach so aus ihrem sozialen Umfeld wegziehen, wo zB. Oma und Opa auch mal auf die Kinder aufpassen können oder man in späteren Jahren nahe bei Oma und Opa wohnt und diesen dann zur Hand gehen kann, wenn es da nicht mehr so läuft - anstatt sie einfach in ein Heim abzuschieben.

Abgesehen davon: Wie lange ist man denn heute durchschnittlich an einem Arbeitsplatz? A paar Jahre? Da lohnt sich das Übersiedeln gar nicht.

Und ich möcht gern wissen, wie der VCÖ die max. Ersparnis berechnet hat? Verzicht auf das Auto ist nämlich ein falscher Ansatz, da die meisten Leut drauf angewiesen sind (sofern man ned grad in Wien wohnt).

Von-Vielen
17.10.2010 15:54

Sie haben nicht zufällig einen tiefergelegten Golf mit Sportauspuff und aufgeklebten Flammen an den Türen?

fischer heimo
22.08.2010 19:47
VCÖ = Vereinigte Clowns Österreichs

Martin Hiltmann
22.08.2010 13:02
Mit oder ohne 4 MRD / Jahr Steuergeld?

Selbst wenn alle 2,8 Mrd. Arbeitnehmer als Pendler gezählt würden:
Jedem davon kostete die ÖBB ~ 1.400,- / Jahr Steuergelder.

Herbert, reich´ die Scheidung ein!
23.08.2010 09:41

Straßen bauen und erhalten sich auch nicht von selbst.

Martin Hiltmann
23.08.2010 16:15
Straßenbau

Stimmt schon, nur ist die Summe der abgeführten Steuern rund um ein Auto (USt., NoVa, Versicherung, KFZ Steuer, Abgaben auf Treibstoff) ungleich höher.
Das ist aber nicht der Punkt (und auch nicht die zumindest behaupteten ökologischen Vorteile der Bahn).
Hier gehts um Kosten und -Vorteile.
Ich meine, diese Vorteile verschwinden bei der ÖBB, wenn man zu den tatsächlichen Fahrtkosten die anteilig von "jedem" mitbezahlten Steuern fürs Defizit rechnet.
Oder umgekehrt - man könnte ohne ÖBB Defizit theoretisch jedem Arbeitnehmer in Ö pro Jahr EUR 1.400,- mehr im Börsel lassen. Jedem, nicht nur den Pendlern.

Andreas Mittermayer
17.09.2010 23:14
Die EU berechnet die externen Kosten des Straßenverkehrs für Österreich mit jährlich € 15 Mrd.

.
Das Verkehrsministerium gibt immerhin noch € 9,2 Mrd. (für das Jahr 2000) als externe Kosten des Straßenverkehrs an.

Siehe etwa:

http://www.bmvit.gv.at/verkehr/g... _kap11.pdf

Nimmt man an, dass dies inzwischen etwas gestiegen ist, wären das mindestes € 10 Mrd.

Das sind immerhin 3,7% des BIP und wären für JEDEN Österreicher (nicht nur für die Arbeitnehmer) € 1.250,-

Bei € 15 Mrd. wären es für jeden Österreicher € 1.875,- und für jeden Arbeitnehmer: € 5.357,-

Andreas N
15.11.2010 05:17
externe Kosten

Tja um Kostenwahrheit zu schaffen : 50 EUR/Monat zusätzliche Kfz-Steuer für rußfilterlose Dieselfahrzeuge ...? Verschrottung alter verkehrsunsicherer Fahrzeuge ? Dann sollten diese externen Kosten ja deutlich zurückgehen.....

Andreas Mittermayer
15.11.2010 09:53
Umweltkosten sind bestimmt ein Teil der Externen Kosten des MIV.

.
Jedoch spielen auch eine Reihe anderer Kostenfaktoren eine große Rolle.

Beispielsweise die Unfallfolgekosten.

Siehe etwa:

http://www.vcoe.at/start.asp... 88&ID=2973

und

http://www-classic.uni-graz.at/vwlwww/kl... assung.pdf

und

http://www.ftz-ost.at/ftz/downl... ad/vsp.pdf

Durch die von Ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen würden etwa diese Kosten kaum verringert.

tock tock tock
13.11.2010 01:54
Oh mei ...

... immer diese "externen Kosten" ... und nie wird der gesamtwirtschaftliche Nutzen gegenübergestellt. Warum wohl? ....

Andreas Mittermayer
14.11.2010 21:43
Nicht der gesamtwirtschaftliche Nutzen ist das Kriterium.

.
Sondern die gesamtwirtschaftliche Rechnung einzelner Fahrten.

Denn es ist zweifelsfrei richtig, dass viele Fahrten einen volkswirtschaftlichen Nutzen bringen.

Das gilt jedoch bei Weitem nicht für alle Fahrten! Die Fahrten, bei denen der volkswirtschaftliche Schaden den Nutzen übersteigt, würden bei einer Internalisierung der Externen Kosten wegfallen und damit die Gesamtwirtschaftlichkeit des Verkehrs und der gesamten Wirtschaft erhöhen.

Siehe auch:

http://www.bmvit.gv.at/verkehr/g... _kap11.pdf

Erklärung auf Seite 1

tock tock tock
14.11.2010 21:54

Da findet man aber sofort eine systematische Schwäche. Es wird da nämlich *nirgends* gesagt, dass absolut *jeder* Österreicher auch ein "Verkehrsinfrastrukturbenützer" (insbes. Straße) ist - angefangen vom frisch geborenen Baby bis zum Tod!

(Div. Produkte des täglichen Bedarfs erscheinen ja ned irgendwie aus dem Nichts in den Supermarktregalen).

Andreas Mittermayer
14.11.2010 22:42
Das wird nirgends gesagt. Das stimmt!

.
Denn es ist auch irrelevant!

Denn die Aussage gilt ebenso und insbesondere für komerzielle Fahrten!

tock tock tock
14.11.2010 22:48

Ich stell mich jetzt einfach mal hin und sag ganz einfach: Es gibt so wenig unnötige Fahrten, dass eine Reduktion dieser keinen Einfluss auf die Anzahl und Ausbaustufe der Straßen hat!

(Was wäre überhaupt eine "unnötige" Fahrt? Ok ... wenn a 18-jähriger den Führerschein erhält und dann mal eine Woche fast im Auto lebt, dann ist das wohl nicht wirklich nötig).

Andreas Mittermayer
14.11.2010 22:57
Unnötige Fahrten im volkswirtschaftlichen Sinne sind jene, bei

.
denen die volkswirtschaftlichen Kosten höher sind als deren Nutzen.

Bei komerziellen Fahrten würden wohl viele von jenen wegfallen, die Produkte aus großen Distanzen transportieren, obwohl das Produkt auch in der Region erhältlich ist.

Bei Privatfahrten wohl jene, bei denen der Transport ohne großen Aufwand auch in anderer Weise möglich ist, und jene, deren wert überhaupt fraglich ist.

(Beispiel: Jemand fährt 30 km weit in ein bestimmtes Kaffehaus obwohl es ein ähnlich gutes auch in unmittelbarer Nähe gibt)

tock tock tock
14.11.2010 23:07

Und welche Auswirkung hätte das auf die Kosten des Straßenbaus und der Straßenerhaltung? Keinen!

Andreas Mittermayer
14.11.2010 23:13
Da bin nicht nur ich klar anderer Meinung!

.
Bei Internalisierung der Externen Kosten würde sich der MIV verringern.

Deshalb wäre ein zusätzlicher Ausbau von Straßen nicht nur aus verkehrspolitischen Gründen unnötig, sondern auch eine Verschwendung finanzieller Mittel.

tock tock tock
15.11.2010 00:13

Die nächste falsche Rechnung ist im übrigen jene, dass durch eine Verteuerung des Transports lokale Produkte günstiger werden - das genaue Gegenteil ist der Fall! Jedes importierte Produkt wird im Verhältnis günstiger! Na no na ned: um lokal zu produzieren fallen an:
- Die Fahrten der Arbeitnehmer zur Firma: teurer
- Der Transport des Wareneinsatzes zur Firma: teurer
(Sogar mit mehrfachaufschlägen, wenn diese ebenfalls lokal produziert werden).
- Die Auslieferung der ferigen Güter wird auch teurer.

-> Was wird bei importierten Gütern teurer? Die Fahrt vom Zentrallager in das Geschäft. Und das wird beim lokal produziuerten Gut genauso teurer!

Umweltschutz - JA, Bitte gern! Aber mit HIRN!

Andreas Mittermayer
15.11.2010 09:39
Ihre Rechnung geht davon aus, dass Externe Kosten nur national internalisiert werden.

.
Aber selbst, wenn dies der Fall ist, ist Ihre Rechnung falsch. Und zwar:
- Arbeitnehmer würden bei Herstellung von Kostenwahrheit (und parallel dazu erfolgten notwendigen Ausbau auf öff. Verkehrsmittel) viel mehr den öff. Verkehr nutzen, Fahrgemeinschaften bilden etc. und damit die höheren Kosten zumindst zum Teil kompensieren.
- Transport des Wareneinsatzes: Ja zum Teil. Jedoch profitieren Gewerbebetriebe durch die Senkung der Lohnnebenkosten ebenso stark, wie sie durch die Erhöhung der Transportkosten belastet werden.
- Die Auslieferung der fertigen Güter unterscheidet sich nicht von den von fern gelieferten Produkten.

(Fortsetzung unten)

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