Coaching und Entwicklung

21. August 2010, 08:26
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Projekt zur Burnout-Prävention auf Intensivstationen

Medizinisches Personal gehört zu den Berufsgruppen mit einem besonders hohen Burnout-Risiko. Gemeinsam mit der Wirtschaftsuniversität Wien und der Medizinischen Universität Wien hat das Beratungsunternehmen Medical Coaching ein Projekt zur Burnout-Prävention beim medizinischen Personal an acht Intensivstationen in Wiener Spitälern durchgeführt.

In einem ersten Schritt wurden Burnout-relevante Faktoren wie beispielsweise die Arbeitsqualität, die individuelle Befindlichkeit sowie der Umgang mit Fehlern, aber auch Leadership-Qualitäten erhoben und evaluiert. Im Anschluss daran wurden die teilnehmenden Teams eineinhalb Jahre von Medical Coaching begleitet, gemeinsam Ziele definiert und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung entwickelt und umgesetzt.

"Es ist bei Burnout-Prävention sicher nicht sinnvoll, bei allen Teams und auf allen Stationen die gleichen Maßnahmen umzusetzen" , erklärt Wolfgang Lalouschek, Geschäftsführer von Medical Coaching. Dennoch konnten die einzelnen Intensivstationen voneinander lernen, ergänzt er.

Viele der gesetzten Maßnahmen zur Verbesserung lagen ausschließlich im Einflussbereich der teilnehmenden Teams. Selbstheilungskräfte seien eben auch auf Organisationsebene vorhanden. "Wir als durchführende Organisation haben die Verbesserungen lediglich begleitet" , erklärt Lalouschek.

Die Teilnahme am Projekt war freiwillig, und daher sei auch die Zusammensetzung sehr unterschiedlich. Insgesamt haben 171 Personen daran teilgenommen. "Teilweise war nur das Pflegepersonal dabei" , ergänzt er. Die weitreichendsten Entscheidung konnten getroffen werden, wenn alle auf der Station Tätigen vertreten waren. Und wenn die Führungskräfte keine Interesse an der Teilnahme hätten, sei das sicher auch ein Symptom, so der Neurologe. Bei den Teilnehmern sei das Projekt sehr gut angenommen worden, wohl auch, weil die Inhalte praxisrelevant waren und vieles davon rasch umgesetzt werden konnte.


Spürbare Verbesserung


Schon während der Projektphasen waren deutliche Verbesserungen sowohl bei den personenbezogenen als auch bei den organisationalen Burnout-Parametern bemerkbar. Der Ansatz von Teamcoaching in Verbindung mit Organisationsentwicklung und dem Know-how der dort Tätigen habe sich, so Lalouschek, bewährt. Auch die Zusammensetzung von medizinischer Erfahrung, ergänzt durch Kompetenzen in der Organisationsentwicklung, sei für Krankenhäuser sicher von Bedeutung. Im nächsten Jahr wird überprüft, welche der umgesetzten Maßnahmen auch tatsächlich nachhaltig waren. (ost)

(ost, DER STANDARD Printausgabe, 21./22.8.2010)

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