Vollgas mit Hybrid

20. August 2010, 16:49
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Toyota kann wieder Vollgas geben. Bremsversagen und klemmende Gaspedale gab es nicht wirklich

Alle Unfälle in den USA, die man Toyota in die Schuhe schieben wollte, stellten sich als reine Bedienungsfehler heraus.

Wer sich ein bisschen auskennt, ahnte dies ohnehin, denn schon mehrmals in der Geschichte wurden Firmen, die auf dem US-Markt allzu erfolgreich waren, auf ähnliche Art schwer beschädigt. So war etwa Audi mit genau den gleichen Problemen vor fast 30 Jahren konfrontiert und hat sich erst jetzt wieder vom Image-Absturz erholt.

Mit Toyotas Vorpreschen in Sachen Hybridantrieb hatten auch viele europäische Hersteller ihre Probleme. Die Berührungsangst mit der komplizierten Technik war enorm. Inzwischen weiß man, dass Hybrid unumgänglich ist, wenn man künftige CO2- und Flottenverbrauchslimits einhalten will. Außerdem lässt sich das Thema an sich schon hervorragend verkaufen.

Spätestens jetzt, da Toyota den Golf-Gegner Auris auch mit Hybridantrieb ausstattet, könnten viele europäische Hersteller auf ihren Dieseln sitzenbleiben, und seien sie noch so sparsam, ganz sauber werden sie wegen des feinen Rußes auch mit Partikelfilter nie sein.

Auch bei den Motorrädern hat ein Umdenken stattgefunden. Verbrauch zählte nicht. Honda hat nun einen Roller mit Start-Stopp-Automatik auf den Markt gebracht, der dermaßen sanft anspringt, dass sich die Autohersteller mit ihren krächzenden Startern ein Scheibchen abschneiden könnten. Außerdem hat das Motorrad beste Voraussetzungen für Elektroantrieb. Die geforderte Leistung, Reichweite und auch Gewicht sind deutlich geringer. So ließe sich leichter als beim Auto ein attraktives Angebot machen. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/20.08.2010)

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    Toyota ist - wieder - ganz sauber.

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