Unternehmer wollen Urlaub streichen

20. August 2010, 17:08
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Zwei Wochen weniger Urlaub und damit den Aufschwung unter­stützen, so lautet der Vorschlag eines Unternehmerverbandes

Berlin - Geht es nach dem Unternehmerverband mittelständische Wirtschaft (UMW), so reicht es für Deutschlands Arbeitnehmer künftig völlig aus, zwei Wochen Urlaub weniger pro Jahr zu genießen. Vorstandschefin Ursula Frerichs erklärte in der deutschen Bild-Zeitung, dass sechs Wochen zu viel seien, "vier Wochen reichen völlig aus."

Die Dame führt ins Treffen, dass Deutschland bei den Urlaubstagen weltweit an der Spitze läge und die Beschäftigten im Verhältnis zu anderen Ländern immer noch doppelt so viele freie Tage hätten. "Wir müssen unsere Besitzstände zurückschrauben, könnten die Vier-Wochen-Regelung 2011 auf Probe einführen, um den Aufschwung zu unterstützen", sagte Frerichs. Auch der deutsche Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) ist für eine zeitweise Absenkung des Urlaubsanspruchs - auf fünf Wochen. Das sei auch wegen des akuten Fachkräftemangels erforderlich, argumentiert BVMW-Präsident Mario Ohoven.

Deutschland sei mit 40,5 bezahlten freien Tagen Urlaubs-Europameister. Dazu kämen Krankheitstage, die auf den Unternehmen lasten. Der Mittelstand habe jetzt wieder volle Auftragsbücher, jeder werde gebraucht. 

Widerstand auch aus der Wirtschaft

Die Verbandsforderung stieß allerdings nicht nur bei Linken und Grünen, sondern auch bei der CSU und dem arbeitgebernahen Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) auf Widerstand. Der Vorschlag führe in die Irre, sagte IW-Geschäftsführer Hans Peter Köls dem Radiosender hr-Info. Stattdessen müsse man eher über Feiertage und Fenstertage sprechen. (rb, derStandard.at, 20.8.2010)

  • Zuviel des Guten erscheint manch einem die Faulenzerei unter Deutschlands Arbeitnehmern.
    foto: apn/heimken

    Zuviel des Guten erscheint manch einem die Faulenzerei unter Deutschlands Arbeitnehmern.

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