Autobombenanschlag in Kaschmir

26. April 2003, 15:15
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Fünf Tote und drei Verletzte

Srinagar - Bei der Explosion einer Autobombe vor dem staatlichen Rundfunksender im indischen Teil Kaschmirs und einem anschließenden Schusswechsel sind am Samstag drei mutmaßliche Islamisten und zwei Soldaten getötet worden. Wie die Polizei berichtete, wurden auch drei Mitglieder der paramilitärischen Polizeireserve verletzt. Zu dem Anschlag bekannte sich die von Pakistan aus operierende Rebellengruppe "Al Madina" in einem Anruf bei der kaschmirischen Nachrichtenagentur KPS.

Der Anrufer, der sich als Sprecher der Al Madina ausgab, sprach von einem Angriff dreier kaschmirischer Kämpfer. Er forderte, Indien müsse von seinen Alleinansprüchen abrücken und anerkennen, dass Kaschmir eine umstrittene Region sei.

Sprengstoffgürtel

An den Körpern von zwei der getöteten mutmaßlichen Islamisten wurden Sprengstoffgürtel gefunden. Nach möglicherweise entkommenen Tätern wurde in dem Gebäudekomplex in Srinagar noch gesucht. Erst am Freitag waren bei einer Explosion in einem Gerichtsgebäude in Kaschmir drei Menschen getötet und 34 verletzt worden.

Kaschmir ist zwischen Indien und Pakistan geteilt. Die beiden Staaten haben zwei ihrer drei Kriege um die Region geführt. Indien wirft Pakistan vor, die Rebellen zu unterstützen, die auf indischem Territorium für die Loslösung von Neu-Delhi kämpfen. Islamabad hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Seit Beginn der Kämpfe 1989 wurden mehr als 61.000 Menschen getötet. (APA/AP)

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