Britische Studie: SARS noch gefährlicher als bislang angenommen

26. April 2003, 13:22
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Bis zu 15 Prozent der Infizierten könnten sterben

London - Die Lungenkrankheit SARS ist nach einer britischen Studie möglicherweise tödlicher als bislang angenommen. Zu diesem Schluss gelangt Professor Roy Anderson vom Imperial College London, nach BBC-Angaben vom Samstag eines der weltweit führenden Institute für Infektionskrankheiten. Wie der Wissenschaftler in einem BBC- Interview sagte, könnten nach seinen Berechnungen zwischen acht und 15 Prozent der mit SARS infizierten Menschen sterben.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht von einer Sterblichkeitsrate zwischen fünf und sechs Prozent aus. Die Studie des britischen Professors stützt sich den Angaben zufolge auf die Analyse von etwa 1.400 SARS-Fällen in Hongkong.

Weit länger infektiös

Nach den Ergebnissen der Studie bleibe SARS weit länger infektiös als andere Viren, hieß es weiter. Voraussagen über eine flächenbrandartige weltweite Ausbreitung der Lungenkrankheit nannte Anderson jedoch übertrieben. "Es sieht so aus, als wenn sie in den entwickelten Ländern durch eine sehr gute Überwachungspraxis unter Kontrolle ist", sagte er. Anlass zur Sorge würden jedoch die bevölkerungsdichten Entwicklungsländer wie China und Indonesien geben. "Es ist nicht klar, was dort vor sich geht", sagte Anderson weiter.

Nach BBC-Angaben haben sich nach jüngsten Zahlen 4.649 Menschen in 26 Ländern weltweit mit SARS infiziert. 274 Menschen seien bislang an der Krankheit gestorben. (APA/dpa)

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    SARS-Erreger unter dem Mikroskop

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