Ortungssystem für Demenzkranke

26. April 2003, 11:26
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High-Tech im Altersheim - Siemens testet Entwicklung in Deutschland im Vodafone-Netz

Zusammen mit der Allgäuer Human Security AG testet Siemens derzeit ein Personen-Lokalisierungssystem auf Basis des Mobilfunkstandards GSM. Dabei werden altersschwache und demenzkranke Personen mit einem Band ausgestattet, in das ein GSM-Modul integriert ist und das künftig in Altersheimen Einsatz finden soll.

Lokalisierungsortung

Kehrt die Person zu einem vereinbarten Zeitpunkt nicht zurück, können Pfleger über ein Callcenter im Vodafone-Netz eine Lokalisierungsortung starten. "Sie bekommen dann den Hinweis, in welcher Funkzelle sich die Person befindet", erklärt Siemens-Senior-Consultant Sverker Norrefeldt. Eine solche Zelle hat einen durchschnittlichen Durchmesser von 200 Metern im städtischen Bereich und einen von vier bis fünf Kilometer auf dem Land.

Kein Überwachungssystem

Großen Wert legen die beteiligten Firmen darauf, dass man mit dem Band nur Personen ausstatten wird, die dem explizit zustimmen. Auch habe man nicht vor, die Technologie in den Einzelhandel kommen zu lassen. Norrefeldt: "Wir wollen damit Altersheime ausstatten, aber kein Überwachungssystem für Private." Es habe sich beim laufenden Pilotversuch gezeigt, dass altersschwache Personen die Vorteile eines solchen Systems erkennen, sagt Alexander Hasel von Human Security, wo die "Hardware", also die Elektronikbänder entwickelt wurden: "Demenz setzt ja nur sporadisch ein."

Für ein Band verrechnet Human Security 250 Euro Kaution plus eine Monatgebühr von 15 Euro. Eine Suchaktion kostet vier Euro. Künftig will man auch sportelnde Rollstuhlfahrer und Logistikbetriebe ansprechen. (DER STANDARD Printausgabe, 26./27. 4. 2003,Johanna Ruzicka)

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