USA warnen vor Überbewertung der nordkoreanischen Aussagen

25. April 2003, 22:39
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IAEO-Chef Baradei: Keine Belege für Nuklearwaffen

Washington/Wien - Die US-Regierung hat davor gewarnt, dem angeblichen Atomwaffen-Geständnis Nordkoreas zu viel Bedeutung beizumessen. "Wenn man mit Nordkorea zu tun hat, muss man wissen, dass Wortgetöse Teil ihres Vokabulars ist", sagte Präsidentensprecher Ari Fleischer am Freitag in Washington. Die US-Regierung werde einen "scharfen Blick" auf die Aussagen Pjöngjangs werfen, "um zu prüfen, ob es mit den Tatsachen übereinstimmt". Nordkorea habe eine "ziemlich einzigartige Art und Weise, Gespräche zu führen". Er könne aber nicht sagen, ob es sich bei den Äußerungen der nordkoreanischen Führung nur um leeres Gerede gehandelt habe.

Der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) liegen nach Angaben ihres Chefs Mohamed el Baradei keine Belege für Nordkoreas Behauptung vor, Atomwaffen zu besitzen. "Sollte Nordkorea eine derartige Erklärung abgeben, wäre dies eindeutig ein Rückschlag für die internationalen Bemühungen zur Kontrolle der Verbreitung von Nuklearwaffen", hieß es in einer Erklärung Baradeis, die am Sitz der IAEO in Wien veröffentlicht wurde.

Nach der vorzeitigen Beendigung der Atomgespräche zwischen den USA, Nordkorea und China am Donnerstag in Peking hatten US-Regierungsbeamte gesagt, Nordkorea habe in den Krisengesprächen den Besitz der Atombombe eingeräumt und auch mit deren Einsatz und Weitergabe gedroht. (APA)

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