Busentführung in Bremen: Debatte um gezielte Tötung von Geiselnehmern

26. April 2003, 22:00
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Politischer Hintergrund eher fraglich - gesamte Entführung des 17-Jährigen sei "amateurhaft" gewesen - Ansichtssache

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Bremen - Die Bremer Polizei hat am Samstagvormittag mit den Verhören des 17 Jahre alten Busentführers begonnen. Er sollte im Laufe des Tages dem Haftrichter vorgeführt werden, sagte eine Sprecherin der Bremer Staatsanwaltschaft am Samstag in Bremen. Für den Busentführer wird noch das Jugendstrafrecht gelten, da er noch nicht volljährig ist. Welche Straftaten dem 17-Jährigen im Detail vorgeworfen werden, konnte die Sprecherin noch nicht sagen.

Unterdessen forderte Niedersachsens CDU-Innenminister Uwe Schünemann eine schnelle Einführung des so genannten finalen Rettungsschusses bei Geiselnahmen. "Für uns ist wichtig, wenn es notwendig sein sollte, dass der betroffene Polizist absolute Rechtssicherheit hat", sagte Schünemann. Die CDU/FDP-Regierungskoalition hatte sich bereits in ihrem Koalitionsvertrag auf den finalen Rettungsschuss geeinigt. Schünemann sagte weiter, der Schuss, mit dem etwa ein Geiselnehmer gezielt durch die Polizei getötet werde, habe bei der Entführung des Bremer Linienbusses am Freitag "Gott sei Dank keine Rolle gespielt. Der Polizei ist zu danken, dass sie durch psychologische Verhandlungsführung den Täter zur Aufgabe bewegt hat."

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