Raiffeisen Holding drosselt Investitionen

25. April 2003, 20:09
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Mit 600 Standorten in den EU-Erweiterungsländern fühlt sich die RLB NÖ-Wien für die Zukunft gerüstet

Wien - "Wir verstehen uns als Dirigent und Drehscheibe eines großen Orchesters", deren Kernkompetenz das Beteiligungsmanagement ist, betonte der Chef der Raiffeisen-Holding Niederösterreich Wien, Erwin Hameseder, vor Journalisten. Der Verkehrswert der mehr als 220 Beteiligungen liegt mit 1,6 Mrd. Euro um 16 Prozent über dem Wert von 2001.

Die Erträge aus den Beteiligungen und Wertpapieren bezifferte Hameseder-Stellvertreter Kurt Miesenböck mit 67 Mio. Euro, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass nur rund ein Drittel der Erträge ausgeschüttet werden und der Rest in den Betrieben bleibt für deren Investitionen. Sechs Kernbereiche bilden den Beteiligungsstock der Raiffeisen Holding: Neben der Landesbank und den banknahen Beteiligungen sind das die Industrie-, die Immobilien-, die Medien- sowie die Dienstleistungsbeteiligungen und der Bereich Equity.

Gemächlicher

Ihr Expansionstempo wird die Raiffeisen Holding künftig etwas drosseln. Seit Anfang des Vorjahres bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden insgesamt 325 Mio. Euro investiert, 205 Mio. Euro davon im Jahr 2002. Heuer wurden Beschlüsse für weitere 120 Mio. Euro gefasst. Im Vordergrund stehe nun die Arrondierung der bestehenden Akquisitionen. Das "rasante Wachstum des vergangenen Dreivierteljahres" werde nicht im bisherigen Ausmaß fortgesetzt. Die Gruppe ist derzeit an 1100 Standorten im In- und Ausland vertreten, davon rund 600 in den Mittel-und Osteuropäischen Ländern. Beschäftigt sind in den Beteiligungen insgesamt 75.000 Mitarbeiter, davon 60.000 im Ausland, von denen wiederum 26.000 in den Erweiterungsländern tätig sind.

Medien

Eine wesentliche Beteiligung ist auch die Mediengruppe um den Kurier. "Die Medien machen uns nach wie vor Freude", versichert Hameseder, der die Rendite aus diesem Bereich "um die 13 Prozent" angab. Die Kurier-Gruppe werde heuer mit 100 bis 110 Prozent von Grundkapital (acht Mio. Euro) etwas weniger ausschütten als zuletzt mit 120 Prozent.

Zufrieden äußerste sich Hameseder auch über seine Beteiligung an der Steuerungsholding der Strabag, Bibag, an der die Raiffeisen-Gruppe 50 Prozent minus einer Aktie besitzt. Nach dem Börserückzug aus Wien könnte heuer auch noch der Streubesitz Deutschland an der Strabag Beteiligungs AG im Ausmaß von 35 Prozent von der Börse genommen werden. (Claudia Ruff, DER STANDARD Print-Ausgabe, 26.4.2003)

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