Bürgermeister von Mexiko-Stadt verklagt Erzbischof von Guadalajara

19. August 2010, 20:14
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Kirchenfürst unterstellt Ebrard Richter-Bestechung - Kontroverse nach Urteil über Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare

Mexiko-Stadt - Der Bürgermeister von Mexiko-Stadt, Marcelo Ebrard, hat einen der wichtigsten Amtsträger der katholischen Kirche in Mexiko wegen Verleumdung verklagt. Der beklagte Erzbischof von Guadalajara, Juan Sandoval, hatte zuvor behauptet, der Bürgermeister habe Richter des Obersten Gerichtshofs bestochen, die am Montag die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare in Mexiko-Stadt für rechtens erklärt hatten.

Schlimmer als Drogenmafia

Zudem verklagte Ebrard den Sprecher des Bischofsamtes von Mexiko-Stadt, Hugo Valdemar. Dieser hatte nach Berichten vom Donnerstag die Bestechungsvorwürfe bestätigt und gesagt, die Erlaubnis von Adoptionen durch gleichgeschlechtliche Paare sei schlimmer als die Rauschgiftkriminalität.

Der Bürgermeister der Hauptstadt forderte die katholische Kirche auf, die Trennung von Kirche und Staat in Mexiko zu respektieren. Das Oberste Gericht hat in zwei Entscheidungen homosexuellen Paaren das Recht auf Eheschließung und Adoption bestätigt, was im katholischen Mexiko zu einer heftigen Kontroverse führte.(APA/dpa)

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    Juan Sandoval muss wegen Verleumdung des Bürgermeisters vor Gericht. Für Hugo Valdemar, den Bischofssprecher von Mexiko-Stadt, ist die Adoption durch homosexuelle gar schlimmer als die Verbrechen der Drogenmafia, die jährlich tausende Menschen das Leben kostet.

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