Anschlag auf AMS

Nach Mistkübelbrand droht Studierenden Terroranklage

19. August 2010, 18:38
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    foto: standard/newald

    Seit bereits sechs Wochen einziger Ausblick für vier einer Brandlegung verdächtigte Studenten: der Hof des Grauen Hauses.

Vier Studenten zum vierten Mal vor dem Haftrichter: Sie werden verdächtigt, Mistkübel vor einer Filiale des AMS angezündet zu haben - unter Umständen eine terroristische Tat

Wien - Seit nunmehr sechs Wochen atmen drei Wiener Studentinnen und Studenten nur gesiebte Luft, seit einem Monat auch noch ein vierter. Sie sitzen in Untersuchungshaft im Grauen Haus, weil sie mit zwei in der Nacht auf 27. Juni 2010 in Brand gesteckten Mistkübeln vor der Filiale des Arbeitsmarktservice in der Wiener Redergasse in Verbindung gebracht werden.

Die laut einem im Internet verbreiteten Bekennerschreiben "direkte Aktion" war antikapitalistisch gemeint. Fotos von nach dem Anschlag zeigen den AMS-Eingangsbereich mit deutlichen Brandspuren an den Außenwänden des Gebäudes. In den Akten ist von rund 100.000 Euro Schaden die Rede: Eine Brandlegung, die den Verdächtigen jetzt Ermittlungen nach einem Strafgesetz gegen organisiertes Verbrechen einbringen könnte, das zum Schutz gegen gewalttätige Staatsfeinde eingeführt worden ist: Terroristische Vereinigung laut Paragraf 278b, mit bis zu 15 Jahren Haftandrohung, im Fall von Mord sogar 20 Jahren.

Das zumindest schließt Michaela Schnell, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, im Gespräch mit dem Standard nicht aus: Am kommenden Montag, dem 23. August, beim vierten Haftprüfungstermin der Vier, werde "wohl darüber entschieden, ob der Verdacht auf Paragraf 278b ausgeweitet wird oder nicht", sagt sie.

Derzeit wird gegen die drei Kunststudentinnen und den Hörer an der Haupt-Uni, die der linken, selbstorganisierten Uni- und Politszene zuzurechnen sind, wegen Brandstiftung, Sachbeschädigung sowie verbrecherischem Komplott laut Paragraf 277 StGB (Strafrahmen: bis zu fünf Jahre Haft) ermittelt, wie derStandard.at schon Anfang Juli berichtete. Ob jetzt noch Paragraf 278 b hinzukommt, stehe mit "Erwägungen über das Motiv der Tat" in Zusammenhang, meint die Staatsanwaltsprecherin. Mit Fragen wie: "Was wollten sie damit erreichen? Sind's nur 'depperte Burschen und Mädchen' oder steckt vielleicht mehr dahinter?"

Wochenlang observiert

Freunde und Unterstützer weisen hingegen auf die ihrer Ansicht nach fehlende Verbindung zwischen Tat und den nach vier Hausdurchsuchungen Festgenommenen hin. In den bisher eingesehenen Akten - ein Großteil wurde Beschuldigten wie Verteidigung bisher vorenthalten - bestünden keine Hinweise eines konkreten Tatverdachts.

Dafür sei den Schriftstücken zu entnehmen, dass einer der Verdächtigen bereits seit mindestens Anfang Mai 2010 im Auftrag des Landesamts für Verfassungsschutz (LVT) observiert worden sei. Wochenlang sei ihm auf all seinen Wegen ein Polizist in Zivil gefolgt

Für Grünen-Justizsprecher Albert Steinhauser wäre indes die Ausweitung der Ermittlungen auf den Terrorparagrafen "ein beängstigendes Signal". Dieser solle - laut Gesetzestext - Personen bestrafen, deren Taten eine "schwere oder längere Zeit anhalte Störung des öffentlichen oder des Wirtschaftslebens" zur Folge haben und die "Bevölkerung auf schwerwiegende Weise einzuschüchtern". "Das Anzünden von Müllkübeln ist damit meiner Ansicht nach nicht gemeint", meint Steinhauser. (Irene Brickner, DER STANDARD-Printausgabe, 20.08.2010)

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Vintageologist
 
31
Ich finde es schlimm, dass hier von Studierenden die Rede ist...

...obwohl doch linke Asoziale der richtige Begriff wäre.

Das wirkt dann so, als würden sie im Namen der Gesamtheit der Studenten agieren, was ja klarerweise nicht der Fall ist, da es hier wieder einmal rein um asoziale Selbstdarstellung ging.

Generell sind ja linke Studenten üblicherweise nicht wirklich an Bildung interessiert, sondern vielmehr daran, noch etwas länger nicht arbeiten zu müssen und sich bei der Gelegenheit als intellektuell selbstdarzustellen, was sie klarerweise nicht sind und auch nie sein werden.
Daher ja auch die miserablen Abschlussquoten.

Fritz van Thom
01
17.11.2011, 17:26
?

"Generell sind ja linke Studenten üblicherweise nicht wirklich an Bildung interessiert, sondern vielmehr daran, noch etwas länger nicht arbeiten zu müssen und sich bei der Gelegenheit als intellektuell selbstdarzustellen, was sie klarerweise nicht sind und auch nie sein werden."

Sie sind ja offensichtlich im Gegensatz dazu ein hoch gebildeter Intelektueller, der an nichts mehr interessiert ist, als daran sich weiterzubilden und Schranken im Kopf abzubauen.

Harry Y.
 
01
31.8.2010, 15:30
Auch ich

hätte auf solche Ideen kommen können. Man kommt in bestimmten Lagen relativ leicht auf Ideen; man führt sie deswegen nicht gleich aus.
Nur durch's Zündeln an Mistkübeln ist man nicht gleich Terrorist. War irgendjemand gefährdet? Ich möchte bitte diese Fotos vom Gebäude und Umgebung sehen.

Alberta Forgetti
11
Sicher nicht durchs Zündeln,

höchstens durch die dahinter steckende (oder auch nicht steckende) planende Energie. Ob das eine oder andere war, wird man sehen. Ich mein, wären es rechte Schmisstypen gewesen, die zB vor einer Synagoge einen Brandsatz abgelassen hätten - wären Sie dann von natürlicher Harmlosigkeit und Lausbubenaktion ausgegangen ? Wer politisch motiviert gewalttätige Aktionen startet, soll ruhig zunächst mal ernst genommen werden. Das ist es ja genau, was er mit seinen Aktionen bezweckt.

Harry Y.
 
01

Das eine wäre halt ein Akt der NATIONALSOZIALISTISCHEN WIEDERBETÄTIGUNG und Menschenjagd, Menschenhatz, Rassismus gewesen.

Das andere ist ein Akt des Protestes gegen das AMS bzw. den Staat. Ob das sinnvoll ist, ob Feuer kein zu gefährliches Element ist, um damit herumzuhantieren, ist eine andere Frage.

geordie
04
30.8.2010, 20:02

bin ich froh, dass solche Schwerverbrecher in Haft sitzen, und voellig zu Unrecht beschuldigte Edelmaenner wie KHG frei herumlaufen. So stelle ich mir gerechte Justiz vor!

TRex30M
50
30.8.2010, 16:57

Nur weil man Student ist, darf man sich halt nicht alles erlauben.
Mein Mitleid hält sich in Grenzen.
Nächstes Mal halt zuerst nachdenken und dann handeln. ;-)

geordie
02
30.8.2010, 20:05

stimmt, als Student darf man sich wirklich nicht alles erlauben. Das duerfen nur Schuessel, Grasser und co.

TRex30M
40
30.8.2010, 21:47

Ich stimme Ihnen zu, dass ich über Schüssel, Grasser und Co auch verwundert bin.
Doch so lange eine Schuld nicht bewiesen ist, gilt die Unschuldsvermutung.
Bei den Studenten konnte aber eindeutig krminelle Handlungen nachgewiesen werden.
Sie haben sich also selbst in diese Situation gebracht.

Fritz van Thom
00
17.11.2011, 17:28

"Bei den Studenten konnte aber eindeutig krminelle Handlungen nachgewiesen werden"

wo nehmen Sie diese Info her? die will ich auch haben

Harry Y.
 
02
31.8.2010, 15:29

Nicht sie, sondern ein Gesetz, das so dubios formuliert ist, dass es bei seiner Einführung schon für gröbere Bedenken sorgte.

john pell
22
30.8.2010, 13:57

zum kotzen ,wen man denkt dass viele Richter Burschenschafter sind dass eine schau prozess gemacht wird wir in die 30 jehre bei den Reichstag
Verbrennung !!
die Böse kommunisten in gefennes die brave nazis in Parlament

Dr. Alfred E. Neumann
02
25.8.2010, 18:52
allerbestes beispiel

ist das plakat der polizei mit dem titel "freiheit" ... auf dem bild sind polizisten vs. demonstranten zu sehen.

nina yankow
00
31.8.2010, 08:15

"die freiheit, die ich meine"

Ludwig - Vogelstrauß
17
25.8.2010, 00:53

Das AMS ist keine Terrororganisation.
Es ist kein Mittel, die Leute nieder zu halten.
Es übt keinen Zwang aus.
Es demütigt keine Unschuldigen.
Es erpresst keine sinnlose Übungen.
Es droht nicht mit dem Entzug der Existenzgrundlage.
Es gibt nicht zu wenig Arbeitsplätze.
Es gibt nur zu schlechte Menschen.

il padrino
10
30.8.2010, 22:30

Sie fühlen sich aber auch ganz schön bedroht vom AMS ... planen Sie schon den nächsten Anschlag ?

Mim103
21
23.8.2010, 16:11
In den Akten ist von rund 100.000 Euro Schaden die Rede

Für einen angekokelten Eingangsbereich?
Mich düngt, hier läuft die gleiche Masche, wie gegen die Tierschützer: Schadenssummen ins unermessliche Aufbauschen und irgendwen, der der ÖVP-Ungerechtigkeitsjustiz nicht genehm ist, damit "in Verbindung bringen".

DER-STANDARD-JURIST
22
24.8.2010, 12:07
sind Sie zufällig sachverständiger?

Ihre profunde analyse des gebäudeschadens lässt darauf schließen

;)

warp.faktor
22
23.8.2010, 14:02
Offensichtlich ein Kampf ...

... der korrupten Eliten gegen das Volk.

Da wundert es dann auch nicht, dass Grasser noch immer im ÖVP Umfeld agiert.
http://www.flickr.com/photos/po... /lightbox/

Mike 23
14
30.8.2010, 13:25
Das Volk?

Immer das Gleiche. Sobald irgendwelche Ideologen mit Gewalt beginnen, tun sie das im Namen des Volkes.
Das war bei den NAZIs so, das war bei der RAF so und das wird auch in Zukunft so sein.

Michael

warp.faktor
00
30.8.2010, 18:39
Sie haben recht!

Das Wort "das Volk" sollten wir aus unserem Wortschatz streichen. Ich korrigiere auf "die Mehrheit", damit Ihnen und mir bestimmte Assoziationen erspart bleiben.

Mike 23
00
31.8.2010, 16:00
Volk oder Mehrheit ist egal.

Durch welche demokratisch legitimierte Macht sehen Sie hier von den Studenten eine Handlung gesetzt?

Selbstverständlich ist auch unsere Regierung nicht das Gelbe vom Ei, aber immerhin noch besser so, als wenn sich irgendwelche Personen aus heiterem Himmel zu Vertretern der Mehrheit ernennen.

Michael

Strohm
14
23.8.2010, 13:39
Protest gegen §278 - bitte unterstützen

Die Paragraphen §278 StGB gegen Bürger einzusetzen, hat inzwischen Methode und gefährdet unsere Demokratie. Schließen Sie sich dem Protest von zahlreichen namhaften NGOs an, werden Sie zum Demokratie-Retter auf:
www.demokratie-retten.at

ölika
00
22.8.2010, 22:57

wie war die demo?

marlboro morgenstern
00
22.8.2010, 17:04

warum ist der eine bespitzelt worden?

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