Quarterback Brett Favre geht doch in seine 20. und letzte Saison - Drei seiner engsten Teamkollegen überzeugten ihn
Minneapolis - Als Brett Favre zu Wochenbeginn nicht zum Auftakt des Trainingscamp erschienen war, war für Ryan Longwell, Steve Hutchinson und Jared Allen die Zeit gekommen. Auf eigene Faust reisten die Spieler der Minnesota Vikings nach Hattiesburg, klopften an Brett Favres Tür und warteten auf eine endgültige Antwort ihres Quarterbacks.
24 Stunden später erklärte Favre im Trainingscamp: "Ich bin es diesem Verein schuldig, weiterzumachen. Mit diesen Jungs war ich so nah dran, den Super Bowl zu erreichen. Ich will es noch einmal versuchen." Monatelang hatte der 40-Jährige mit sich gerungen, seit dem verpassten Finaleinzug in der vergangenen Saison mit dem Rücktritt spekuliert. Ende Mai ließ er sich den Knöchel operieren, den er sich bei der Niederlage gegen die New Orleans Saints - dem späteren Super-Bowl-Triumphator - verletzt hatte. "Ich wollte die ganze Zeit nicht an Football denken, das hat nicht geklappt. Ich konnte an nichts anderes als an Football denken" .
Favre, der bisher dreimal zum wertvollsten Spieler der National Football League (NFL) gewählt wurde, geht damit in seine letzte Saison, die in knapp drei Wochen beginnt. "Das ist das endgültig letzte Jahr" , sagte er. "20 Jahre, und ich bin durch. Es war eine schwierige Entscheidung."
Schon zuvor hatte Favre seine so erfolgreiche Karriere bereits zweimal für beendet erklärt. Nach seinem NFL-Debüt bei den Atlanta Falcons 1991 und insgesamt fünfzehn Jahren bei den Green Bay Packers machte er im März 2008 Schluss. Im Juli unterschrieb er ebenso überraschend bei den New York Jets.
2009 wiederholte er das Spiel, ehe er einen mit 25 Millionen Dollar dotierten Zweijahresvertrag bei den Minnesota Vikings signierte. "Ich kann nicht versprechen, dass ich die ganze Saison durchhalte" , sagte Favre, der die NFL-Rekorde in Touchdown-Pässen (497) und erworfenen Yards (69.329) hält, am Mittwoch. "Aber wenn ich spiele, werde ich es auf höchstem Niveau tun." (krud, sid, DER STANDARD Printausgabe, 20.8.2010)