Russlands Präsenz im Südkaukasus

Verwundbare "Schutzmacht"

19. August 2010, 17:58

Innenpolitisch setzt Russland in seinen eigenen Kaukasus-Gebieten auf eine Mischung aus Regionalisierung und Zentralismus - von Josef Kirchengast

Es sieht nach einer Strategie aus und ist es wohl auch. Mit dem bis mindestens 2044 verlängerten Truppenstationierungsvertrag mit Armenien hat Russland seine geopolitische Position im Südkaukasus und darüber hinaus weiter gefestigt.

In den abtrünnigen georgischen Regionen Abchasien und Südossetien sind russische Luftabwehrraketen stationiert. Der Georgienkrieg vor zwei Jahren - laut dem Bericht einer EU-Kommission von Tiflis begonnen, von Moskau provoziert - muss mehr denn je unter dem Aspekt der russischen Einflusspolitik gesehen werden.

Großräumiger abgesichert wird die russische Militärpräsenz in der Region durch die auf der Krim stationierte Schwarzmeerflotte. Unter dem neuen ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch wurde der Vertrag bis mindestens 2042 verlängert.

Innenpolitisch setzt Russland in seinen eigenen Kaukasus-Gebieten auf eine Mischung aus Regionalisierung und Zentralismus. Die Bekämpfung separatistischer muslimischer Extremisten delegiert Moskau an lokale Machthaber (Beispiel Ramsan Kadyrow in Tschetschenien), mit der Schaffung der neuen Verwaltungseinheit Nordkaukasus will es sich zugleich einen direkteren Zugriff sichern. Die jüngste Anschlagserie im Nordkaukasus offenbart die Schwächen des Konzepts. Die nach außen auftrumpfende Großmacht bleibt im Innern zutiefst verwundbar. (Josef Kirchengast/DER STANDARD, Printausgabe, 20.8.2010)

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11 Postings
Fritz Wunderlich
00
24.8.2010, 12:27

schwierige lage für russland, und es muss die regionalmächte türkei und iran auch im auge behalten

cremeflöte
 
01
21.8.2010, 21:43
strategen

Die einheitliche "Strategie" des Kreml im Kaukasus gibt es nicht. Aber ein Ziel: Gebiets- bzw. Machterweiterung.
Während die Russen im südlichen Kaukasus mit viel Aufwand die separatistischen Kräfte am Leben erhalten, bekämpfen sie sie in den eigenen Grenzen aufs Brutalste.
Das Recht das man den abtrünnigen georgischen Regionen so freimütig zugestehen will, gilt für Tschetschenien oder Dagestan offensichtlich nicht.
Es geht also nur um die Erweiterung der eigenen Einflusssphäre. Mit der Unterstützung von Separatisten werden andren Länder gespalten bzw zerhackt und dem eigenen Machtbereich zugeschlagen. Und was erst mal aufgesogen ist, das wird eisern festgekrallt.

Teufelsbraut, Guter Heinrich und Judenkraut
10
21.8.2010, 12:07
"Es sieht nach einer Strategie aus und ist es wohl auch."

Der erste Satz zeugt nicht gerade von tiefschürfender Analyse, und der Artikel bestätigt leider diesen ersten Eindruck. Etwas wirklich Neues erfährt man hier nicht. Wahrscheinlich hat man nur einen Lückenfüller gebraucht? Zumindest scheint der Autor nicht so recht gewusst zu haben, was er eigentlich schreiben soll.

Adolf Ogi
55
20.8.2010, 02:39
Russland hält uns den Rücken frei

und das ist auch gut so. Die Abchasen wollen eine russische Präsenz, ebenso die Osseten und die Armenier interessanterweise auch, obwohl die mit dem Westen viel besser "vernetzt" sind und durchaus Alternativen hätten. Die jetzige georgische Regierung hat sich zu sehr auf die amerikanische Trumpfkarte verlassen, die aber nicht gestochen hat. Aus Aserbaidschan hört man praktisch nix. Und an den Grenzen der russischen Föderation ist nicht zu rütteln, sonst bricht ein neuer Weltkrieg aus. Was ist also die Fragestellung?

Red Core
00
20.8.2010, 14:29

Sicher mag sein das armenien mit dem westen besser vernetzt ist aba mit russland sind die eher gut zu sprechen als mit den anderen staaten ist schon immer so und das seit ca hundert jahren wen nicht mehr einfach geschichte nachschauen

vento - ora
21
20.8.2010, 08:47

vor wem halten "uns" (wem?) die russen den rücken frei? vor den gefährliche georgiern?

Jene Grüne Straßenkatze
07
20.8.2010, 11:18
...

Das ist ein bisschen so wie mit den Kühen: Wenn wir sie nicht essen würden, äßen sie uns - nur wissen wir es nicht, weil wir sie in Schach halten.

Ernsthaft: Bei aller Verwunderung über die andauernde tendenziöse Berichterstattung gegen Russland (Hallo! Der kalte Krieg ist vorbei!) muss man es natürlich nicht übertreiben. Das letzte Mal, als Russland "uns" den Rücken freigehalten hat, hat Timur Leng noch gelebt.

Joseph EU
01
21.8.2010, 19:47
Oder er war....

Ich kann ihnen ja mal (fast) beipflichten...(ausser bei der tendenziösen Berichterstattung die Sie meinen das es über RU gibt - was ist den tendenziös ??? Die Menschenrechtsverletzungen, über Power vertikal zu berichten ???) - aber der mit den Kühen der ist gut !!!!

Jene Grüne Straßenkatze
10
21.8.2010, 21:54
...

Was ich tendenziös finde, ist, dass Dinge in Russland doppelt so kritisch betrachtet werden wie dieselben Dinge in anderen Ländern. Nicht, dass ich es schlecht finde, wenn Russland kritisiert wird, aber ich würde mir dieselbe Schärfe gegenüber dem Westen wünschen.

Joseph EU
00
22.8.2010, 12:40
sind die Dinge wirklich so eins zu eins vergleichbar....

z.B. Medienmonopol (ausser Italien) ...schüchtert irgendwer seine Nachbarn ein - oder versucht es ein Land wie RU es tut ?? Gibt es im Westen vergleichbare Staatsspitzen die sich derartig gebärden ...bzw. wenn SarkozyBerlusconi so agiert kriegen die auch ihr Fett ab oder ???....oder bei Bush ??? wie wars den da ?? Vielleicht gibts eben wirklich einen Unterschied WIE ein Land regiert wird - und da fällt mir gerade ein z.B. über Korruption speziell in BG und RO wird auch viel berichtet, detto Homophobie im Baltikum und PL, also ganz so einseitig kann die Berichterstattung nicht sein....aber wo werden auch im Westen die Politkowskajas etc gemordet ???

Ahner von Bösem
 
00
20.8.2010, 11:31
Könnte es sein dass es zwischen den Veränderungen bei uns und dem Zusammenbruch der SU einen Zusammenhang gibt?

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