Frauen doppelt betroffen

20. August 2010, 09:43
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Frauen übernehmen mehr Pflege-Verantwortung und werden häufiger selbst zum Pflegefall - Männer trauen familiärer, Frauen professioneller Unterstützung

Köln - Hilfe beim Essen, waschen, in der Nacht nach dem Rechten sehen - die Pflegebedürftigkeit eines nahen Angehörigen ist für die Betroffenen eine große Herausforderung, oft sogar eine Überforderung. Gerade für Frauen ist das Thema von besonderer Relevanz. Im Vergleich zu Männern sind sie meistens in der Rolle der Pflegenden. Dies zeigt eine repräsentative Studie, die vom Versicherer AXA gemeinsam mit dem F.A.Z.-Institut durchgeführt wurde.

So geben 39 Prozent der befragten Frauen an, eine pflegebedürftige Person zu betreuen oder bereits betreut zu haben. Auf der Seite der Männer ist dieser Anteil mit 22 Prozent nur gut halb so groß. Die traditionelle Rollenverteilung mit der Frau als Fürsorgerin existiert damit auch heute noch in vielen Familien. Darüber hinaus sind Frauen auch häufiger selbst auf Pflege angewiesen - sie machen 68 Prozent aller Pflegebedürftigen aus.

Männer vertrauen auf familiäre, Frauen auf professionelle Unterstützung

Die unterschiedliche Erfahrung mit dem Thema Pflege spiegelt sich auch in verschiedenen Bedürfnissen und Sorgen von Männern und Frauen wider. 70 Prozent der befragten Männer gehen davon aus, dass ihre Lebenspartnerin sie im Fall einer Pflegebedürftigkeit unterstützt, während Frauen dies von ihrem Partner nur zu 56 Prozent annehmen. Gleichzeitig haben Frauen häufiger Angst, selbst durch die Pflegetätigkeit zu erkranken (63 Prozent im Vergleich zu 49 Prozent bei den Männern).

Befragungsmethode

Im Januar 2010 hat AXA in Kooperation mit dem F.A.Z.-Institut 1.018 deutschsprachige BürgerInnen ab 18 Jahren, die in Privathaushalten leben, zu ihrer Haltung zum Thema Pflege durch das Marktforschungsinstitut Forsa befragen lassen. Die Befragung ist bevölkerungsrepräsentativ für Deutschland und wurde in computergestützten Telefoninterviews anhand eines strukturierten Fragebogens durchgeführt. Die Ermittlung der interviewten BürgerInnen erfolgte mittels einer mehrstufigen systematischen Zufallsauswahl. (pte)

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    Ein weiteres Ergebnis der Umfrage besagt, dass Betroffene mehr als Geld benötigen - etwa eine gute Infrastruktur.

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