Moskau verlängert Militärpräsenz

19. August 2010, 16:59

Russische Truppen bleiben bis 2044 stationiert – Medwedew besucht Eriwan

Russisches Militär wird auch nach 2020 in Armenien stationiert bleiben. Russlands Präsident Dmitri Medwedew wird bei seinem zweitägigen Besuch in Eriwan, den er am Donnerstag begann, ein entsprechendes Abkommen unterzeichnen. Russland ist seit 1995 vertragliche Schutzmacht von Armenien.

Russland hat sich in den 1990er-Jahren im Krieg um die Region Nagorny-Karabach, auf die sowohl Armenien als auch das Nachbarland Aserbaidschan Anspruch erheben, auf die Seite Armeniens gestellt. Seit 1995 sind in den Städten Gjumri und Eriwan rund 3500 russische Soldaten sowie 74 Panzer, 30 Flugzeuge und Raketenabwehrsysteme des Typs S-300 und S-200 stationiert.

Aserbaidschan droht immer wieder damit, sich Nagorny-Karabach mit Waffengewalt zurückzuholen. Verhandlungen über einen Waffenstillstand sind seit 15 Jahren von wenig Erfolg gekrönt.

Der ursprünglich nach 25 Jahren auslaufende Vertrag wurde nun bis 2044 verlängert. "Armenien und Russland sind militärisch-politische Verbündete", verkündete der armenische Sicherheitsratschef Arthur Bagdassarjan vor dem Besuch Medwedews. Er räumte jedoch ein, dass Russland mit der Stationierung seiner Truppen eigene Interessen verfolge. Russland will seine Stellung in der Kaukasusregion als regionale Supermacht weiter stärken.

In jüngster Zeit war Russland auch bemüht, seine Beziehungen zum rohstoffreichen Aserbaidschan zu stärken. Russland hat mit Aserbaidschan einen Gasliefervertrag geschlossen und soll auch Raketenabwehrsysteme nach Baku verkaufen wollen, was von offizieller Seite allerdings dementiert wird. (Verena Diethelm aus Moskau/DER STANDARD, Printausgabe, 20.8.2010)

Kommentar posten
14 Postings
gemeinsam
92
20.8.2010, 12:13
die antiamerikanische und antisemitische standardforumhetzmeute

hätte schon 500 postings abgesondert wenn die usa irgendwo in der welt einen militärposten erweitert, verlängert oder errichtet hätte. aber so.

Noitulover
12
25.8.2010, 04:26

Gegen einen US-Militärposten an der Grenze zu USA, hätte sicher nicht einmal der "antiamerikanschste" oder "antisemitischste" Hetzer, etwas einzuwenden. Aber so...

tramtatam
25
20.8.2010, 14:07

es reicht doch, wenn kleine, aber so richtig hasserfüllte antirussische standardforumhetzmeute ihre übliche beiträge abgesondert hatte, die balance ist dann wiederhergestellt. auf die masse kommt es nicht an!

Joseph EU
81
20.8.2010, 13:33
kann man..........

wetten drauf...........aber gut, wenigstens bleibt dann Aserbeidschan draussen - und kommt früher oder später
wenn (hoffentlich) notwendige Reformen passieren zumindest zu einer privilegierten Partnerschaft....wenn ich ans Öl und Gas denk wär Vollmitgliedschaft eh besser - und Nabucco rentiert sich dann 100 pro....

Teufelsbraut, Guter Heinrich und Judenkraut
28
20.8.2010, 13:03
Ist uns fad? Fühl ma uns verfolgt?

1. Trau ich mich wetten, dass 80% des Standardpublikums nicht wissen, wo Armenien liegt und vom Kaukasus überhaupt keine Ahnung haben.
2. Würden die USA eine Militärbasis verlängern/errichten/erweitern, würde das entweder totgeschwiegen (am wahrscheinlichsten) oder von mindestestens so vielen euphorisch bejubelt wie von anderen kritisiert.
3. Die vielgeliebte USA hatten von 1904 bis 2004 legal eine Militärbasis in Guantanamo. Das der Vertrag seither ausgelaufen ist und jedwede Rechtmäßigkeit Kuba gegenüber schlicht ignoriert wird, hat in den Foren und der Redaktion auch noch keinen interessiert.
4. Kritik an der Politik der USA oder Israels muss möglich sein. Das hat nichts mit Antisemitismus oder Antiamerikanismus zu tun.

Teufelsbraut, Guter Heinrich und Judenkraut
15
20.8.2010, 11:08

Ich schätze, die Russen werden nacheinander alle ihre Militärbasenverträge bis 2040+ verlängern, aus ihrer Sicht ist das (über)lebensnotwendig.
Gerade ein Land wie Armenien kann einem leid tun: Bettelarm, hat eigentlich zu keinem Nachbarstaat gute Beziehungen und wird zwischen den Interessen verschiedenster Groß- und Regionalmächte zerquetscht.
Es ist schon ein Jammer: So eine schöne Gegend (d. h. der ganze Kaukasus) hat so viele Probleme!

Joseph EU
51
20.8.2010, 13:38
Na bin neugierig....

ob da alle mitspielen ...und ob in 20 Jahren Russen - in welcher Form auch immer (ausser in Gräbern) noch im Kaukasus sind.....ich glaub eher nicht ...was die Sache nicht automatisch besser macht, ausser für Georgien...
aber sehr wahrscheinlich ist...und wie Paul Goble in windowoneurasia so schön bloggt : wenn man 1995 jemand in Moskau gefragt hätte ob es 2005 die SU noch gäbe hätte sich der jemand nur an den Kopf gegriffen - ob der Lächerlichkeit der Frage...frei zitiert....

Ralge
16
20.8.2010, 15:48
Ich möchte ja nicht nörgeln aber lieber Joseph EU ihre Neugier führt sie zu den falschen Propheten!

Offiziell hat sich die UdSSR (Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken) kurz SU genannt, zum 31.12.1991 aufgelöst. Warum sollte sich jemand, wenn man ihn 1995 diesbezüglich (SU Auflösung 2005) in Moskau befragt, am Kopf fassen? Die wussten es zu diesem Zeitpunkt schon mindesten 3 Jahre. Also ist ihr „Paul Goble“ ein komischer Prophet. Man könnte also annehmen die Jahreszahl „1995“ ist falsch, ich glaube aber eher, dass diese Stadt nicht „Moskau“ ist, sondern „Washington“, denn die da wissen, meiner Ansicht, bis heute nicht, dass sich die SU am 31.12. 1991 aufgelöst hat.

m.f.g.

Joseph EU
50
20.8.2010, 16:50
Ich hab mich vertan, es müsste 1985 heissen....aber...

das ist klar das sie dies für Gehässigkeiten nützen...danke

Ralge
03
20.8.2010, 17:52
He’ Joseph EU beruhigen Sie sich, ich wollte nicht gehässig sein und habe ja auch fast nur im Konjunktiv gepostet. Kann ja jeden passieren, dass man sich mal vertippt.

Ich machte mir nur um ihre Orientierung sorgen. Sonst so ein strammer Russen Basher und beim letzten Posten ein Prophet nachbewundert der vergangenes vorhergesagt?

Ich hätte diesem Post nicht geschrieben, wenn Sie geschrieben hätten:
Ich hab mich vertan, es müsste 1985 heißen … Danke
Aber Ihre Annahme ist lächerlich!

So habe ich das Gefühl, wie im Western, dass ich aus meinen Colt den Rauch der tödlichen Kugel blasen muss.

m.f.g.

cremeflöte
 
62
20.8.2010, 13:33
Des Pudels Kern

Wenn das "bemitleidenswerte" Armenien nicht das aserbaidschanische Karabach-Gebiet besetzt hätte, gäb's keine Probleme im südlichen Kaukasus und die drei Länder (Armenien, Aserbaidschan und Georgien) könnten sich zum Wohle aller verbünden.
Und wer profitiert von dem Karabachkonflikt? Richtig, Russland. Wer hat Armenien geholfen, Karabach zu besetzen und zur Festung auszubauen? Richtig, Russland.
Wer unterstützt in seinem gesamten Umfeld immer die trennenden Kräfte , und nicht diejenigen, die für friedliche Vereinigung sind? Richtig, Russland.

Wer zementiert mit seinem Schutzbündnis für Armenien auf Jahrzehnte den Hass zwischen Armeniern und Aserbaidschanern (und übt damit auch starken Druck auf Georgien aus)? Richtig, Russland.

jaen-dos
14
20.8.2010, 17:58
Wieder so ein Experte!!! Armenie, Aserbaidschan und Georgien sollen sich verbunden)))))))))))

Was haben die denn gemeinsames?

Teufelsbraut, Guter Heinrich und Judenkraut
16
20.8.2010, 16:21

Weiter oben hab ich geschrieben, dass die meisten Standardleser vom Kaukasus keine Ahnung haben. Wieder einer mehr. Außerdem hast Du offensichtlich den Inhalt meines Kommentares nicht verstanden.
"Wenn Armenien Karabach nicht besetzt hätte, gäbs keine Probleme", dass ich nicht lache. Weil sich im Kaukasus alle so lieben, nur das böse Russland und sein Hündchen Armenien machen alles kaputt.
Ja bitte, wer denn unterstützt die friedliche Vereinigung? Russland vielleicht nicht, aber wer denn sonst? Die Türkei vielleicht? Der Iran? Die EU? Oder Georgien unter Saakaschwili?
Von nix eine Ahnung, aber Gott sei Dank hamma Russland, da kann man mit billiger Polemik weise und gebildet erscheinen....

cremeflöte
 
50
21.8.2010, 21:25
ignorant?

Schön, dass sich hier einige mal so richtig den Frust von der Leber schreiben können. Stuhlgang der Seele hat man das mal genannt.
Offenbar hat der eine oder andere gar nicht bemerkt, dass es ja schon eine Föderation der drei südkaukasischen Nachbarn gegeben hat, und zwar nach dem Niedergang des Zarenreiches.
Und die Föderation ist auch heuer aktuell. Georgien und Aserbaidschan sind bereits eng verbandelt. Die Tür für Armenien steht offen, allerdings müssten sie die Besetzung Karabachs rückgängig machen. Und hier setzt Russland jetzt den Hebel an und unterstützt (mal wieder) das trennende Element.
Der Sinn einer Föderation ist offensichtlich: Nur gemeinsam kann man einer allzu erdrückenden Hegemonie durch Russland oder anderen entkommen

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