Barfuß im Atomwaffenpark

19. August 2010, 17:01
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    foto: sony

    Nein, das ist kein Staubsauger: Angelina Jolie ist Evelyn Salt, eine Action-Heldin, die sich in der Männerwelt des   Agentenfachs durchaus zu behaupten weiß.

     

     

Angelina Jolie zeigt in Phillip Noyce' Agententhriller "Salt", was ihr Körper alles kann

Wien - In der Welt der internationalen Diplomatie gibt es für alle Initiativen eine einprägsame Abkürzung. Die Strategic Arms Limitation Talks, die Gespräche zur Limitierung strategischer Atomwaffen also, kannte man seinerzeit unter dem Akronym SALT. Jahrelang zählten dabei die Experten einander die Sprengköpfe vor, bis irgendwann Richard Nixon oder Ronald Reagan sich mit Leonid Breschnew an einen Tisch setzten und die Feder zur Unterzeichnung eines Abrüstungsabkommens zückten.

Wenn nun also eine amerikanische Geheimagentin namens Evelyn Salt in einem Actionfilm mit dem Titel "Salt" zwischen die offiziell ja gar nicht mehr vorhandenen Fronten der beiden Supermächte USA und Russland gerät, dann hat dies vielleicht sogar ein wenig Hintersinn. Denn Angelina Jolie ist hier auch so etwas wie eine strategische Waffe, unklar bleibt nur die längste Zeit, von woher sie gesteuert wird.

"Salt" beginnt mit einem Prolog in Nordkorea. Eine spärlich bekleidete Frau liegt in einem finsteren Verlies auf dem Steinboden und wird grausam malträtiert. So werden Spione im Kommunismus behandelt, da kann die aus zahlreichen Wunden blutende Evelyn Salt noch so sehr auf den zivilen Charakter ihrer Geschäftstätigkeit in Nordkorea pochen. Sie wird schließlich bei einem Agentenaustausch wieder in den Westen entlassen, zu Beginn der eigentlichen Geschichte sehen wir sie in Washington wieder, eine Topmitarbeiterin der CIA, die ausgerechnet mit einem deutschen Arachnologen verheiratet ist (August Diehl spielt diesen Mike Krause, ein Stiefkind der Handlung). Eines Tages belastet sie ein russischer Überläufer schwer, und damit beginnt eine wilde Jagd.

Der Slogan zum Film spielt auf alte geheimdienstliche Ungewissheiten und Loyalitätszweifel an: Wer ist Evelyn Salt? Die Antwort ist natürlich: Angelina Jolie, die derzeit größte weibliche Darstellerin im US-Kino, die für einen Actionfilm wie "Salt" infrage kommt. Ob Evelyn Salt also am Ende des Tages eine US-Agentin, eine russische Schläferin, eine amerikanisch deprogrammierte russische Schläferin, eine brillante Killerin, ein Laufwunder, eine Extremkletterin, möglicherweise einfach eine liebende Ehefrau oder doch Prophetin der Apokalypse ist (mit all diesen Möglichkeiten spielt "Salt"), hängt in erster Linie davon ab, was Jolie sich selbst und ihrer "Star-Persona" zumuten will.

An der Oberfläche wirkt "Salt" wie eine Variation vor allem auf die "Bourne"-Filme, in denen auch viel gelaufen wird. In "Salt" konzentriert Noyce die Action in jeder Szene konkret auf den Körper von Angelina Jolie. Ob sie nun gerade von einem fahrenden Lastwagen auf einen überholenden springt, ob sie sich wie eine Spiderwomen eine Hauswand hoch über dem Abgrund von Fenstersims zu Fenstersims entlangtastet (und dabei sogar noch Zeit findet, den Hund in Verwahrung zu geben, den sie andernfalls allein in der Wohnung zurücklassen müsste), wie sie später aus der U-Bahn in eine extrem abgesicherte Kirche eindringt, alles das ist nicht frei von den Anwandlungen von Überkompetenz und Allmacht, die amerikanischen Helden in derlei Situationen zu eignen hat.

Aber Phillip Noyce zerlegt diese Unantastbarkeit meistens in konkrete, plausible Manöver. Das starke Signal zu Beginn, als Salt ihre Stöckelschuhe ausziehen muss und ihre Flucht damit barfuß beginnt, ist das stärkste und beinahe schon einzige Zeichen einer Geschlechterdifferenz, die hier zugleich betont und aufgehoben wird: Angelina Jolie ist (dann eben doch nicht) Harrison Ford aus "The Fugitive". Der US-Kritiker Richard Corliss schrieb von "Feminismo" und traf damit genau den Punkt, an dem ein Superstar zum Sexualobjekt für alle Geschlechter wird.

Wer ist Evelyn Salt? Sie ist eine weibliche Abrüstungsexpertin, sie agiert barfuß im männlichen Heldenfach. Das schon absehbare Sequel kann dann wieder aufrüsten. (Bert Rebhandl / DER STANDARD, Printausgabe, 20.8.2010)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 41
1 2
ÖVP und Banken sind eine Seuche !
00
24.8.2010, 22:37
eine nette geschichte

schöne abwechslung zum orf programm
trotz schweißfüße wurden meine socken nicht steif.

M. ZPunkt
10
20.8.2010, 15:50
Gibts eigentlich einen guten Film mit AJ?

Ich weiss nur, dass sie in irgendeinem Film nackt war und mit Brad Pitt liiert ist. An einen Film wo Sie nicht damit beschaeftigt ist nicht direkt in die Kamera zu blicken kenn ich nicht.

Angelika70
00
25.8.2010, 08:42

Ihr bester Film heißt "Gia". Sie würden überrascht sein.

slaine mcroth
00
24.8.2010, 06:59

"Firefox" war auch okay, da ist sie noch sehr jung und man sieht sie oben ohne, noch ganz Natur...

nachtdenker
 
00
24.8.2010, 09:27

also ich kenn nur einen firefox, den agentenfilm um nen superjet, von & mit clint eastwood.

bist du dir des titels sicher?

maxx 77
00
30.8.2010, 15:18

Der Film hieß "Foxfire", Jolie war süße 20 - und spielte schon damals ein ziemliches Tough Chick.

xrichx
 
13
20.8.2010, 12:43
mensch

die frau war mal so fesch, was is nur aus ihr geworden... gebt ihr doch was zum essen....

meineMeinung
10
20.8.2010, 12:31

wanted war besser.

jus_studentin
00
25.8.2010, 11:59

grauenvolles machwerk

curricula
00
20.8.2010, 10:55
Frage...

Netter Action Film, aber 2 Dinge habe ich nicht verstanden:

1. Wieso lassen die Russen Salt erst auffliegen? Dezente Kontaktaufnahme hätte doch besser funktioniert und die darauf folgende Handlung war nicht von russischer Seite vorherzusehen?

2. Was soll das Finale? Wieso die Verhafterei und Helikopterszene - el Presidente weiss doch, wer ihm eine gedonnert hat?

Hossa! Hossa! Hossa! Olé!!!
01
20.8.2010, 14:29

Versuch einer Erklärung:
1. Die Russen machen damit publik, dass eine CIA-Agentin den russischen Präsidenten ermorden will/wird. Das hetzt Russland nach dem Anschlag gegen die Staaten auf (und es lenkt von dem anderen, noch gefährlicheren Maulwurf ab).
2. Als russ. Terroristin muss sie ja verhaftet werden. Und egal, welche Erklärung sie vor Gericht liefern würde, (Ihre Meinung geändert, alle Bösen getötet, den Anschlag vereitelt) sie würde doch für viele, viele Jahre hinter Gitter wandern.

fuchstritt
12
20.8.2010, 10:13

na des wird wieder a superschmarrn sein

Rene Stangeler
00
20.8.2010, 12:48
Um mir so einen Hollywoodschinken

im Kino anzuschauen sind mir die Tickets zu teuer. Es genügt mir ihn nächstes Jahr auf irgendeinem TV-Kanal zu sehen.

durazell
01
20.8.2010, 09:55
Und das eigene Höschen, mit dem die Überwachungskamera abgedunkelt wird hamma übersehen?

Schwach

nachtdenker
 
53
19.8.2010, 21:04
schaut euch ihre ärmchen an

und dann sagt mir, es ist glaubwürdig, was sie in ihren filmen (mit männern) aufführt lol.

diese ärmchen brechen doch beim kleinsten widerstand.

absurd, eine person mit diesen körpermassen als actionheldin verkaufen zu wollen...

http://www.dailymail.co.uk/tvshowbiz... miere.html

der film kann allein deshalb nur schwachsinn sein.
"wanted" lässt grüssen.

Bertrand
00
20.8.2010, 16:22
Eine Tragödie...

..du regst dich bestimmt darüber auf, dass man die TIE-fighter in Star Wars hört. Schließlich breiten sich Schallwellen im Weltraum nicht aus!

FinalDestinati0n
00
20.8.2010, 15:40

Was, konkret, ist an den "Aermchen" so schlimm?

Ist nicht wirklich zu duenn.

Rene Stangeler
010
20.8.2010, 09:43
Dann schau dir mal den Vorgartenzwerg

Tom Cruise an. Dem Wurschtl haut jeder 10jährige eine aufs Schienbein und er braucht im Anschluss 5 Sitzungen bei Sientology um sein Trauma zu behandeln.

Ist aber irgendwie lieb wenn du glaubst dass die diversen Action Helden ihre Filmabenteuer ohne Tricks und Stuntmänner erledigen.

ps: Es gibt keinen Weihnachtsmann

Joseph Kyselak
00
20.8.2010, 10:41
Genau. Dafür aber das Christkind. ;-)

The incomparably superior human being Harry Fink
00
20.8.2010, 10:27
@ ps > waaaaaaaaaaas?????

Mathias
 
00
20.8.2010, 09:31
tja...

... in der heutigen Zeit zieht auch keine Brigitte Nielson (Red Sonja) mehr ;-)

cst
01
20.8.2010, 08:16
Sehe ich auch so. Aber das Problem ist ein Anderes, ...

... nämlich dass ihre schauspielerischen Qualitäten, die sie bspw. in "Gia" gezeigt hat, nie wieder zum Vorschein kamen mit diesen thematisch drittklassigen Actionfilmen, für die sich die letzten Jahre wiederholt hergibt. Spasseshalber mal sowas zu machen, darf ja durchaus durchgehen, aber in dieser Frequenz ist das einfach schade ums Talent. "Gia" habe ich in meiner Sammlung, was sonst so im TV von ihr läuft, zappe ich meist einfach weg, sofern ich den Fernseher überhaupt noch einschalte. Grundsätzlich finde ich die Frau mit ihren vielen Gesichtern, bildlich gesprochen, aber absolut o.k., sie hat Engagement und Intelligenz. Und für die 99 % der iPoster hier, denen es bezüglich ihres Wesens nur ums Äusserliche geht: für mich viel zu mager.

die Resi-Tant Evil
014
20.8.2010, 03:08

Ach, Sie finden es glaubwürdig(er), falls Äkschnfilm Darsteller Muckis haben, wenn sie von einer Brücke 5 Meter tief auf das Dach eines mit 130 km/h fahrenden LKWs springen und im Sprung mit 1 RPG 3 Fliegen das Auge ausschießen, und was dergleichen eben in Äkschnfilmen so unter der Woche an Alltagsroutinen anfällt?

Pardon, dazu sage ich Ihnen und ich sage es in Ihrer Sprache: wtf lol fail getalife stat.

nachtdenker
 
01
20.8.2010, 15:37

ne finde ich nicht. wie kommst du auf so nen unsinn?

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