Neue US-Missbrauchsklage gegen den Vatikan

    19. August 2010, 15:13
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    Rom soll sich nicht ausreichend um Suspendierung gekümmert haben - Damaliger Verantwortlicher: Joseph Ratzinger

    Washington - In den USA gibt es eine neue Missbrauchsklage gegen den Vatikan: Sieben mutmaßliche Opfer aus der US-Diözese Oakland haben Klage wegen Vertuschung sexuellen Missbrauchs eingereicht. Die Diözese habe sich laut Kathpress nicht ausreichend um die Suspendierung eines Priesters gekümmert und die Eltern nicht rechtzeitig gewarnt, zitierten US-Medien aus den Anklageschriften.

    Der betroffene Priester hatte 1978 nach mehreren Vorfällen beim Vatikan einen Antrag auf Laisierung (Austritt aus dem Priesterstand) gestellt, den seine Vorgesetzten in der Diözese unterstützt hätten, heißt es. In einem Brief erklärte demnach der damalige Kurienpräfekt und heutige Papst Joseph Ratzinger, die Argumente seien zwar "gravierend", trotzdem brauche eine solche Entscheidung mehr Zeit und müsse sorgfältig geprüft werden, wie die US-Presse aus einem Brief Ratzingers zitiert.

    Priester hat vor Laisierung geheiratet

    Der Sprecher der Diözese, Mike Brown, erklärte, in der Diözese seien die jetzigen Anklageschriften der mutmaßlichen Opfer bisher nicht bekannt. Nachdem damals die Anschuldigungen gegen den Priester aufgetaucht seien, habe die Diözesanleitung die nötigen Schritte eingeleitet, um ihn seines Amtes zu entheben. Des weiteren habe man ihm psychologische Beratung angeboten. 

    Den Medienberichten zufolge ordneten die Vorgesetzten des Priesters im Jahr 1981 seine Suspendierung an. Im gleichen Jahr war im Vatikan die Verantwortung für Disziplinarverfahren wegen Missbrauchs an Kardinal Ratzinger übertragen worden. Obwohl der damalige Ortsbischof mehrmals den Vatikan um die Laisierung des Priesters gebeten habe, sei dies bis 1987 nicht erfolgt. Interessant dabei: Der besagte Priester hatte bereits 1982 geheiratet.

    In den USA laufen derzeit zwei weitere Klagen von Missbrauchsopfern gegen den Vatikan. In der Vorwoche wurde im Bundesstaat Kentucky eine Klage gegen Benedikt XVI. und weitere führende Kurienvertreter wegen Vertuschung zurückgezogen. Die Kläger waren am Nachweis gescheitert, dass die US-Bischöfe als Angestellte des Vatikan betrachtet werden könnten und dieser somit eine Mitverantwortung für Missbrauchsfälle in den USA trage. (APA)

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