Procter & Gamble muss für Wella nachzahlen

19. August 2010, 12:57
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Kaufpreis an Minderheitsaktionäre wurde erhöht

Frankfurt - Der US-Konsumgüterhersteller Procter & Gamble muss nach einer Gerichtsentscheidung mehr Geld für die Übernahme des Darmstädter Kosmetikunternehmens Wella bezahlen. Das Landgericht Frankfurt bestätigte am Donnerstag einen Beschluss, mit dem der Kaufpreis an Minderheitsaktionäre deutlich erhöht wurde (Az.: 3-05 O 73/04). Statt je 72,36 Euro muss P&G nun 89,83 je Vorzugsaktie und 89,32 Euro je Stammaktie zahlen. Nach Berechnungen der Klägeranwälte Dreier und Riedel aus Düsseldorf muss der US-Konzern rund 250 Mio. Euro an die etwa 50 früheren Minderheitsaktionäre nachzahlen.

Die Entscheidung, die auch die jährlichen Ausgleichszahlungen hochsetzt, ist aber nicht rechtskräftig. Mit einer Berufung beim Oberlandesgericht wird schon wegen der Höhe der Summe sicher gerechnet. Procter & Gamble hatte im Sommer 2004 einen Beherrschungsvertrag bei Wella durchgesetzt, gegen den sich zahlreiche Minderheitsaktionäre wehrten.

Rechtsanwalt Peter Dreier sieht zudem eine wichtige Weichenstellung für ein paralleles Verfahren bei der selben Kammer gegen die Preisbildung beim nachfolgenden Zwangsausschluss der letzten Kleinaktionäre (Squeeze-Out) aus dem Dezember 2005. Damals hatten die ausgeschlossenen Anteilsinhaber 80,37 Euro pro stimmrechtslose Vorzugsaktie erhalten. Dreier rechnet mit einem gerichtlich festgestellten Preis von über 100 Euro. Das würde erneut eine dreistellige Millionennachzahlung für P&G bedeuten. (APA)

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