Papierindustrie erholt sich allmählich

19. August 2010, 12:18
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Die Nachfrage in den wichtigsten Auslandsmärkten zieht wieder an

Wien - Die krisengebeutelte Papierindustrie hat im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 2,5 Mio. Tonnen um 11 Prozent mehr produziert. Der Umsatz der Branche ist laut Austropapier um knapp 14 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro (1,6 Mrd. Euro) gestiegen. Die Durchschnittserlöse sanken hingegen um knapp 2 Prozent. Damit erholt sich die Branche, die im Gesamtjahr 2009 den stärksten Einbruch in der Nachkriegsgeschichte eingefahren hatte, langsam.

Das Vorkrisenniveau aus 2008 (Produktion von 2,7 Mio. Tonnen und Umsatz von 2 Mrd. Euro in den ersten sechs Monaten) konnte noch nicht wieder erreicht werden, kommentierte Austropapier-Chef Oliver Dworak die aktuellen Zahlen. Der österreichischen Papierindustrie komme zugute, dass der Export wieder stärker anzieht. Im ersten Halbjahr haben die Ausfuhren um 13 Prozent zugenommen, sagte Patrick Mader von der Austropapier zur APA. Im Inland nimmt der Absatz etwas langsamer zu (plus 9 Prozent). Die Branche setze im Inland jedoch ohnehin nur 1/5 der Produkte ab, so Mader.

Die Produktion von Papier konnte um 10,6 Prozent auf 2,2 Mio. Tonnen gesteigert werden. Auf diese Sorte entfiel auch der Löwenanteil der Produktion. Weiters wurden 270.000 und somit um 15,6 Prozent mehr Faltschachtelkartons erzeugt, beziehungsweise mit 8.000 Tonnen um 15 Prozent mehr Pappe.

Inlandsverbrauch steigt

"Wirklich sehr erfreulich ist, dass der Inlandsverbrauch von Papier trotz E-Books und iPads um 16 Prozent gestiegen ist", freut sich Dworak. Dass der Verbrauch stärker gestiegen ist als der heimische Absatz sei darauf zurückzuführen, dass der Import im ersten Halbjahr ebenso um 19 Prozent angezogen habe, sagte Mader. Dabei handle es sich noch um eine vorläufige Zahl.

Die Produktion von Zellstoff und Holzstoff ist von 880.000 im ersten Halbjahr 2009 um 10 Prozent auf 970.000 gestiegen. Zellstoff ist in den 2,5 Mio. Tonnen Gesamtproduktion jedoch nicht enthalten. In die Umsätze fließe jedoch jener Teil der Zellstoffproduktion ein, die in den eigenen Produkten weiterverarbeitet wird (etwa die Hälfte).

Die Branche kämpft seit Mitte des Vorjahres mit hohen Rohstoffpreisen bei Zellstoff, Altpapier und Holz. Die meisten Unternehmen seien in ihren Prognosen für das zweite Halbjahr jedoch "grundsätzlich zuversichtlich". Trotzdem werde das Mengen- und Umsatzniveau des Jahres 2008 "deutlich unterschritten werden", hieß es.

"Der nach der Krise begonnene Wiederaufschwung darf jetzt keinesfalls durch neue Belastungen, wie etwa zusätzliche Energie- oder CO2-Steuern, gefährdet werden", so Dworak. (APA)

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