Sieben Tote bei Anschlag in Provinz Xinjiang

19. August 2010, 18:33
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Mindestens 14 Verletzte - Attentäter Uigure

Peking - Bei einem Sprengstoffanschlag in Aksu in der Unruheregion Xinjiang in Nordwestchina sind am Donnerstag sieben Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 14 wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Ein Mann und eine Frau hätten den Anschlag verübt, berichtete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Die Frau sei dabei ums Leben gekommen.

Der Mann, der der Minderheit der Uiguren angehöre, sei am Tatort festgenommen worden, berichtete die Sprecherin des Außenamtes der uigurischen autonomen Region Xinjiang, Hou Hanmin, telefonisch der Nachrichtenagentur dpa aus der Hauptstadt Ürümqi. Nach amtlicher Darstellung haben sie gemeinsam ein dreirädiges Gefährt in eine Gruppe von Menschen gefahren und Sprengstoff gezündet.

  Ob der Anschlag mit den ethnischen Spannungen zwischen den muslimischen Uiguren und Chinesen zu tun habe, wollte die Sprecherin nicht sagen. "Das wird noch ermittelt." Die Opfer seien zumeist selbst Uiguren und Angehörige anderer Minderheiten gewesen. Fünf starben vor Ort, während zwei im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen erlagen, berichtete Xinhua.

Der Anschlag ereignete sich 50 Meter westlich der Duolang-Brücke auf einer Hauptstraße in einem Außenbezirk. Sicherheitskräfte hätten ihre Präsenz auf den Straßen verstärkt, berichteten Bewohner von Aksu. "Ich habe die Explosion hören können", berichtete eine Chinesin telefonisch der dpa. Die Menschen seien sehr beunruhigt. "Ich habe Angst, dass es noch mehr Explosionen gibt." Der Anschlagsort sei weiträumig abgeriegelt worden. Eine Hotelangestellte berichtete, als Sicherheitsmaßnahmen würden die Taschen von Gästen kontrolliert.

  Möglicherweise aus Angst, die Atmosphäre zwischen beiden Volksgruppen aufzuheizen, erwähnte die Staatsagentur Xinhua nicht, dass der Täter ein Uigure war. Die Stadt Aksu liegt im Süden von Xinjiang. Vor einem Jahr war es in der Region zu blutigen Zusammenstößen gekommen, bei denen mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen waren.

Die turkstämmigen Uiguren fühlen sich von den Chinesen benachteiligt und politisch unterdrückt. Chinas Kommunisten hatten sich die Region, in der einst kurzzeitig ein unabhängiges Ostturkestan existiert hatte, nach der Gründung der Volksrepublik 1949 einverleibt. Peking wirft uigurischen Gruppen heute separatistische Bemühungen und Terrorismus vor. (APA/dpa)

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