Spielerträge steigen

Bwin macht trotz Fußball-WM Millionen-Verlust

19. August 2010, 08:22

Höhere Marketingaufwendungen wegen Start in Frankreich und Fußball-WM

Wien - Der börsenotierte Online-Sportwettenanbieter bwin, der kurz vor einer Fusion mit der britischen PartyGaming steht, hat im zweiten Quartal 2010 trotz Fußball-WM einen Nettoverlust von 2,8 Mio. Euro (Q2 2009: +0,1 Mio.) eingefahren. Grund dafür waren die "intensiven Vorbereitungen und Anlaufkosten" für den Start von Sportwetten und Poker in Frankreich sowie für die Einführung neuer Produkte in Italien, teilte bwin am Donnerstag mit. Analysten der UniCredit hatten mit einem Nettoverlust von 4,6 Mio. Euro gerechnet. Die Brutto-Gaming-Erträge stiegen im zweiten Quartal um ein Drittel. Die WM in Südafrika bescherte dem Unternehmen einen Rekordumsatz bei Sportwetten, das Poker-Geschäft entwickelte sich dagegen schwächer.

Im zweiten Quartal schrieb bwin einen operativen Verlust (EBIT) von 3,0 Mio. Euro (0), das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf 11,0 Mio. Euro nach 15,1 bzw. 9,7 Mio. Euro exklusive Effekten aus DFL-Markenrechten.

Die Netto-Gaming-Erträge stiegen um 29,2 Prozent auf 100,4 Mio. Euro, exklusive des im zweiten Halbjahr 2009 übernommenen italienischen Poker-Anbieters Gioco Digitale waren es 93,1 (77,8) Mio. Euro. Die Brutto-Gaming-Erträge stiegen um 33,7 Prozent auf 127,2 Mio. Euro, ohne Gioco Digitale waren es 113,8 (95,1) Mio. Euro. Der vergleichsweise geringere Anstieg der Netto-Spielerträge im Vergleich zu den Brutto-Erträgen sei im Wesentlichen auf die höheren Wettabgaben im regulierten italienischen und französischen Online-Spielmarkt zurückzuführen, heißt es im Halbjahresbericht. Die Wettabgaben, Casinosteuern, Provisionen und Lizenzgebühren sind um 117,4 Prozent auf 7,8 Mio. Euro gestiegen.

Die Fußball-WM in Südafrika und der Start in Frankreich schlugen sich auch in den Marketingaufwendungen nieder, die sich um 31,2 Prozent auf 34,2 Mio. Euro erhöhten, jedoch im Verhältnis zu den Netto-Gaming-Erträgen mit 34,0 (33,5) Prozent stabil blieben, wie bwin betonte. Im zweiten Quartal 2008, in dem die EURO 2008 stattfand, waren es 42,7 Prozent gewesen. Die Personalaufwendungen erhöhten wegen der um 10,1 Prozent gestiegenen Mitarbeiterzahl auf 1.609 Personen per Ende Juni auf 29,1 Mio. bzw. 27,9 Mio. Euro exklusive aktienbasierter Vergütung.

Halbjahres-Gewinn bricht ein

Im ersten Halbjahr 2010 brach der Nettogewinn von bwin um 22,7 Prozent auf 14,7 Mio. Euro ein, das EBIT um 30,9 Prozent auf 15,1 Mio. Euro. Das bereinigte EBITDA belief sich auf 41,3 Mio. Euro (-19,2 Prozent bzw. +0,9 Prozent exklusive Effekten aus DFL-Markenrechten). Die Netto-Gaming-Erträge stiegen um 16,6 Prozent auf 209,7 Mio. Euro, die Brutto-Spielerträge um 22,4 Prozent auf 260,4 Mio. Euro.

Bei den Sportwetten spielte bwin im zweiten Quartal einen Rekordumsatz von 904 (Q2 2009: 760) Mio. Euro ein, die Brutto-Erträge in diesem Bereich erhöhten sich auf 65 (45) Mio. Euro. Die Sportwetten-Marge wurde mit 7,2 (5,9) Prozent ausgewiesen. Schwächer hat sich hingegen das Pokergeschäft entwickelt, die Konkurrenz aus den USA sowie das verstärkte Kundeninteresse für Fußball führten hier zu einem Rückgang der Brutto-Gaming-Erträge um 14,5 Prozent auf 23,0 Mio. Euro. Inklusive Gioco Digitale gab es eine Steigerung um 21,1 Prozent auf 32,5 Mio. Euro.

Die Zahl der aktiven Kunden erhöhte sich im zweiten Quartal auf 1,381 Mio. nach 1,057 Mio. im Vorjahresquartal, jene der neuen aktiven Kunden auf 360.000 (250.000). Auch gegenüber dem Startquartal 2010 verzeichnete bwin um 8,3 Prozent mehr Aktivkunden. Der Brutto-Spielertrag pro aktivem Kunden stieg um 2,3 Prozent auf 92,2 Euro. Dies sei vor allem auf die gestiegene Sportwetten-Marge zurückzuführen, hieß es.

Für das Gesamtjahr 2010 erwartet bwin eine bereinigte EBITDA-Marge von zumindest 25 Prozent bezogen auf die Netto-Gaming-Erträge. Im zweiten Quartal 2010 betrug die EBITDA-Marge 11,0 Prozent (Q2 2009: 19,4 Prozent).

Merger mit PartyGaming im Zeitplan

Die Umsetzung des Zusammenschlusses mit PartyGaming liege im Zeitplan und solle wie erwartet im ersten Quartal 2011 abgeschlossen werden. Der Kapitalmarktprospekt solle voraussichtlich im November 2010 fertiggestellt sein, die außerordentlichen Hauptversammlungen "kurz nach Jahresbeginn" stattfinden. Durch die Fusion entsteht der weltweit größte börsenotierte Online-Spielanbieter. Nach dem Zusammenschluss wird bwin die Wiener Börse verlassen, das neue Unternehmen wird nämlich seinen Sitz in Gibraltar haben und an der Londoner Börse notieren. Als Verschmelzungsprüfer will bwin die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH mit Sitz in Wien bestellen, PartyGaming die Deloitte Touche Tohmatsu mit Sitz in Gibraltar, teilte bwin mit. (APA)

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25 Postings
Brigitte Volksmeyer
 
00
29.8.2010, 16:21
Komisch

Kurz nach der WM hatte ich eine Pressemitteilung gelesen, über 213.000 Neukunden durch die WM und dennoch ein Millionen Verlust? Irgendetwas machen die verkehrt, ich habe auf http://www.sportwettentipp.com meistens auch Empfehlungen anderer Anbieter, weil die Quoten besser sind. Vielleicht sollte Bwin die Quoten attraktiver gestalten?

seine mama
00
19.8.2010, 16:34

leutln, beruhigts euch! BWIN hat imho noch NIE, genauso wie viele andere Anbieter, in Jahren von Großereignissen einen großen Gewinn gemacht, eher Verlust. Jetzt holen sie sich die Kunden, die jetzt dann gemolken werden!

Michael Bakunin
00
19.8.2010, 13:35

na dann geht die firma eben wieder mal in konkurs.
mir wird sie nicht abgehen.

ricardo loiola
04
19.8.2010, 14:01

wann waren die im konkurs?

clearlake
00
19.8.2010, 16:49
statt konkurs

gibts halt dann die nächste "kapitalerhöhung", das geld wird von idioten eingesammelt die offenbar zuviel davon haben, im grunde das gleiche....

silent_trust
 
00
20.8.2010, 07:05

Wann war die letzte Kapitalserhöhungsaktion? Sprich, wann hat bwin das letzte mal neue Aktien aufgelegt?

clearlake
00
22.8.2010, 19:14
da geben sie BWIN kapitalerhöhung in google ein

und bekommen die antwort, vor 3-4 jahren war das offenbar....und 2002 wars auch soweit...
so ca. alle 3 jahre läuft also der schmäh....alles verstanden??

Ich weiß es auch
00
19.8.2010, 13:30
Uje- und dass NAch der JAmmerei in der letzten Woche

Und genau dieses BWIN Unternehmen wurde neben der Unicredit im Standard ziteiert - weil sie höhere Steuern oder Steueränderungen in Österreich befürchten.

Schlägt da wohl die Angst vor der Abschaffung der Gruppenbesteuerung zu . Alle Gewinne gegen nöch höhere Verluste in Frankreich gegengerechne´t????

Wasmichstört
00
19.8.2010, 11:43
Na, da wird doch...

...nicht dieser brutalo-idiotische Werbegag in die Hose gegangen sein *hämischgrinsen* - sskm!

complex threat
03
19.8.2010, 14:38

sie verwechseln wahrscheinlich
bet at home
mit
bwin

sociovation
00
19.8.2010, 10:43
M.a.W.

Die Einnahmen aus der Deppensteuer waren noch niemals so hoch.

maxauthority
22
19.8.2010, 12:46

Naja, ich seh das anders. Im Prinzip erkauft man sich mit etwas geld Spannung. Fuer andere "Spannungs-Dienstleistungen" wie Kino oder Buecher zahlt man somit auch "Deppensteuer"?

Ich glaube (oder hoffe zumindest), die meisten sind sich bewusst, dass man mit reinem Gluecksspiel (somit mal Poker und Backgammon ausgeschlossen) kein Geld machen kann, aber wenn jemand einen schön spannenden abend hat, und vl. 10 EUR im schnitt damit verliert, wo ist das problem?

thomazz
00
19.8.2010, 16:09

natürlich kann man mit reinem glücksspiel gewinn machen. kommt halt drauf an, auf welcher seite man sitzt.

silent_trust
 
00
20.8.2010, 07:08

Nur das Sportwetten, Poker und Backgammon nichts oder nicht viel mit Glücksspiel zu tun haben.

Spielautomaten, Lotto und Rubbellose dagegen schon.
Oh - Sorry - das sind ja Novomatic und die Casinos Austria. Dass ist natürlich ganz was anderes

Brigitte Volksmeyer
 
00
29.8.2010, 16:24

Volle Zustimmung.

Michael Bakunin
21
19.8.2010, 13:34

das problem ist, dass es eben nicht 10, sondern oft in die tausende euro geht.

Das Kapital ist die wahre Macht
17
19.8.2010, 10:28
Wenn die Firma im Jahr der WM kein Geld verdient,

ist sie unfähig!

Wann soll die Kohle kommen? Wenn Karpfenberg gegen Stockerau im Cup aufeinander treffen?

Rüxnplüxcok
00
19.8.2010, 14:06

Wusste gar nicht, dass die Stahlstadt soviel mit Fischen am Hut hat.

o.u.
00
19.8.2010, 09:15

Spielerträge steigen stark an und der Börsenwert sinkt um 80 Mio. innerhalb von zwei Tagen...wer soll das verstehen :>

GRohnePunkte
00
19.8.2010, 11:47
Ganz einfach!

Sie bekamen vor zwei Monaten einen Bescheid des FA dass sie ab sofort 20% Umsatzsteuer abzuführen haben (abgesehen von der Nachzahlung). Das bedeutet 20% weniger vom Umsatz als vorher von jedem einzelnen Euro.

Paprikahuhn
02
19.8.2010, 09:25

kaufen sie sich bitte nie irgendwelche aktien.

Brigitte Volksmeyer
 
00
29.8.2010, 16:24
Hehe

wohl wahr ;-)

o.u.
20
19.8.2010, 09:50

nein keine sorge, ich bevorzuge zertifikate. aktien sind mir nicht spekulativ genug
wollte die diskussion anregen, normalerweise herrscht ja hier im börseteil tote hose...

Gerhard1967
03
19.8.2010, 09:02
Wozu dann diese Überschrift?

Ist es nicht möglich, die Überschrift esrt gleichzeitig mit dem fertigen Text anzugeben?

Liebe Grüße

Keyser
01
19.8.2010, 09:58

Vielleicht ist das ein Spiel. Erfinden wir den News-Text. Das wäre doch mal etwas. Ich traue manchem hier im Standard Forum ohne weiteres zu, gehaltvollere, witzigere und bessere Nachrichten zu dieser "Meldung folgt" Meldung zu diesem Thema zu verfassen, als das Original jemals ausfallen könnte. ;-)

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