Biosynthese

Run auf Cannabis-Arzneimittel

19. August 2010, 08:20
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    foto: reuters/toby melville

    Dem Chemiker Peter Rausch ist es gelungen THC wasserlöslich zu machen.

Hanf nach wie vor negativ stigmatisiert - Experten kritisieren politisch-juristisches Hickhack um THC

Wien/Dortmund - Einem Dortmunder Forscherteam ist es erstmals gelungen, Tetrahydrocannabinol (THC) - einen der Wirkstoff der Cannabis-Pflanze - mit Biosynthese künstlich und kostengünstig herzustellen. THC ist ein hervorragendes Arzneimittel und wird beispielsweise in der Behandlung von Multipler Sklerose oder bei chronischen Schmerzen verwendet. Das Problem ist jedoch, dass der Anbau von Cannabis in Deutschland und in Österreich durch Gesetze nahezu vollständig eingeschränkt ist.

"Solche Lösungen sind zwar gut, weichen aber vom eigentlichen Problem ab", meint der Mediziner Kurt Blaas, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft "Cannabis als Medizin". Hanf werde von allen Seiten negativ stigmatisiert, erklärt der Arzt. "Selbst Hanfbauern, die Hanföl, Hanfbier oder Hanfmehl herstellen, sind davon betroffen. Und das obwohl die EU den Hanfanbau finanziell fördert.

Billiges Cannabis für Patienten

"Eine rein chemisch-synthetische Herstellung von THC ist teuer", meint Oliver Kayser vom Lehrstuhl Technische Biochemie an der TU-Dortmund. Daher habe er an einer heterologen Biosynthese gearbeitet, die deutlich günstiger sei. Der Biochemiker und sein Team identifizierten hierfür die Gene, die in der Cannabispflanze für die THC-Bildung zuständig sind und isolierten diese. Anschließend verpflanzten sie diese in Mikroorganismen, die entsprechend vermehrt werden können, um dann im Bioreaktor THC zu produzieren. Das Ergebnis ist reines THC als stark isolierter Stoff.

Eine andere sehr kostengünstige Methode der Herstellung von THC ist dem Chemiker Peter Rausch, Inhaber von Nektar-Naturkosmetik, gelungen. "Es war mir möglich eine Methode zu entwickeln, mit der aus Abfällen des Industriehanfes - wie sie bei der landwirtschaftlichen Hanf-Samenöl-Erzeugung anfallen- THC zu gewinnen", so Rausch. Industriehanf-Abfälle enthalten CBD - eine biologische Vorstufe für die THC-Herstellung. "Pro Hektar liegt die Ausbeute bei einem bis zwei Kilogramm reinem THC", so Rausch. "Das wäre eine zusätzliche Einnahmequelle für die Landwirtschaft."

THC wasserlöslich machen

"Ein großes Problem von THC ist, dass es zwar fett-, aber nicht wasserlöslich ist", erklärt Rausch. Für die Nutzung als Arzneimittel bedeutet dies, dass etwa vier Fünftel der Substanz nicht aufgenommen, sondern ohne Wirkung ausgeschieden werden. Rausch ist es mit einer speziellen Methode gelungen, THC vollständig wasserlöslich zu machen. Damit kann man die Dosis und die Kosten für medizinische Anwendungen deutlich senken und zudem das THC intravenös verabreichen. Das ist insbesondere bei Aids-Patienten und Menschen, die sich einer Chemotherapie unterziehen müssen, sinnvoll. "Dort wird THC verabreicht, um den Appetit zu steigern und damit das Immunsystem zu stärken."

"THC wird seit kurzem auch in der Geriatrie angewendet", erklärt Rausch. Einerseits hebt es den Appetit, andererseits wirkt es entspannend und führt zu einem erholsameren Schlaf ohne Einsatz bedenklicher Schlafmittel. Untersuchungen an Kriegsveteranen in Israel und Kroatien haben gezeigt, dass THC zur Aufarbeitung von traumatischen Kriegserlebnissen sehr erfolgreich eingesetzt werden kann." In den meisten Fällen liegt die Tagesdosis bei rund fünf Milligramm. Bei dieser Dosierung sind keine Nebenwirkungen zu erwarten. (pte)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 51
1 2
ewiges leben
00
24.8.2010, 16:10
der staat besteht weil es ein volk ist

und wir gehen uns alle was an nichts ist ohne das andere ein leben viele körper ein heilmittel viele ansichten eine wahrheit eine liebe es geht ums überleben nicht nur körperlich

ewiges leben
00
24.8.2010, 15:56
kopie mit charakter

wer sich sein hirn wegsaufen will, der soll das machen. geht den staat haargenau gar nix an. wer dann im alter zum retardierten pflegefall wird, soll dann aber auch nicht um staatliche hilfe rufen. so einfach ist das.

fertigprodukt
06
21.8.2010, 21:33

legalize it!

fertigprodukt
02
21.8.2010, 21:28

künstlich und kostengünstig? wozu, wenn man es natürlich und so gut wie gratis haben kann?

buln, wollt ihr ewig leben?
30
20.8.2010, 11:45

wer sich sein hirn wegkiffen will, der soll das machen. geht den staat haargenau gar nix an. wer dann im alter zum retardierten pflegefall wird, soll dann aber auch nicht um staatliche hilfe rufen. so einfach ist das.

()
03
21.8.2010, 08:33
wieso sollte er dann nicht um staatliche hilfe rufen?

Im alter werden die meisten Menschen Dement und zu Pflegefällen. Nicht nur die, die ungesund gelebt haben.
Stellen sie sich vor, es gibt Leute die haben Lungenkrebs obwohl sie ihr leben lang nie geraucht haben.
Sollen nur noch die staatlich unterstützt werden die ihr leben lang nix geraucht und nix getrunken haben?

Von mir aus gern, aber dann müssen diese Leute auch von den Sozialversicherungsabgaben befreit werden.

fertigprodukt
01
21.8.2010, 21:29

dann wären wir in der USA..... mir graut.

ewiges leben
04
19.8.2010, 19:06
Ausgrenzung

ich denke weil ichs so erfahren habe das diese Menschen für welche Cannabis so eine Art Lebenseinsstellung ist es täglich zu konsumieren keine Parallelwelt mehr bilden werden man könnte wieder besser miteinander ohne sich fürchten zu müssen bald mal wieder Handschellen zu tragen(ungewollt) den wir tun es so oder anders nur es ist besser für alle endlich die Karten auf den Tisch zu legen und unsere Herzen zu öffnen füreinander

Meine Meinung101
17
19.8.2010, 17:40
Frechheit

Kann mich nur über unsere österreichische Gesetzeslage wundern.

In Österreich kann man HANFSAMEN, HANFSETZLINGE und sogar HANFPFLANZEN (spreche nicht von Industrie-Hanf) LEGAL erwerben und züchten!!! Es ist nur verboten die Planzen in die Blüte zu bringen und THC zu gewinnen.

Diese Pflanzen haben keinen anderen Zweck als konsumiert zu werden!!!

Menschen werden durch diese Gesetze zum Hanfanbau verleitet und für ihr Fehlverhalten auch noch bestraft. Und jede Zeitung freut sich darüber, dass sie wieder einen übertriebenen Horrorbericht über Cannabis schreiben kann!!!

Find Alkohol viel schlimmer als kiffen
(Siehe saturday night fever)

Wäre mal sinnvoll die Gesetzeslage zu verändern. Entweder ALLES verbieten oder LEGALISIEREN.

iohui
027
19.8.2010, 15:16
man kann schon wütend werden

wenn man sieht welchen schaden diese vertrottelte drogenpolitik anrichtet. für nichts und wieder nichts.
nicht einmal schwerstkranken gönnt man eine sehr wirksame, ungemein hilfreiche, nebenwirkungsfreie medizin.
menschenverachtender gehts gar nicht.

fluchtpunkt
12
19.8.2010, 16:48

"Sehr wirksam" würde ich ersetzen durch "ganz gut wirksam", das "nebenwirkungsfrei" streichen, das stimmt nämlich nicht.

fluchtpunkt
10
19.8.2010, 16:47

Die Cannabinoide sind als Arzneimittel erhältlich und verschreibbar. Ist ein bisschen mühsam, aber es geht schon.
Sind eine ganz gute Sache, aber nicht das Allheil- und Wundermittel.

Der Konsum als Freizeitdroge ist aber davon isoliert zu betrachten. Ich verwende die Substanzen gerne (und legal) für meine Patienten, aber für die Freizeituser steige ich sicher nicht auf die Barrikaden.

Von mir aus soll man es legalisieren für alle, von mir aus so lassen wie es ist, das ist für die Patienten, die es brauchen, letztlich irrelevant. Nur die Freizeituser haben halt ein Problem.

Nissia
20
11.9.2010, 08:11
Naturcannabis ja; phramapatentiertes : nein

nach 2 worten habe ich schon erkannt, das hier ein systemmediziner werbung macht: alleine der belehrende ton! Eher noch ein pharmalobbyist.

genau wie beim nikotin, patentiert das pharmakartell eine wunderpflanze ohne nebenwirkungen für sich alleine. Und TÖTET am laufenden band.

mehr ist nicht dahinter.

freizeit user haben "halt ein problem"???

die muß man "therapieren" nicht wahr? Impfen? Sie wissen ja, die Choleraspritze NicVax.

champix und zyban tödliche raucher"entwöhnung":
http://giftfrei.wordpress.com/category/... und-zyban/

choleraspritze gegen raucher: mehrere artikel.
http://raucherbewegung.eu/smokersfo... .php?fid=3

informieren sie sich lieber, bevor sie weiterhin massenmörden...

oder sind sie direkt von Pfizer?

http://www.raucherbewegung.eu/h1n1-vacc... andal.html

Hier werden Sie dinge lesen, die Sie vielleicht etwas ruhiger stellen: der italienische Ex-prohibintionsminister Sirchia sitzt für 3 jahre hinter gitter, und die billanzsitzung des bundesparlaments wegend er H1N1 affäre findet im herbst statt: alles täter sollen sich ganz brav in ihre mauselöcher zurückverkriechen und hoffen dass sie davoon kommen.

lesen sie WORUM das ganze geht (wenn sie ein pharmalobbyist sind, wissen sie es eh, aber sie sollen auch wissen, dass WIR es wissen, und hinter leuten wie Ihnen ). wenn sie ein echter arzt sind, versuchen sie noch leben zu retten. BITTE.

zhang sanfeng
02
20.8.2010, 10:09
"Nur die Freizeituser haben halt ein Problem."

- wenn hunderttausende (dunkelziffer...), die niemandem etwas getan haben kriminalisiert werden
haben wir alle ein problem.

die beiden gruppen (patienten und freizeituser) haben ausserdem eine schnittmenge.
als inhaber einer chronischen, schmerzhaften krankheit mit dementsprechenden psychischen folgen kann man schmerzmittel, stimmungsaufheller, beruhigungsmittel, muskelentspanner, schlafförderer, appetitanreger... gut brauchen.
nennen sie mir das medikament mit diesem wirkungsspektrum und weniger nebenwirkungen.

der gedanke liegt nahe, den gesetzgeber, der krieg gegen kranke führt,
und die pharmaindustrie, die gerne kostspielige umwege geht
zu ignorieren und sich eine zimmerpflanze zuzulegen.

fluchtpunkt
10
21.8.2010, 16:37

Nope, haben wir nicht. Jeder, der Cannabis kauft/raucht, weiß auch, dass das illegal ist und dass das Konsequenzen haben kann. Persönlich bin ich aber nicht gegen eine Legalisierung, ich glaube auch nicht, dass das unsere Gesellschaft ins Unglück stürzen würde. Ist aber eher ein Randproblem in meinen Augen.

Es ärgert mich aber, wenn Freizeitspaß und med. Einsatz vermischt werden und ständig mit moralisierenden Argumenten und den Symptomen Kranker gewachelt wird, um die eigene Gaudi zu fördern.

Wenn ich THC als Medikament gegen Übelkeit verschreibe, ist die schlafanstoßende bzw. psychotrope Wirkung übrigens eine *Nebenwirkung*, die sehr belastend sein kann. Nicht jeder will zugekifft sein. Das nur als Beispiel.

zhang sanfeng
01
24.8.2010, 09:35

wenn hunderttausende "verbrecher", deren opfer man vergeblich sucht für sie ein randproblem sind...

die symptome, mit denen ich ihrer meinung nach "gewachelt" habe sind übrigens meine eigenen.
als gaudi hätte ich chronische schmerzen nicht unbedingt bezeichnet, herr doktor.
und sie sind mir immer noch die antwort schuldig, mit welchem medikament(encocktail) ich die genannten wirkungen mit weniger nebenwirkungen bekommen könnte.

fluchtpunkt
00
24.8.2010, 15:31

ad Cocktail: Können Sie nicht mit weniger Nebenwirkungen, da bin ich ganz bei Ihnen.
Die Frage ist, was Sie wollen. Als alleinige Schmerztherapie ist THC meistens viel zu wenig, aber keine Frage, diese Substanz hat ihren Platz in Schmerztherapie oder Onkologie.

Nissia
20
11.9.2010, 08:13

ach! lassen sie den widerlichen pharmakartellquatsch. BITTE, ein wenig würde; ein wenig ethik.

fluchtpunkt
00
24.8.2010, 15:29

Dass THC Ihnen offenbar gut hilft, finde ich toll. Wie gesagt, ich verwende es bei meinen Patienten auch ganz gern.
Wenn Sie alle diese (teils schwach ausgeprägten) Wirkungen wollen, wunderbar, tolle Substanz.

Was ich oben meinte, richtete sich nicht primär an Sie, sondern an diejenigen Damen und Herren hier im Forum, die bei jedem Cannabisthema lautstark die Legalisierung für Freizeitgenuß fordern, und das leider meistens, indem sie Bedürfnisse chronisch Kranker als Legitimation der eigenen Interessen benutzen.
Bitte fühlen Sie sich durch mich nicht in Ihrer Therapie oder Krankheit kritisiert, das läge mir fern. Ich kenne Sie ja gar nicht.

M L3
00
13.2.2012, 04:32
Ich finde es gut und wichtig, daß Kranke, denen THC hilft, dieses bekommen

Gleichzeitig und völlig unabhängig davon, spreche ich mich für eine Legalisierung als Genußmittel aus. Es ist eben nicht nur Medikament. :-) Die Vermischung dieser beiden Bereiche (Medizin - Genußmittel) in der Argumentation, halte ich nicht für gerechtfertigt oder sinnvoll. Die unterliegen ja auch bei anderen Substanzen ganz unterschiedlichen gesetzlichen Bestimmungen. Die Kriminalisierung und Prohibition hat meiner Meinung nach nicht zum Ziel geführt sondern versagt. Sie schafft viel mehr Schaden, als sie verhindert.

8uddh48r0t
01
23.8.2010, 10:56
Randproblem?

Sie sollten sich mal bewusst machen wie viel Geld damit verdient wird und in welche Kanäle das versickert.
Cannabis ist meines Wissens nach das Umsatzstärkste Gut auf diesem Planeten.

fertigprodukt
01
21.8.2010, 21:36

der punkt ist: hanf ist nicht nur eine gute und billige medizin, hanf wäre perfekt für die produktion von kunststoffen, papier, stoffen, bio-treibstoff, etc. etc.

es war eine US-wirtschaftslobby, die maßgeblich daran beteiligt war, dass hanfanbau in den 1940-ern verboten wurde. die waren interessiert daran, kunststoffe aus öl zu verkaufen. (v.a. die firma dupont)

man sollte sich heute bewusst sein, dass hanf nur deshalb verboten wurde und nicht wegen etwaiger gesundheitsschäden. in zeiten von erdölkatastrophen und müllbergen sollte man endlich wieder umdenken.

peter schmidt
 
03
19.8.2010, 14:48
grundsätzlich fällt die gegenüberstellung von cannabis zu alkohol relativ positiv für cannabis aus.

alkohol - macht manche agressiv , cannabis nur ganz selten
alkohol - hat tödliche dosis - cannabis nein
kosten ungefähr gleich bzw. ist cannabis ist billiger.
auswirkungen auf kriminalität . gar kein vergleich alkohol wesentlich gefährlicher.
geselligkeit: hier sehe ich alkohol insgesamt positiver als cannabis. verdummungsfaktor : etwa gleich. (wobei vielleicht thc konsumenten häufiger den irrtum haben es macht schlau).
positive nebenwirkungen : haben beide auch aber cannabis wirkt bei einigen krankheiten z.b. magenkrebs oder MS halt schon richtig gut.

es gibt also keinen ernsthaften grund es zu verbieten, allerdings kenne ich genügend hardcore kiffer und kiffen macht beileibe nicht schlau und kann manchmal auch ganz schoen unentspannen

Irgendwer von Irgendwo
05
19.8.2010, 17:07
bin da ganz ihrer meinung...

aber wenn ich schlimme alkoholiker mit dauerkiffern vergleiche, finde ich, dass die alkis doch noch um ein ganzes stück blöder werden. zumal dauerkiffer die gesellschaft meist nicht so belasten weil sie ihrer sucht meist heimlich und in kleiner gesellschaft nachkommen. alkis nerven einen beim billa an der kassa, in den öffis, in einem lokal, ... einfach überall.
dauerkiffer haben sicher auch ein problem und man kann mit ihnen nicht viel anfangen. aber genötigt wird man meiner erfahrung nach nur von irgendwelchen alkis. arbeiten tun oft weder die einen noch die anderen. weiss nicht inwiefern da eine gruppe wirtschaftsschädlicher ist als die andere ;-]

Rosenholzer
30
19.8.2010, 14:37

Wenn man Cannabis legalisiert (was ich nach wie vor für eine Einstiegsdroge halte), wird deswegen nicht weniger getrunken werden. Wo liegt also der gesellschaftliche Vorteil? Besser wäre es den Konsum von legalen Drogen einzuschränken (Alkohol, Autofahren - 'Autofahren tötet' - steht eigentlich nirgends)

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