Styrian-Spirit-Kredite höher als gedacht

18. August 2010, 19:43
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Bericht: Ex-Kreditmanager der Bank vor Entlassung

Wien/Klagenfurt - Das umstrittene Kredit-Engagement der Hypo Group Alpe Adria bei der maroden Fluglinie Styrian Spirit war laut einem Bericht der "Wiener Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe) höher als bisher angenommen. Das Kreditvolumen habe nicht nur 2 Mio. Euro ausgemacht, sondern mehr als das Doppelte. Die Hypo habe nämlich nicht nur selbst einen Kredit an die Airline vergeben, sondern auch den im Juni 2005 beschlossenen Einstieg des Landes Kärnten mit 3 Mio. Euro vorfinanziert. Dies bestätigte Reinhard Zechner, Geschäftsführer der damals für die Beteiligung zuständigen Kärnten Tourismus Holding (KTH), der Zeitung.

Zechner sagt, für die Hypo als Hausbank des Landes habe - wegen der sonstigen Vermögenswerte der KTH - kein zusätzliches Risiko bei dem 3-Mio.-Kredit bestanden. In der Bank sei das Engagement offenbar aber gar nicht bekannt, so die Zeitung: Wegen eines fehlenden Kreditakts habe die bis zum Schluss bestehende 2-Mio.-Forderung beim Styrian-Spirit-Konkurs nicht geltend gemacht werden können. Bei dem in U-Haft einsitzenden Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer interessiert sich die Anklagebehörde wie berichtet auch für Kreditvergaben ohne ausreichende Sicherheiten, etwa auch in Sachen Styrian Spirit - es gilt die Unschuldsvermutung.

Indes wird bekannt, dass ein ehemaliger leitender Funktionär der Hypo Alpe Adria, der sich immer noch im aufrechten Dienstverhältnis mit der Bank befindet, nun entlassen werden werden soll, nachdem sich im Zuge der Ermittlungen der CSI Hypo die Verdachtsmomente gegen ihn verdichtet haben. Dies berichtet die "Kleine Zeitung" (Donnerstag). Die geplante Entlassung soll in Verbindung mit Kreditvergaben stehen. In Zusammenhang mit der Entlassung dürften in der Folge auch Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden. Geschädigter sei der Bund als Eigentümer der Bank. (APA)

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