"Piper Bill" 86-jährig gestorben

18. August 2010, 19:46
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Der legendäre Dudelsackspieler motivierte einst die britischen Truppen am "D-Day"

London - Der legendäre schottische Dudelsackspieler "Piper Bill" Millin, der bei der Invasion der Alliierten in der Normandie im Kugelhagel die britischen Truppen motiviert hatte, starb im Alter von 86 Jahren in einem Altersheim im englischen Dawlish an den Folgen eines Schlaganfalls, berichtete die BBC am Mittwoch unter Berufung auf dessen Familie.

"Piper Bill" ist durch Berichte von den Kriegshandlungen am sogenannten D-Day, dem 6. Juni 1944, bekannt geworden. Ohne selbst Waffen zu tragen, ging der damals 21 Jahre alte Dudelsackspieler am Strand entlang und spielte mitten im Feuergefecht für seine Kameraden.

Dudelsackspieler als Motivationsstütze waren bei den schottischen Truppen üblich. Während des Zweiten Weltkriegs waren sie direkt an der Frontlinie jedoch verboten. Millin und sein Brigade Commander Lord Lovat hatten das Verbot ignoriert.

Deutsche Soldaten sollen später gesagt haben, sie hätten nicht auf ihn geschossen, weil sie dachten, er sei "verrückt". Millins Dudelsack hielt freilich nur wenige Tage durch, dann hatte ihn ein Granatsplitter zerrissen. Die Reliquie ist heute im nationalen schottischen Kriegsmuseum zu sehen.

Der in Starbesetzung produzierte D-Day-Film "Der längste Tag" unter anderem mit Richard Burton, Sean Connery, Gert Fröbe und Curd Jürgens, nahm die Begebenheit wieder auf und machte sie einem internationalen Millionenpublikum bekannt. (APA)

 

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    Bill Millin 2001 am Turm von Edinburgh Castle

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