Reportage aus Niš

Billige Ćevapi und billiges Heroin

18. August 2010, 19:01
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    foto: reuters

    Beschlagnahmtes Heroin: Nis liegt auf der Drogenroute zwischen Asien und Westeuropa. In Nis ist das Heroin viel billiger als hierzulande.

Durch den Wirtschaftskollaps ist jeder Vierte in der südserbischen Stadt Niš arbeitslos

"Willkommen in der Stadt der Elektronik", steht auf dem Schild bei der Einfahrt von Nis, das an die alten guten Zeiten erinnert. Irgendjemand hat einen neuen, heute zutreffenderen Gruß auf das Schild geschrieben: "Willkommen im Hungertal".

Vom Hunger bekommt man zunächst nichts zu spüren. Nis ist für seine Gasthäuser mit Grillspezialitäten berühmt. Die Cevapi, Pljeskavica oder Raznjici und Wurst sind schlicht spektakulär. So sind auch die Preise. Eine Portion kostet umgerechnet um die 3,90 Euro, ein Pflaumen- oder Quittenschnaps 0,90 Euro, eine Kaffee 0,60 Euro. Doch die meisten Nis lije können sich auch das nicht leisten. Das Durchschnittseinkommen beträgt 280 Euro. Außerhalb des Stadtkerns stößt man auf Elend, herabgekommene Wohnsiedlungen, verlassene Fabrikhallen.

Mit seiner Elektronik-, Maschinen- und Textilindustrie war die Stadt im Süden Serbiens mit rund 250.000 Einwohnern vor vierzig Jahren ein blühendes Wirtschaftszentrum. Durch die Kriege und das internationale Embargo in den 1990er-Jahren und die misslungene Privatisierung der öffentlichen Betriebe ist die Industrie aber hinter der technologischen Entwicklung zurückgeblieben. In Nis gibt es 40.000 Arbeitslose, jeder Vierte hat keinen Job.

Auch der bekannte Kurort mit dem Thermalwasser ist völlig verfallen. Der einzige große Konzern in Nis ist Philip Morris, der 2003 das einheimische Tabakunternehmen gekauft hat und 1150 Menschen beschäftigt. "Nis ist ein Ebenbild der Depression geworden", sagt die Anwältin Sanja Blagojevic. Die heute Vierzigjährige erinnert sich noch an die Zeiten, als die Stadt für seine Rock-'n'-Roll-Szene bekannt war.

Heute kennt man die Stadt eher aufgrund ihrer Drogenszene. Nis lag schon immer auf der Schmuggelroute zwischen dem Nahen Osten und Europa. Doch so billig und einfach konnte man hier noch nie Drogen kaufen. Ein Gramm Heroin kostet auf der Straße zwischen zehn und zwölf Euro, in Österreich zahlt man für den Stoff zwischen 30 und 45 Euro. Manche Kinder beginnen schon in der Volksschule zu kiffen, einen Joint kriegt man schon für einen Euro.

Dealer und Junkies

"Man weiß genau, wo die Dealer sind", sagt ein Insider. Viele seien selbst Junkies oder Typen, die kleine Mengen schmuggeln, um über die Runden zu kommen. Wenn die Polizei einen verhafte, tauchten zehn neue auf. Mit einem Slogan 'Kommt nach Nis, die Geburtsstadt von Konstantin dem Großen, mit billigem Heroin und Cevapi' könnte man Touristen anlocken, scherzt der Mann und wird dann gleich ernst. Seine zwei Kinder kommen bald ins Schulalter, und er würde alles tun, damit sie nicht in dieser Stadt groß werden. (Andrej Ivanji aus Nis/DER STANDARD, Printausgabe, 19.8.2010)

Kommentar posten
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OttotheBusdriver
31
24.8.2010, 16:27
Die müssen unbedingt in die EU

Dann können deren Politiker endlich unser Geld Lastwagenweise aus Brüssel abholen und in die eigene Tasche stecken.

und damit sie endlich Reisefreiheit erhalten um sich all die schönen Sachen aus unseren Häusern und Wohnungen zu holen die sie so sehr benötigten.

Stani83
01
26.8.2010, 10:15
Sie haben keine AHnung

1. Fahrens mal nach Serbien (oder auch alle anderen Staaten die Ihre vorurteilbehaftete Denkweise ablehnt) und bilden Sie sich vor Ort eine Meinung
2. Hat Serbien bereits die Visafreiheit (INFORMIEREN SIE SICH!)

CortoMaltese
04
22.8.2010, 23:26
und ivanji hat wieder zugeschlagen...

offensichtlich lebt der mensch in dem land das er zutiefst verachtet. bemitleidenswert, und langweilig.

kroate 061
30
20.8.2010, 19:18
Urlaubseindrücke 20.Kolovoz 2010

Sitze vor meiner Terrasse und geniese die Tiefstehende Sonne die jetzt langsam sich ins rötliche verfärbt.Ein wunderschöner Anblick genauso wunderbar die das Fußballspiel gesternabend in Split .Hajduk hat gewonnen. Das Stadion hat gebebt die Stimmung war phantastisch einfach überwältigend.Meine stimme ist noch heiser vom anfeuern.Heutemorgen erst um 05 uhr nach Hause gekommen. Bischen vino bischen pivo und cevapcici ,war einfach klasse.
Videobeweis kommt später noch für meine zweifler.mfg.euer kroate061

p c2
01
23.8.2010, 18:11

und wenn glauben sie interessiert es was sie tun bzw. wo sie sind?

Sindjelic
04
20.8.2010, 08:26
Ich komme aus Nis.....

es ist eine Frechheit und Beleidigung,was dieser Ivanji schreibt.Warum wird dieser Mensch nicht gefeuert??
Nis,sowie die gesamte südserbische Region leiden nach wie vor von der sehr zentralistisch geführten Politik in Belgrad,von der sehr schlechten Privatisierungsbehörde,die komme was wolle,die Unternehmen ohne Bedingungen an Investoren vehöckert,dabei bleiben die Menschen auf der Strecke...in Belgrad oder Novi Sad sind sie da schon vorsichtiger und aufmerksamer..klar Hauptstadt,internationales Flair usw...
Nis als Drogenstadt abzustempeln ist einfach nur billigste Propaganda und unterste Schublade.Ivanji sollte sich schämen.Übrigens,für 3,60 € kriegt man 3 Pljeskavice in Brot mit Beilage und ein Getränk!Auch da lügt er wie gedruckt!!

Der_Klingone
01
23.8.2010, 09:46

Absolut richtig erkannt!

Es ist das zentralistische Belgrad, welches für die Situation in Nis verantwortlich ist *kopfschüttel*

Knochenmann
10
20.8.2010, 05:43

Bei Heroin kann ich einfach nicht Nein sagen!

Christoph D
02
19.8.2010, 17:07
das ist aber eine gaaanz große reportage

man nennt das auch etikettenschwindel...

Vollmeise
 
03
19.8.2010, 15:58

Nichts für Ungut, aber ich finde es furchtbar, dass Herr Ivanji für so einen Schrott sogar bezahlt wird.

Was ist denn das für eine "Reportage"?

lilia_na
00
19.8.2010, 15:24

Und dann wollen alle dass man mit dem Rauchen aufhört :D

david huber
15
19.8.2010, 14:42
ich war..

vor ca. einem jahr in nis. leider muss ich sagen, dass die zustände zum teil einen wirklich traurig stimmten, allerdings scheint mir der artikel doch etwas übertrieben. nicht was die armut betrifft, sondern was kriminalität und drogenhandel betrifft. wir fühlten uns stets sicher, und wurden von den einheimischen stets freundlich (wenn auch etwas distanziert) und zuvorkommend behandelt. wir wurden sehr oft auf getränke eingeladen, auch wenn der spender viel weniger geld hatte als wir (nein wir sind nicht reich). ich denke es liegt auch daran mit welcher erwartungshaltung man in solche länder fährt und wie man der bevölkerung gegenüber tritt. serbien ist ausgeblutet, daran besteht kein zweifel. es ist aber sicher kein 2. transnistrien!!!!!!!!

Stani83
06
19.8.2010, 14:54
Das ist Ivanji, lassen Sie ihn doch

Veniamin Kostitsin-Teterin II
03
19.8.2010, 13:40
von wegen sich nicht leisten können

ich möchte gar nicht behaupten, dass dies unwahr ist ... nur vergleichen wir mal die preise

" Eine Portion kostet umgerechnet um die 3,90 Euro, ein Pflaumen- oder Quittenschnaps 0,90 Euro, eine Kaffee 0,60 Euro. " bei einem durchschnittseinkommen von 280 €

was ist mit österreich? die preise sind um das fünffache höher, in etwa auch durchschnittseinkommen.

soll es heissen, dass die meisten österreicher sich das essen genau so wenig leisten können wie leute in Nis ?

oder ist herr Ivanji vielleicht doch schlagzeilengeil ?

Knochenmann
00
20.8.2010, 05:45

Stimmt nur dann wenn alle anderen Dinge genauso billig sind - und das sind sie meistens nicht.

gennaro
21
19.8.2010, 16:34

Wo trinken Sie einen Schnaps um € 4,50?

Sie Schlingel Sie ;-))

Veniamin Kostitsin-Teterin II
03
19.8.2010, 16:42
wo ?

im Hawelka, Lion Rampant, Molly Darcy's, Loos, Bonbonniere, Rochus, Lutz, Motto oder anderswo. sie entschuldigen, wenn ich nicht zum branntweinladen an irgendeiner ecke gehe.

philidor85
00
20.8.2010, 09:43

in albanischen lokalen kostet ein raki 30 cent ^^

im vergleich dazu ist auch nis teuer

tipp: vergleichen sie die preise mit denen moskaus oder tokios, dann sieht die welt wieder ein bischen rosiger aus

Veniamin Kostitsin-Teterin II
00
20.8.2010, 13:22
in Moskau kann man sehr wohl zu vernünftigen preisen ausgehen

oder auch zu preisen die london billig erscheinen lässt

Tokio ist übrigens auch nicht gerade überteuert.

philidor85
00
20.8.2010, 13:38

in den in-lokalen? ok dann hab ich mich ordentlich geirrt

Veniamin Kostitsin-Teterin II
00
20.8.2010, 13:44
es gibt in-lokale und in-lokale

wenn man unter "in" etwas für jeunesse doree sieht, dann muss man schon manchmal für einen whiskey 100 € zahlen. wenn man hingegen in ein "in" lokal für künstler, musiker und co geht, wird man auch nicht geneppt .

aber Moskau ist ein ziemlich extremes beispiel :-)

Superserbe
43
19.8.2010, 15:24
laut österr. gfk-institut rangiert serbien

europaweit auf platz 30.in sachen kaufkraft, in etwa gleich wie kroatien (aber erst seitdem man montenegro loswurde, also ab 2007 ansehen).

im schdandad liest man aber immer wieder um wieviel reicher die kroaten oder gar (lach) die montenegriner sind.

überhaupt kroatien, dass doppelt so viele schulden hat wie serbien bei der halben bevölkerung serbiens und 8 mio. touristen im jahr (=kunststück).

platz 30. ist euro-durchschnitt, also nix besonderes, außer man beachtet die letzten 20 jahre und alle versuche uns auszuhungern (sanktionen).

dann wird aus durchschnitt doch was gutes bzw. eine gute leistung.

aber natürlich ist noch platz nach oben, kroatien oder ähnliche pseudostaaten dürfen und können nicht maßstab sein.

mfg

jole79
00
23.8.2010, 13:39

kroatenhass ? kroatenphobie ? oder einfach nur komplexe ?

Beamen bei Magnetstürmen
00
19.8.2010, 15:01

Eine portion cevapcici kostet in wien keinesfalls das 5 fache (19,50) sondern das grad mal das doppelte.
Im Menü mit suppe, hauptspeise und dessert bei uns im 2. bezirk um 6,90 zu haben.

Octavian Fenz
01
19.8.2010, 14:34

Preise beim Wirten sind ja auch nicht das Maß aller Dinge.

Viel interessanter sind die Preise für das Wohnen sowie ständige Kosten wie Strom, Wasser, Heizung, Treibstoff, Breitbandinternet, Katzenfutter, usw. usf.

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