Pentagon weist Dialogangebot von Wikileaks zurück

18. August 2010, 18:29
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"Wir sind nicht an Verhandlungen interessiert"

Im Streit um die Veröffentlichung vertraulicher Militärunterlagen über den Einsatz in Afghanistan hat die US-Regierung jede Zusammenarbeit mit der Internetplattform Wikileaks abgelehnt. "Wir sind nicht an Verhandlungen interessiert", sagte ein Pentagon-Sprecher am Mittwoch in Washington.

Er wies damit eine Anfrage von Wikileaks zur Zusammenarbeit bei der Bearbeitung von rund 15.000 weiteren Dokumenten zurück, die die Plattform demnächst im Internet veröffentlichen will. Wikileaks hatte angeboten, sensible sicherheitsrelevante Passagen zu schwärzen - etwa um afghanische Informanten vor Racheakten zu schützen.

"Wir haben keinen direkten Kontakt mit Wikileaks."

Der Pentagon-Sprecher sagte weiter: "Wir haben keinen direkten Kontakt mit Wikileaks." Damit wies das US-Verteidigungsministerium die Angaben einer Wikileaks-Mitarbeiterin zurück, der zufolge die US-Regierung in der Angelegenheit mit der Plattform zusammenarbeiten wolle. Die US-Regierung habe sich willens "zu einem offenen Dialog" gezeigt, sagte die isländische Wikileaks-Mitarbeiterin Kristinn Hrafnsson am Mittwoch in Reykjavik.

Die US-Regierung hat Wikileaks wiederholt vor der Veröffentlichung weiterer Geheimunterlagen gewarnt. Afghanistan-Kommandant David Petraeus warf der Plattform kürzlich "Geheimnisverrat" vor. Die bisher von Wikileaks veröffentlichten Dokumente hätten bereits einige Partner der internationalen Truppen in Afghanistan in Gefahr gebracht. Ende Juli hatte die Plattform bereits zehntausende geheime US-Dokumente ins Internet gestellt. (APA)

 

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