Gemeinsame Geschäfte mit Zagorec

18. August 2010, 17:31
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Die Justiz nimmt sich die umstrittenen Immobiliengeschäfte der Hypo in Kroatien vor. Exvorstand Günter Striedinger bestreitet, an "kriminellen" Machenschaften beteiligt gewesen zu sein

Die Justiz nimmt sich die umstrittenen Immobiliengeschäfte der Hypo in Kroatien vor. Exvorstand Günter Striedinger bestreitet, an "kriminellen" Machenschaften beteiligt gewesen zu sein.

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Klagenfurt - Ex-Hypo-Vorstand Günter Striedinger weist im Zusammenhang mit umstrittenen Immobiliengeschäften in Kroatien "kriminelle" Machenschaften vehement zurück. Tatsache ist, dass die kroatische und österreichische Justiz gegen ihn und seinen in U-Haft befindlichen Ex-vorstandskollegen Wolfgang Kulterer unter anderem auch wegen des Verdachts der "Bildung einer kriminellen Vereinigung" mit dem kroatischen Exgeneral Vladimir Zagorec und des Verdachts der Geldwäsche ermitteln. Kulterer, Striedinger und Josef Kircher wurden wegen Letzterem auch bereits von der Hypo angezeigt.

Auch bei umstrittenen Grundstücksdeals an der Riviera von Brioni sollen Kulterer und Striedinger unter "konkreten kriminellen Bedingungen" an wertvollste Liegenschaften gekommen sein, wie es in kroatischen Ermittlungsunterlagen heißt. "Mein Mandant vertritt den Standpunkt, dass er niemals kriminelle Verbindungen hatte beziehungsweise sich an solchen beteiligt hätte", lässt Striedinger über seinen Anwalt Norbert Wess ausrichten. Somit sei auch die Hypo Alpe Adria Bank nicht mit Günter Striedinger "unter konkreten kriminellen Verbindungen an wertvolle Liegenschaften in Istrien gekommen".

"Wir verfügen über Informationen, dass Vladimir Zagorec über verschiedene Handelsgesellschaften in Kroatien von 2001 bis heute Baugrundstücke erworben hat. Diese Projekte im Wert von 260 Mio. Euro werden von der Hypo Alpe Adria Bank International AG aus Klagenfurt finanziert", heißt es aber schon 2007 in dem kroatischen Rechtshilfeansuchen an Österreich. Dabei werden Projekte in Zagreb, Pula, Rovinj, Dubrovnik und auf der Insel Hvar explizit genannt. Der Vorwurf der Generalstaatsanwaltschaft Zagreb knapp zusammengefasst: Kulterer und Striedinger sollen Waffenschieber Zagorec ermöglicht haben, mit Hypo-Krediten ein Immobilienimperium zu schaffen.

Enge Verflechtungen

Im Fokus steht dabei auch das Flechtwerk aus Liechtenstein-Firmen der Hypo Alpe Adria, insbesondere die Firma Sambuca Establishment. Die wurde von Striedinger gegründet. Beteiligt war auch der Klagenfurter Steuerberater und Striedinger-Schwager Hermann Gabriel. Zagorec soll dorthin laut Recherchen der kroatischen Staatsanwaltschaft Geld überwiesen haben, das er dem kroatischen Staat entwendet hat. Dieses soll als Depositum für die Genehmigungen von Hypo-Krediten, etwa für Grundstücksankäufe gedient haben. Die Hypo-Consultants (HC) Kroatien wiederum soll über ihre Tochter HC Vaduz 20 Prozent an der Zagorec Firma MOLTEH besessen haben. Über die Consultants Holding hielt die Hypo auch bis 2004 an der AB-Maris Anteile, die wiederum am Projekt " Riviera von Brioni" beteiligt war. Hermann Gabriel war bis 2006 auch als Steuerberater für die Hypo tätig und er soll mit seiner (mittlerweile liquidierten) CEE Investholding AG ebenfalls mit Zagorec über eine Pro Loft Immobilienentwicklungs GmbH verbunden gewesen sein. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.8.2010)

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