EU will Rohstoffsteuer

18. August 2010 18:35
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    Foto: rhi

    Minenbetreiber wie hier die RHI sind über die Idee einer Rohstoffsteuer nicht begeistert.

Mit einer Steuer auf den Verbrauch von Rohstoffen - und zwar nachwachsenden ebenso wie fossilen -, Wasser und Metallen prescht die EU-Kommission vor

Um den Rohstoffverbrauch effizienter zu gestalten, erwägt die EU-Kommission eine Steuer auf den Verbrauch von Rohstoffen. "Dies hätte positive Auswirkungen auf die Umwelt und auf die Konkurrenzfähigkeit der Länder", so die Kommission in einer Stellungnahme, die dem Standard vorliegt. Bei den Bergbau- und Stahlfirmen ist man wenig erfreut: Über CO2-Zertifikate seien EU-Firmen gegenüber Unternehmen außerhalb der EU benachteiligt. Außerdem ist die EU bei einigen wichtigen Rohstoffen komplett auf Importe angewiesen.

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Brüssel/Wien - Die von der EU-Kommission angedachte Steuer auf den Verbrauch von Rohstoffen stößt in den betroffenen Branchen auf breite Ablehnung. Es gebe eine Fülle von Problemen bei der Versorgung mit Rohstoffen in der EU, heißt es. Allerdings ließen sich diese Probleme allesamt nicht mit einer neuen Abgabe lösen. Im Gegenteil: Überall dort, wo die EU komplett oder mehrheitlich auf den Import von Rohstoffen angewiesen ist, etwa bei "seltenen Erden", bei denen China ein Monopol hat, wäre die Steuer kontraproduktiv.

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Mittwoch wurde von einem internen Papier der EU-Kommission berichtet, in dem mit einer neuen Rohstoffsteuer Industrie und Haushalte zu einer effizienteren Nutzung bewegt werden sollen. Damit werde der Umwelt gedient, heißt es in dem Papier. Angesichts immer knapper werdender Rohstoffe - und der deshalb auch immer stärker anziehenden Preise - hätte eine solche Steuer positive Auswirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung. Es gebe einen klaren Zusammenhang zwischen effizienter Nutzung von Ressourcen und der Wettbewerbsfähigkeit von Ländern.

Im Fachverband Bergwerke und Stahl der Wirtschaftskammer Österreich sieht man das nicht so. "Wir müssen in diesem Sektor zuerst die Hausaufgaben machen, bevor wir eine neue Steuer einführen", sagt Fachverbands-Geschäftsführer Roman Stifter. Zu befürchten sei, dass die Industriebetriebe, die sowieso bereits CO2-Zertifikate kaufen müssen, eine weitere Steuer aufgehalst bekommen.

Probleme gibt es genug in der Branche: Die Ausbeutung von EU- Vorkommen ist durch viele unterschiedliche Vorgaben überreglementiert. Die Staaten bevorzugen laut Stifter deshalb manchmal Importe, statt eigene Ressourcen abzubauen. Außerdem: Die für Hightech und "grüne Technologien" (erneuerbare Energien, neue Speichertechniken) wichtigen Erze und Mineralien wie die "seltenen Erden" (etwa Yttrium, Promethium oder Neodym) kommen in der EU gar nicht vor. Die Vorkommen von seltenen Erden sind fast vollständig in China gebündelt. Weil dies die Weiterentwicklung der EU-Industrien behindern könnte, wurde bereits ein Krisenstab mit dem Titel "Rohstoffinitiative" gegründet. Er soll sondieren, wie mit völliger Importabhängigkeit umgegangen werden kann.

Kein Recycling

Stifter sieht ein Manko darin, dass bis dato in der EU kein Recycling-System für beispielsweise Handys oder Laptops installiert wurde. "Beim Verbrennen der Handys gehen die Rohstoffe unwiederbringlich verloren", sagt er. Technologisch wäre es aber bereits möglich, auch Stoffe wieder aus Produkten rauszuholen, die nur in Kleinstmengen verwendet wurden.

Die Forcierung einer Rohstoffsteuer wird auch in dem Zusammenhang kritisch gesehen, dass die Kommission kürzlich für sich selbst eigene Steuerhoheit vorgeschlagen hat (der Standard berichtete). EU-Budgetkommissar Janusz Lewandowski hatte letzte Woche als Beispiel für eine solche "Europasteuer" eine Kohlendioxidsteuer genannt oder eine neue Abgabe auf Kraftstoffe. Eine Steuer auf Rohstoffverbrauch würde sich auch dafür eignen, soll aber laut FAZ nicht für das EU-Budget vorgesehen sein. (ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.8.2010)

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wero2
28.08.2010 09:42
URLAUBSGELD...

trotz aller vorbehalte, ist die besteuerung von rohstoffen sinnvoll.
von einer selbstbeschränkung, bzw. hirn einschalten kann ja weder von ottonormalo, noch bei den fabrikanten ausgegangen werden.

Walter Bimini
05.09.2010 20:55
sie tun ja so als ob man rohstoffe steuerfrei bekäme.

die zentrale der eudssr hat einfach immer zu wenig geld für ihren bürokratenhaufen, obwohl nirgendwo die gehälter so hoch sind wie in brüssel bei gleichzeitig minimaler leistung. und man muß sogar noch froh sein, wenn die bürokraten nicht allzu viel tun. denn deren arbeit ist im allgemeinen kontraproduktiv.

Andreeeas
19.08.2010 15:17

Manche Rohstoffe sind ohnehin schon sehr teuer und selten, jedoch sehr wichtig für gewisse (High-Tech-)Produkte.

Da eine Steuer drauf zu schlagen klingt für mich nach einem Geschenk für alle anderen Staaten, die diese Rohstoffe verarbeiten.

ros7
19.08.2010 15:08
diktat

die eu entwickelt sich immer mehr zu einer diktatur. es wird den einzelnen staaten vieles (widerstandslos) aufoktruiert und das volk wird immer ärmer während die "politiker"?? in brüssel es sich mit unseren abgaben gut gehen lassen. ich will "mein" österreich wieder - so wie es vor der eu war.

Walter Bimini
05.09.2010 20:58
seien sie nicht zu bescheiden.

warum nicht ein besseres österreich ohne unsere korrupte parteinenlandschaft, justiz, ....

warum nicht eine echte demokratie statt alle 4 jahre ein kreuzerl auf einem zettel um dann wieder mit wut im bauch zusehen zu müssen wie unsere politische kaste tut was ihr gefällt.

tomatensaft
 
19.08.2010 13:14
Bitte um Info!

Und was wird mit dieser Steuer finanziert? Wird Strom, Gas, Treibstoff dann eh brav billiger, weil die Steuereinnahmen in Form von Förderungen wieder ausgeschüttet werden? Wird angedacht, diese Mehreinnahmen für Investitionen in erneuerbare Energien zu stecken?! Oder ist's nur eine neue Methode an Geld für neue iPads und Hotelbuchungen in der Südsee zu kommen?

stefanowitsch
19.08.2010 20:50
gute Frage.

danke.

Stoppt den ZENSURWAHN der Politiker - JETZT
19.08.2010 13:38
damit wird die 5% gehaltserhöhung der EU-politiker finanziert!

sonst nichts!

tomatensaft
 
19.08.2010 14:34
Asooo...

...na dann hat'es ja eh einen Sinn! :-)

misanthropie
19.08.2010 13:04
"klimaschutz" "sicherheit"

nette argumente, um für "nichts" geld zu verlangen..

ahja,
für "klimaschutz" und für "sicherheit" verlange ich,
mein gehalt weiter zu beziehen, obwohl ich nicht arbeiten gehe!

TrueFalse
19.08.2010 12:15
Wie naiv sind wir eigentlich

Man redet von Umweltschutz, Klimawandel etc und in Wirklichkeit ist es doch nichteinmal eine Hilfe. Ich kaufe CO2 Zertifkate damit ich so und so einen Anteil an Co2 ausstoSen darf. Das einzige was es ist, ist Geldmacherei weil ein Zertifikat hilft der Umwelt auch nicht weiter. Wann werden die Leute sich endlich bisschen weiterbilden und selbst sehen, dass der ganze Co2 schmarrn nur erfunden wurde um von jedem noch ein bisschen mehr aus dem Geldboerselr zu nehmen. Wartets ab, bald wird das Atmen auch kosten, da man ja Co2 ausatmet. Ich hoffe stark auf eine Eiszeit, bin dann gespannt welcher boeser Stoff dafuer verantwortlich gemacht wird. Vielleicht Wasser weil es gefrieren kann, dann sollten wir auch gleich eine Steuer drauf einfuehren

Chris Quast
19.08.2010 13:01

ich kann mich aber auch entscheiden, zb. in technologien zu investieren, die weniger co2-"zertifikate" brauchen. ->"anreiz", dem ohne diesen zusätzlichen preis für co2-enthaltende ressourcen, nur die schlaueren unter der sonne folgen würden.

ich finde schlauzis wie dich, eigentlich nur enorm bemitleidenswert !!!

da kann ich nur sagen,in abwandlung eines liedes, "was hat dich (geistig) bloß so ruiniert".

hauptschuld, gebe ich dem internet und dem umsichgreifenden naturwissenschaftlichen analphabetismus.

in diesem sinne dez. 2012 ist eh alles vorbei, order :-)

Franz Schwingenschrot
19.08.2010 10:35
Im Namen des Klimaschutzes

Mit dem Schlagwort "Klimaschutz" kann man gut Geld verdienen und abzocken. So geschehen mit der Erhöhung der Mineralösteuer vor einigen Jahren. In den Klimaschutz investiert wurde davon kein Cent.

Manchmal entsteht der Eindruck, die Politiker versuchen die Grenzen auszuloten, wie weit sie gehen können.
http://gedaunknsplitta.blog.de

exbmu
 
19.08.2010 10:14
Revolution

Also ich bin echt dafür, dass wir das Volk, Solidarität zeigen und mal Zeitgleich in allen Ländern ein Boykott bzw. eine Revolte organisieren und diesen "Scheiß" nicht mehr bieten zu lassen...

Ich finde dass sich die Eu in Richtung EUdsser entwickelt und eher auf Firmen achtet als auf seinen braven Steuer zahlenden Bürger..l

Deshalb zeigen wir Ihnen was "Sie" ohne uns mal können !

leftjustified
19.08.2010 11:04

Ihre Kritik bei allen Ehren, aber finden Sie es nicht etwas Schwachsinning unter einem Artikel der ein EU Steuervorhaben beschreibt, dass absolut wirtschaftsfeindlich ist, sowas zu posten?

Flosip
19.08.2010 23:47

Leider hat er Recht...

Beispiele: Reisepässe mit Biometrie und RFID, SWIFT, Vorratsdatenspeicherung wären jetzt welche, die mir atok einfallen

system1
19.08.2010 10:05
anstatt endlich die viel zu hohen steuern zu senken

werden immer neue steuern erdacht. die wettbewerbsfähigkeit mit asien u.a. ist sowieso schon atomisiert, was also soll der quatsch. all diese selbst auferlegten ziele wie kioto und der andere unsinn werden uns im wahrsten sinne das genick brechen. und was ist dann? zahlen die bürokraten mir dann meinen lebensunterhalt der mir zusteht? ganz im gegenteil, die EU soll endlich ihre angebliche wirtschaftsmacht einsetzen damit rohstoffe billiger werden. DAS ist deren kernaufgabe, wo bleiben die ergebnisse?

stuffy
19.08.2010 10:03
Europaweite Abzocke

Jetzt reichts!

Welcher EU Bonze braucht jetzt nun den nächsten Fünftwagen!

Diese Brüssler "Nackerbatzel" glauben das Geld der Leute wächst auf den Bäumen!

Diese Steuer bringt weder den Firmen was, bzw. die Endverbraucher werden es bitter bezahlen müssen - und in Brüssel wird das Geld wieder mit beiden Händen zum Fenster hinausgeworfen.

Wieweit geht die Misswirtschaft der EU noch - das einzig Vernünftige wäre aus diesem Verein auszutreten!

Chris Quast
19.08.2010 13:40

jetzt rechts, welcher dümmling, kann da wieder zusammenhänge nicht verstehen.

wenn ich nicht will, dass die leute auf der bundesstraße 140 fahren, kann ich ihnen ins gewissen reden, auf ihre vernunft hoffen, oder es sanktionieren und so ihre vernunft ein bissal anstoßen. genau dass soll diese steuer.

ist ja nicht so, dass mich als nichtraucher, tabaksteuern sonderlich stören :-)

das wort Steuern, besagt ja schon was unter anderem eine hauptaufgabe ist, nämlich verhaltensänderungen hervorrufen.

Mostbluzza
19.08.2010 11:37
interessant wäre

zur untermauerung eine kleine umfrage.

wer ist ihrer meinung und war für den eu beitritt.
also eine enttäuschter optimist. grün

wer war immer immer gegen die eu aus verschiedenen gründen. rot

ps:ich geb das erste grüne.

R. Lexer
20.08.2010 12:01

Rot, allerdings wegen der Fragestellung.

KTHXBYE
19.08.2010 10:01

Man kann es nur immer wieder verlangen: raus aus dieser EU.

hamster151
19.08.2010 09:56
Die EU braucht v.a. eines GELD

Leider wird darüber meist übersehen, daß die EU eigentlich eines noch viel dringender bräuchte: HIRN !

Dude #1
19.08.2010 10:33
Der derzeitige Ressourcenverbrauch...

..ist alles andere als nachhaltig und um einen effizienteren Umgang mit beschränkten Ressourcen zu erreichen, sind nun mal Preissignale erforderlich. Rohstoffsteuern sind ein adäquates Instrument.

Zum Glück gibts die EU, denn auf nationaler Ebene wären viele notwendige, aber unpopuläre Maßnahmen nie durchsetzbar.

Andreas Mittermayer
19.08.2010 13:18
Das kann man so sehen.

.
Und leider ist da viel Wahres d´ran!

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