Waffenverbot wird gelockert: Zivildiener dürfen Polizisten werden

18. August 2010 15:09
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    Foto: apa/pfarrhofer

    Künftig sollen auch Zivildiener zu Polizisten ausbilden lassen dürfen.

Militärische Ausbildung muss davor absolviert werden - Fekter: "Ich kann bei der Polizei auf junge, fähige Männer nicht verzichten"

Nach Monaten der Verhandlungen ist nun in der Regierung doch eine Einigung auf die Zivildienstnovelle gelungen. Damit wird es ehemaligen Zivildienern ermöglicht, unter gewissen Voraussetzungen einen Polizeidienst anzutreten, was bisher wegen des Waffenverbots faktisch ausgeschlossen war. Weiters erhalten sie mehr Urlaubstage zur Jobsuche. Beschlossen wird die Novelle nach Angaben von Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) im Ministerrat kommenden Dienstag.

Der Weg zum Militär steht Zivildienern freilich nicht ohne Hürde offen. Sie müssen eine militärische Basisausbildung absolvieren, um auch den Dienst mit der Schusswaffe bei der Exekutive ausführen zu dürfen. Grund für diese Änderung laut Fekter: "Ich kann bei der Polizei auf junge, fähige Männer nicht verzichten."

Auch Ausnahmeregelung für Schützen

Für Jäger, Sport- und Traditionsschützen bietet das neue Zivildienstgesetz eine Ausnahmeregelung. Sie können das 15-jährige Waffenverbot für Zivis streichen lassen, also kann sich künftig auch ein Zivildiener zum olympischen Sportschützen entwickeln.

Erweitert wird das Angebot an Einrichtungen, die künftig Zivildiener zugewiesen bekommen. Auch Kindergärten werden zum Einsatzgebiet. Das ging bisher nur, wenn in der Einrichtung Kinder mit besonderen Bedürfnissen betreut wurden. Ebenfalls eingesetzt werden die Zivildiener nunmehr in Einrichtungen, die Fremde beraten und die Integration dieser unterstützen. (APA)

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Heavyweather
30.08.2010 11:07

Einführung eines biometrischen Waffensystems wäre mal etwas Inovatives.

solandre
 
27.08.2010 12:13
reaktionäre waffentrottel sind draussen

na endlich!

was hat ein verantwortungsvoller umgang mit einer waffe, mit dem besuch des bundesheeres zu tun? diese frage habe ich mir schon immer gestellt. ich kann mir sogar vorstellen, dass personen, welche sich freiwillig zum sozialdienst gemeldet haben, viel verantwortungsvoller und in humanerer weise von einer waffe gebrauch machen.

DerRoland
27.10.2010 14:29
Ich sehe das ähnlich.

Es gibt zwei Dinge, die ein Polizist erfüllen muss:

1) Soziale Kompetenz. Dazu gehört der respektvolle Umgang mit Menschen sowie Deeskalation (wer schonmal einen Betrunkenen im Rettungsauto sitzen hatte weiß was ich meine).

2) Schutz der Bevölkerung. Dazu gehört das Führen einer Waffe, Nahkampf, etc.

Zivildiener lernen (hoffentlich) das eine, Soldaten das andere. Da der Zivildienst zumindest zu meiner Zeit noch deutlich länger gedauert hat, war der Lerneffekt vielleicht doch ein bisschen höher als beim BH. Außerdem glaube ich, dass das mechanische "verwenden" einer Waffe deutlich leichter zu lernen ist.

NUAZO
27.08.2010 14:47

wie soll man seine waffe human einsetzten. und warum geht man nicht zum bundesheer wenn man zur kiberei gehen will. ist doch fast der selbe blödsinn nur das man bundesheerler zum glück nicht auf zivilisten los lässt.

dasmiez
25.08.2010 08:21

*Sektflasche aufmach* Seit zwei Jahren warte ich darauf, endlich ist es möglich. :) Gott, das ist der schönste Tag seit keine Ahnung wann! :D

Mfg, ein zukünftiger Polizist, der seinen Zivildienst bei einer der Polizeidirektionen in Österreich gemacht hat.

NUAZO
27.08.2010 14:50

na dann viel spaß bei den kapplständern.

Sla|Y|er
 
24.08.2010 08:41
es gibt aber auch andere gründe!

man kann doch nicht alle zivis in einen Topf stecken. bestimmt gibt es zivis die sich, vom "harten" wehrdienst, drücken wollen aber das ist sicher nicht die regel. ich hab mich zum beispiel aus finanziellen gründen für den zivildienst entschieden, da es einfach mehr geld dafür gibt.
Ich bin der meinung, dass allen österreichern/innen die gleiche chance auf eine berufliche ausbildung möglich sein sollte. abgesehen vom polizeidienst, ist der beruf als förster oder berufsjäger auch nicht möglich und was haben die berufe mit waffengelwalt auf menschen zu tun?!
außerdem würde ich als ex zivi mein land im kriegsfall, genauso wie jeder wehrdiehner, mit waffengewalt verteidigen!!
wie kann man das waffenverbot für die jagd streichen lassen?

ich bin's
23.08.2010 23:21
so ein schwachsinn!

ich verweigere meinen dienst für die republik österreich aber polizist möchte ich schon werden? was soll das denn bitte??? entweder alles oder nix. basta.

Craig Christ
30.08.2010 18:06

Es gibt auch Internet- und Wirtschaftskriminalitaet, da brauchst normalerweise keinen erschiessen.

Und wo steht das Alles oder Nix? Kann ich das irgendwo nachlesen?

solandre
 
27.08.2010 12:18

worin besteht die weigerung wenn man zivi ist? punkt eins

und angenommen ein verweigerer (heer und zividi) will polizist werden. warum nicht? das ist ein beruf. und sobald der polizeiberuf als solcher angesehen wird, fallen hoffentlich auch viele andere negative traditionen (obrigkeitshörigkeit einerseits, andauernde beleidigungen andererseits, der andauernde schutz durch die justiz, aufklärung interner korruption, etc ...)

hören sie auf polizisten und den beruf als etwas besonderes darzustellen. das sind normale menschen in einem sehr verantwortungsträchtigen beruf.

Perseus0
 
20.08.2010 12:55
Frau BM Fekter

Nur zur Klarstellung, weil viele "Übeltäter" immer wieder Mitzi zur ehrwürdigen Frau Minister sagen:

http://www.youtube.com/watch?v=n6w8sSrUezM

ich bin's
23.08.2010 23:25
wen interessiert das bitte?

K.ing Leissner
27.08.2010 10:45

Mich auf jeden Fall nicht.

hotzenplotz1001
19.08.2010 20:26
Fekter - mit ihren speziellen analytischen Qualitäten - erhält die Anwartschaft auf den „George W. Bush Österreichs“.

Die 2 können sich die Hand reichen.

tsetsetse
19.08.2010 14:52

Als ehemaliger Zivi möchte ich darauf hinweisen, dass der Begriff "Zivildiener" nicht angebracht ist und auch nicht verwendet werden sollte. Korrekt: "Zivildienstleistender" oder meinetwegen "Zivi". Zivis werden zwar leider von der Öffentlichkeit als Leibeigene wahrgenommen und auch wie solche behandelt, sie als "Diener" zu bezeichnen sollte aber trotzdem nicht drinnen sein.

Der kleine Lord
19.08.2010 12:34
Ein neuer Beitrag zur Sammlung sinnloser österreichischer Gesetzesnovellen

Mich würde ernsthaft interessieren, in wievielen anderen Ländern außer Österreich derart viele Widersprüche in sich wie der vorliegende in Gesetze gegossen werden. Mich beschleicht die Angst, dass wir da einsam an der Spitze liegen.

Michael B
19.08.2010 20:42
Vollkommen richtig! Aber an der großen Zahl der mit Herzblut geschriebenen Postings zu diesem Anti-Thema

kann man gut sehen, daß die Innenministerin damit anscheinend den immer nur ganz leicht schlummernden "Gschicht eana scho recht"-Reflex bestens bedient hat!

Es ist sicher eine Mehrheit der gelernten Österreicher aus Prinzip dafür, daß wir lieber zu wenig Polizisten haben, als daß Männer, die Polizisten werden wollen, NICHT diesen erst vor 10 Jahren als zusätzliche Schikane für Zivildiener eingeführten BLÖDSINN "erleiden" sollen!

Da hilft alles vernünftige Argumentieren nichts!
Einem derart veranlagten Volk ist nicht zu helfen...

more more
25.08.2010 13:50

Ja, manche sind noch immer so reaktionär das sie an so altmodische Dinge wie Prinzipientreu glauben.
Und es daher nicht gut finden das jemand, der sich einfach nur zu Schade war um Wehrdienst zu leisten, so einen verantwortungsvollen Beruf wie Polizist ergreift.
Diese bösen Leute müssen dringend noch einer gründlichen Volkspädagogik unterzogen werden, damit das natürliche Gefühl für Recht und Unrecht endlich ausgeschaltet wird.

Selfdefense
19.08.2010 11:50
Der Waffengriff und die Schießhaltung

der Polizisten auf dem Foto sind jedenfalls noch stark verbesserungsfähig. Wenigstens werden für das Zielen auf die Kamera die roten (nicht schußfähigen) Trainingswaffen benutzt, und der vordere Polizist hat den Abzugsfinger hoch (und nicht nur gestreckt wie der andere).

Kann natürlich sein, dass es ein altes Foto ist...

wolfi332
19.08.2010 12:55
die Schiessausbildung der Polizei ist eine Lachnummer

ich bin mal zufällig Zeuge geworden, als eine Gruppe von rund 10 Polizisten (damals noch Gendarmeristen) am Schießstand zufällig neben mir ihr verpflichtendes jährliches Schiesstraining (abgeben einer vorgeschriebenen Anzahl von Schüssen auf eine Kartonscheibe) absolviert haben.

Kurioserweise waren damals Polizisten dabei, die eine Mannscheibe auf 4 Meter Entfernung verfehlt haben.

Selfdefense
24.08.2010 09:48
Ich kenne etliche Polizisten, die sehr gut schießen.

Die trainieren das aber auch in der Freizeit

Siegl Christian
19.08.2010 13:19
"Kurioserweise waren damals Polizisten dabei, die eine Mannscheibe auf 4 Meter Entfernung verfehlt haben."

Das würde den tragischen Todesfall in Krems erklären.

wolfi332
19.08.2010 14:58
meine damalige Interpretation dieser Wahrnehmung am Schießstand war, dass..

Ich denke, das Grundproblem ist die gleichzeitige Kombination folgender zwei Faktoren:
* schlechte Zielgenauigkeit
* vorschnelle Schussabgabe in "Wildwest-Manier"

Beim zweiten Punkt erinnere ich an den tragischen Fall vor einigen Jahren, als ein psychisch Kranker auf offener Straße durch einen Herzschuss niedergestreckt wurde, weil er eine 0,75L Mineralwasserflasche in seiner Hand hatte.

LL MM
19.08.2010 14:12

Ich glaube, wir sind alle ein wenig von den einschlägigen Krimis verdorben, wo in jeder Folge ordentlich geballert wird.
Die normale Polizeiarbeit spiegelt das ja, wie wir eigentlich wissen (sollten), nicht wieder. Im Normalfall überlegen es sich die Polizisten fünf Mal, ob sie schießen sollen. Ausnahmen sind natürlich Cobra und Co.

Siegl Christian
19.08.2010 14:25

Was hat das mit meinem Beitrag zu tun?

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