Österreich kommen Billigurlauber abhanden

18. August 2010, 15:26
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Die heimische Tourismusbranche ist für die Sommersaison vorsichtig optimistisch - Wien freut sich über einen Rekordmonat

Wien - Insgesamt 1.125.000 Gästenächtigungen wurden heuer im Juli in Wien registriert. Eine Steigerung von 15,6 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres und das bisher stärkste Juli-Ergebnis, jubeln Wiens Touristiker. "Wien ist in der Wirtschaftskrise stark eingebrochen, stärker als der Ferientourismus" relativiert Tourismusberater Manfred Kohl in der Mittags-ZIB die guten Zuwachsraten. Insgesamt ist allerdings in der heimischen Branche wieder Optimismus spürbar.

Leicht steigende Nächtigungszahlen

Nach dem durch schlechtes Wetter verhagelten Start in die Sommersaison erholt sich der heimische Tourismus laut Österreich-Werbung-Chefin Petra Stolba. Im Mai und Juni sind die Nächtigungen leicht um 0,3 Prozent gestiegen. Die Zahlen für Juli liegen noch nicht vor. Stolba sieht auch gute Aussichten für den verbleibenden Sommer. Die Buchungslage sei gut, sagte sie im Ö1-Journal. Was ihr allerdings Sorgen macht: Allzu locker sitzt den Touristen das Börsel derzeit nicht, gespart wird nämlich bei den Nebenausgaben wie Restaurantbesuchen.

Mehr Qualität notwendig

Einmal mehr heißt es heute, die heimischen Hoteliers hätten sich künftig noch mehr ins Zeug zu legen und in Qualität zu investieren, denn die Besucher schätzen Service und hohe Hotelqualität. Die größten Gewinner der Saison sind 4-Sterne-Hotels, Verlierer dagegen Ferienwohnungen und Pensionen. Die Gästeschicht, die Billigurlaub gebucht hat, bevorzugt jetzt Billigreisen in die Türkei. "Man sieht jetzt den Ausleseprozess. Qualität setzt sich durch. In vielen Pensionen fehlt die Qualität, die man heute braucht, um sich am Markt durchzusetzen", warnt Tourismusmann Kohl.

Der starke Dollar macht sich laut Kohl bereits bei den Gästen bemerkbar, macht er doch Europareisen für Amerikaner wieder erschwinglich. Aus den USA und auch aus Ungarn reisen vermehrt Gäste nach Österreich. (rb, derStandard.at, 18.8.2010)

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