Sanieren wird oft teurer als erwartet

18. August 2010, 13:58
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Die Österreicher wollen im Schnitt 40.000 Euro für die Modernisierung ihres Eigenheims ausgeben, tatsächlich werden aber 56.000 Euro investiert

40 Prozent der Österreicher wollen in den nächsten fünf Jahren renovieren oder sanieren. Dies geht aus einer Integral-Studie im Auftrag der s Bausparkasse hervor, die im Wesentlichen bereits im Mai präsentiert wurde.

Detailergebnisse wurden diese Woche nachgereicht. Demnach hat in Wien jeder Dritte (37 Prozent) die Absicht, zu modernisieren, in Niederösterreich ist es sogar jeder Zweite (51 %). In Oberösterreich können sich dagegen vergleichsweise geringe 30 Prozent der Eigenheimbesitzer dafür begeistern. Vor allem Familien bzw. Personen zwischen 40 und 65 Jahren wollen ihre eigenen vier Wände auf Vordermann bringen.

Kosten werden unterschätzt

Weiters verrät die Studie, für die Integral im März/April 1.713 Personen online befragte, dass die Österreicher im Durchschnitt 40.000 Euro für eine anstehende Renovierung oder Sanierung ausgeben wollen. Im Ländervergleich kalkulieren die Salzburger mit 28.000 Euro am sparsamsten. Die Kärntner und Steirer liegen mit 42.000 Euro im Mittelfeld, die Vorarlberger planen mit 75.000 Euro am meisten für die Umbauarbeiten ein.

Allerdings werden diese Kosten oft unterschätzt, denn durchschnittlich gaben jene 45 Prozent der Österreicher, die in den vergangenen fünf Jahren renoviert oder saniert haben, dafür 56.000 Euro aus. Die Vorarlberger investierten tatsächlich rund 43.000 Euro, die Kärntner 47.000 und die Steirer 66.000 Euro. Am billigsten renoviert oder saniert wurde in Salzburg: Die Kosten lagen bei 33.000 Euro und damit um 23.000 Euro weniger als im Österreichschnitt.

Nur 16 Prozent kreditfinanziert

Weitere Studienergebnisse: 65 Prozent des benötigten Kapitals für die Renovierungs- oder Sanierungsarbeiten stammen aus eigenen Ersparnissen, 18 Prozent kommen von der Familie bzw. aus Erbschaften oder Schenkungen. Nur 16 Prozent der Kosten werden mittels Kredit finanziert. Für zwei Drittel der Österreicher stellt das Bauspardarlehen dabei die interessanteste Finanzierungsform dar, gefolgt vom "Wohnkredit in Euro ohne Hypothek" (35 Prozent) und dem "Wohnkredit in Euro mit Hypothek" (23 Prozent), so die Studie.

Wegen des "Sanierungsschecks" stiegen im vergangenen Jahr die Umbauten stark an. "Wir hatten damals einen richtigen Ansturm auf die Bausparkassen, die die Fördereinreichungen abwickelten. Der sogenannte Sanierungscheck war innerhalb von 10 Wochen vergeben. Eine solche Aktion wäre zur Konjunkturankurbelung wieder wünschenswert", sagt Josef Schmidinger, Generaldirektor der s Bausparkasse. 63 Millionen Euro schüttete der Bund dafür aus, neben den Bausparkassen fordern auch Bauwirtschaft und -gewerkschaft vehement eine Wiederaufnahme der Aktion. (map, derStandard.at, 18.8.2010)

  • Durchschnittlich werden nur 16 Prozent der Sanierungskosten kreditfinanziert.
    foto: derstandard.at/putschögl

    Durchschnittlich werden nur 16 Prozent der Sanierungskosten kreditfinanziert.

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