Medienkonzerne noch nicht überzeugt - große Chance für Online-Inhalte
Für Konsumenten klingen die Möglichkeiten von Google TV verlockend. Die im Mai vorgestellte Plattform soll künftig TV und Internet miteinander verschmelzen. Eine Software auf Basis des freien Betriebsystems Android sorgt dafür, das über den Fernseher nicht nur konventionelle Programme über Antenne, Kabel oder Satellit verfügbar sind, sondern auch Videos und Filme von Webseiten und Online-Diensten. Sucht man beispielsweise nach einer bestimmten Serie, fragt Google TV sowohl TV- als auch Online-Quellen ab - all dies in einer homogenen und überschaubaren Form. Der Anwender sollte am besten gar nicht merken, ob er jetzt auf Youtube oder im Kabelkanal ist. Daneben wird Google TV dank Android auch Applikationen, Spiele und Dienste auf die Glotze bringen, die man sonst nur von PC oder Handy kennt.
Mediale Hürden
Im Herbst werden bereits die ersten Geräte mit Google TV auf den Markt kommen. Vorerst exklusiv wird Sony seine Bravia-Fernseher mit dem System ausstatten. Alternativ werden Konsumenten, die keinen neuen Fernseher haben wollen, Google TV über eine Set-top-Box von Logitech nutzen können. Google ersinnt damit den Einstieg in das lukrative Geschäft mit Fernsehwerbung. Mit dem Know-How des führenden Online-Anzeigenverkäufers und einer modernen Plattform, die die interaktiven Möglichkeiten des Webs mit dem Massenmedium Nummer 1 verheiratet, will man sich ein großes Stück vom Milliarden-Markt sichern. So weit so gut, doch noch sei der Kuchen nicht gegessen, zitiert das Wall Street Journal diverse Branchenexperten. Der Grund dafür: Medienunternehmen wie News Corp., Viacom oder Walt Disney zieren sich noch davor, mit ihren Online-Angeboten in die Fernsehzukunft zu springen. Dem Bericht nach befürchten die Konzerne einerseits, dass ihre Internetangebote in der Fülle an Inhalten untergehen. Ein wesentlicher Aspekt sei, dass über das Internet und damit auch über Google TV illegal verbreitete Inhalte konsumiert werden und so legalen Angeboten wie On-Demand-Diensten schaden können.
Geschäftsmodell unklar, aber
Ein weiterer Grund für die Skepsis sei, dass vielen Content-Anbietern das Geschäftsmodell von Google TV noch nicht einleuchte. Hier sei Google gerade bemüht, die Medienriesen zu überzeugen. Laut WSJ sei der Internetkonzern mit allen großen Branchenvertretern im Gespräch. Der Tenor sei, dass die Nutzerbasis von Google TV zuerst einmal wachsen müsse, bevor man auf das Ergebnis schauen könne.
Dass Google TV aber dennoch auch große Hoffnungen im hart umkämpften TV- und Internet-Markt wecken kann, zeigen kleine Unternehmen wie der Online-Videoanbieter Howcast Media Inc., der bereits seine Partnerschaft mit dem Internetgiganten besiegeln konnte. Denn obgleich die Zukunft eines noch nicht gestarteten Dienstes schwer vorhersehbar ist, birgt Googles offener Ansatz, was sowohl die Software als auch den Zugang zu Inhalten betrifft, vor allem große Chancen für Online-Angebote. Bestehende Streaming-Dienste wie AppleTV haben mit ihrem eingeschränkten Angebot und ihren schwer ausbaufähigen Plattformen bislang kaum Erfolge feiern können. Mit Google TV hätte aber jeder Online-Anbieter ein Ticket für einen Platz in der ersten Reihe fußfrei in den Wohnzimmern der User. (zw)
mir ist alles recht, solange die ad blocker funktionieren ... das bezweifle ich bei der streaming schiene allerdings :(
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