Forschungsstipendium für Petra Luschnig

18. August 2010, 12:20
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Pharmakologin an der Uni Graz befasst sich mit der Entstehung von allergischem Asthma

Graz - Die Mechanismen, die allergischen Erkrankungen wie z.B. dem allergischen Asthma zugrunde liegen, will man an der Medizinischen Universität Graz aufklären. Die Pharmakologin Petra Luschnig untersucht die Funktion von Entzündungsstoffen, die an der überschießenden Abwehrreaktion des Immunsystems, die letztlich in Asthma münden kann, beteiligt sind. Für ihre Untersuchungen des Zusammenwirkens von Prostaglandin (PGD2) und eosinophilen Granulozyten sowie ihre Interaktion mit dem Endothel wurde der Forscherin ein L'Oreal-Stipendium zuerkannt. Die von L'Oreal Österreich in Kooperation mit der Österreichischen UNESCO-Kommission und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften vergebenen Stipendien sind mit 15.000 Euro dotiert. Sie werden am 5. Oktober in Wien vergeben.

Allergische Reaktionen werden hauptsächlich symptomatisch behandelt, weil die Ursachen bis jetzt nur unzureichend verstanden werden, so Petra Luschnig vom Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie. Prostaglandin D2 (PGD2) ist einer der Mediatoren, der bei der allergischen Entzündung eine bedeutende Rolle spielt. Es wird von Mastzellen freigesetzt, die durch den Kontakt mit Allergenen aktiviert werden und löst quasi als "Lockstoff" eine Reihe von Reaktionen aus. Eine dieser Reaktionen ist die Einwanderung von speziellen Leukozyten, sogenannten eosinophilen Granulozyten, in die Lunge. "Haben sich eosinophile Granulozyten einmal im Gewebe angesammelt, setzen sie toxische Substanzen aus ihren Granula frei, wodurch Gewebsschädigungen sowie allergische Symptome hervorgerufen werden", so Luschnig. Die Folgen sind massive Schädigungen des Lungenepithels und die Entstehung eines entzündlichen Teufelskreises mit häufig chronischem Verlauf.

Die Auswanderung der Granulozyten ins Gewebe kann allerdings nur dann stattfinden, wenn das Endothel - die innerste Wandschicht von Lymph- und Blutgefäßen - diesen Vorgang aktiv unterstützt, da dieses eine Barriere zwischen Gewebe und Blutzirkulation darstellt. Ziel des Grazer Projektes sei es daher, das Zusammenwirken der Granulozyten mit dem Endothel bzw. deren Beeinflussung durch das Prostanoid PGD2 zu untersuchen. "Durch diese Studie erwarten wir uns, dass sich unser Verständnis für die regulative Rolle von PGD2 bei der Allergie verbessert und wir neue therapeutische Optionen aufzeigen können", so Luschnig. (APA)

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