Wenig Telekom bei der Polizei

18. August 2010, 18:55
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100 Beamte haben gewechselt, 700 sind dienstfrei gestellt - Telekom muss einen weiteren Rückgang beim Umsatz hinnehmen

Wien - Die Telekom Austria (TA), die mit der gerade laufenden Integration der Mobilfunksparte (A1) ab 2014 jährlich 100 Mio. Euro einzusparen hofft, kommt mit der Überstellung nicht mehr benötigter Mitarbeiter in den Polizeidienst nur mühsam voran. Per Ende Juni 2010 waren erst rund 100 Telekom-Mitarbeiter bei der Polizei und gar nur fünf im Justizministerium im Einsatz, gab Telekom-Chef Hannes Ametsreiter bei der Präsentation der Halbjahreszahlen am Mittwoch bekannt.

Bei den Personen handelt es sich um nicht kündbare Beamte, deren Job aufgrund der technischen Weiterentwicklung im Unternehmen weggefallen ist. Anders als die Post zahlt die Telekom bei einem Wechsel keine Prämie. Sie ersetzt nur die Differenz zwischen dem in der Regel schlechteren Salär der Polizei und den Telekom-Gehältern, sodass die wechselbereiten Mitarbeiter finanziell nicht schlechter gestellt werden. Ende Oktober, Anfang November steht eine neuerliche Stellenausschreibung bei der Polizei an, bei der 30 bis 50 Mitarbeiter zum Zug kommen könnten.

Voraussichtlich Ende Oktober wird die Telekom 300 Mio. Euro nach Minsk überweisen und sich so die restlichen 30 Prozent am weißrussischen Mobilfunker Velcom sichern. Das ist der Preis, der vor drei Jahren beim Einstieg der Telekom mit den Inhabern - einer Investorengruppe rund um Martin Schlaf - vereinbart wurde. Dazu kommt noch ein erfolgsabhängiger Anteil, der aufgrund einer Firmenwertberichtigung und des Kurssturzes der lokalen Währung etwas niedriger ausfallen dürfte. Finanzvorstand Hans Tschuden geht jedenfalls davon aus, "dass wir diesen Anteil nicht zu 100 Prozent im Oktober zahlen müssen, sondern erst nach 2010." An der Nettoverschuldung werde sich dadurch nichts ändern.

Im Berichtszeitraum hat die Telekom einen weiteren Rückgang beim Umsatz und beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) hinnehmen müssen (siehe Grafik). Für das Gesamtjahr 2010 ist das Telekom-Management etwas optimistischer gestimmt als noch im Mai und erwartet bei einem Umsatz von 4,7 Mrd. Euro ein Ebitda in Höhe von 1,60 bis 1,65 (Mai-Prognose: 1,60) Milliarden Euro. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.8.2010)

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    Die Schrumpfung beim Festnetz scheint den Höhepunkt erreicht zu haben.

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