Wien-Umfrage

SPÖ hält Absolute, Grüne nur auf Platz vier

17. August 2010, 18:51
  • Artikelbild
    foto: apa/neubauer

    Vor Beginn des eigentlichen Wahlkampfs in Wien kann laut einer Umfrage die Wiener SPÖ ihre Absolute halten.

  • Artikelbild
    vergrößern 481x796
    quelle: der standard

Vor dem Wahlkampf zeigt sich die SPÖ etwa so stark wie vor fünf Jahren, ebenso ÖVP und Grüne - FPÖ noch unter 20 Prozent

Wien - Von der Duellsituation, die FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache seit Jahren heraufzubeschwören versucht, ist knapp zwei Monate vor der Wien-Wahl nicht viel zu spüren: In der Hochrechnung, die das Linzer Market-Institut in der Vorwoche im Auftrag des Standard angestellt hat, kommt die SPÖ auf relativ komfortable 50 Prozent, während die FPÖ mit 19 Prozent zwar fünf Prozentpunkte über ihrem letzten (kurz nach Abspaltung des BZÖ erreichten) Wahlergebnis landet, aber weit hinter ihrem Potenzial zurückbleibt.

Dagegen sagt schon jetzt mehr als ein Drittel der Befragten, dass es für sie eine wesentliche Motivation wäre, den amtierenden Bürgermeister Michael Häupl wiederzuwählen. Die Ergebnisse dieser Frage weisen jedoch darauf hin, dass das Ausländerthema für sechs von zehn Wiener ein wichtiges Wahlmotiv ist - etwa gleich stark wie der Wunsch, ein Zeichen gegen rechte Politik zu setzen.

"Das zeigt, dass nicht nur rechte Wähler Probleme mit Ausländern sehen - und dass in dieser Frage keineswegs nur die FPÖ punkten kann" , sagt Market-Chef Werner Beutelmeyer. Zwar wird allgemein erwartet, dass die FPÖ am Ende deutlich über 20 Prozent liegen wird - aber die derzeitigen Daten würden das nicht hergeben, sagt Beutelmeyer.

Das lokale Ergebnis der letzten Nationalratswahl in Wien (20,4 Prozent) und die Hochrechnung, wie die Wiener derzeit bei einer Nationalratswahl stimmen würden (28 Prozent für die FPÖ, aber nur vergleichsweise schwache 38 Prozent für die SPÖ) zeigen, dass die FPÖ im Lauf des Wahlkampfs noch aufholen könnte.

Derzeit deckt der Häupl-Effekt aber alles zu. Der Standard ließ beispielsweise fragen, wer die politischen Themen vorgibt, über die in Wien gesprochen wird. Da liegt die SPÖ mit 55 Prozent Erstnennungen und drei Prozent weiteren Nennungen unschlagbar vorne, während die ÖVP mit fünf plus 13 Prozent an zweiter, die FPÖ mit sieben plus acht an dritter und die Grünen mit zwei plus fünf an vierter Stelle liegen.

Auffallend: Das BZÖ kommt derzeit in den Wien-Hochrechnungen so wenig vor wie andere Kleinparteien - die Wahlberechtigten nehmen die orange Partei in Wien derzeit kaum wahr. Dabei hat sie einen verhältnismäßig attraktiven Spitzenkandidaten: Walter Sonnleitner käme bei einer Bürgermeister-Direktwahl auf zwei Prozent der Stimmen, immerhin halb so viel wie Christine Marek von der ÖVP. Maria Vassilakou mit fünf und Strache mit sieben Prozent sind derzeit ebenfalls nur Randfiguren.

Die Market-Umfrage zeigt auch eine hohe Zufriedenheit mit der Situation in Wien. 36 Prozent meinen, dass die Bundeshauptstadt besser dasteht als andere Bundesländer, 54 Prozent sagen, es wäre gleich gut und nur vier Prozent nehmen eine schlechtere Situation an.

Ähnlich der Zeitvergleich: 22 Prozent sagen, in Wien lebe man heute besser als vor fünf Jahren, 57 Prozent meinen, es wäre gleich gut und 20 Prozent erleben das Stadtleben als schlechter. Diese Kritiker sind in hohem Maß noch unentschlossen, ob und wen sie wählen sollen. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 18.8.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 963
A_Schläsinger_vu_Brassel
00
23.8.2010, 19:47

Diese Umfrage ist lächerlich.

Alleine die Tatsache, dass Geteile wie LIF, BZÖ, KPÖ nicht einmal aufscheinen, macht deutlich, dass hier einfach irgendwelche Zahlen zusammengewürfelt wurden.

KPÖ: 1 %
BZÖ: 2 bis 3 %
LIF: 2 bis 4 %
andere: 1 %

imanitram
 
01
21.8.2010, 10:22

Schade, dass die Grünen durch KarrerieristInnen zu einer Schickimickipartei verkommen sind.
Basiswappler gegen tiefstbürgerliche FunktinärInnenbonzInnen. Glawischnig, Vassilakou, Chorherr.... schauderhaft.

nbergmann
00
na die karrieristen sind ja jetzt weg

ein guter anfang :)

Michael Bakunin
00
10.9.2010, 22:10

sind sie eben nicht, wieso denn?

freeye
00
20.8.2010, 11:44
Maßnahmen

schreibt man mit eszet.

Harry Y.
 
00
20.8.2010, 11:26
Die Meinungsforschung ist eine einzige Agonie. Warum

fragt man die Wiener nicht, ob es nicht auch "Probleme gibt" mit bestimmten Gruppen von Inländern?
Warum fragt man sie nicht, welche Probleme es mit Ausländern gibt;
wieviele Ausländer das sind von allen, auf die sie treffen, in Prozent;
warum nicht, ob es Probleme gibt, oder ob sie, subjektiv, Probleme empfinden?
Und warum nicht, ob "die Ausländer" Probleme machen, oder ob sie selbst nicht Probleme haben, die die "Probleme, die es mit Ausländern gibt", transzendieren? (Beides.)

Wie wäre es denn mit einer Frage zur Jobzufriedenheit? Allgemeiner: "Empfinden Sie Ihr Leben als schwer erträglich?"

Damit, gezielt die Ausprägung von Vorurteilen zu untersuchen?

Mit solchen Fragen trägt das Institut nur selbst zur Fremdenfeindlichkeit bei.

echtzeit2
00
19.8.2010, 14:16
Die Grünen könnten mitunter am Wahlabend äusserst zufrieden sein, wenn sie den vierten Platz gerade noch schaffen. Nicht zuletzt wegen ihrer desaströsen Performance innerhalb der letzten beiden Jahre ...

.

So sieht es aus, wenn die Basis überwiegend nur noch aus bezahlten FunktionärInnen besteht

Gerhard Polak
00
19.8.2010, 12:13
Ah so

aus blau sickert 47,15,29,9

Walter J. Ferstl
00
19.8.2010, 11:49
Am 18. Oktober (oder so)

... wissen wir dann mehr - so spät u.a. dank der höchst bedenklichen Briefwahlregelung:

"Wie bereits bei der Volksbefragung gilt auch bei der Landtagswahl eine achttägige Frist nach der Wahl, innerhalb derer die Wahlkarte einlangen kann."
http://derstandard.at/1281829398565/

Dass eine Wahlkarte noch vor der Wahl abgeschickt werden muss, ist offensichtlich nicht erforderlich.

Merkutio
01
19.8.2010, 11:48
NUR EINE UMFRAGE GILT WIRKLICH: DIE AM 10. OKTOBER

vormariniertes Grillfleisch
 
12
19.8.2010, 10:50
Umfrage?

Eher rotgrünes Wunschdenken. Das wr ein böses Erwachen geben...

galiontariaho
22
19.8.2010, 13:14
da haben sie wohl recht..

so wirds leider nicht ausgehen,a uch wenn natürlich die spö bürgermeisterpartei bleibt, aber es wird ausreichend menschen geben, die auf die fpö reinfallen.

was natürlich a) schlecht für wien und b) schlecht für österreich ist. aber dass ein gewisser grad an menschen existiert, der d*mm genug ist auf die rattenfänger der rechtse*tremen populisten reinzufallen, das haben wir ja schon mehrmals miterlebt.

also, wie schneidet wien beim kommenden intelligenztest ab? wie sie habe ich auch die erwartung, dass die partei für d*mmies namens fpö stärker gewinnen wird als in den umfragen prognistiziert...

d*mmheit hat keine grenzen, das hat man ja heute wieder lesen können, stichwort "strache nennt spö islamisten-partei". jepp. grenzenlos *g*

Marlon62
00
19.8.2010, 10:28
Traue keinem Umfrageergebnis,

das du nicht selbst gefälscht hast.

Bürgermeister Häupl
11
18.8.2010, 19:50
diese FPOe-Vampire

hab'n an Gusto auf Wiener Blut,
mit de roten Elexiere
woll'n sie fuadern ihre Brut.

Fest die Tur'n zu, schlieszts die Fenster,
denn die hab'n nur eins im Sinn:
diese blau/braunen Gespenster
woll'n auszutzeln unser Wien!

BMH

Träume sind Schäume.
22
18.8.2010, 19:49
Wie kann eine Partei mit 44% die Absolute erhalten?

Wien wäre eigentlich wie eine Bannanenruplik einzustufen.

Zwar ist es logisch unmöglich die Protzentzahl einer Partei böllig mit dem Bürgermeisteramt zu verbinden.
Da letztendlich Rathausmitlieder gewählt werden und verschieden Bezirken verschiedene Gewichtung zufällt.

44% ist aber schon zu krass um als Absolute zu gelten ;)

Heiner Müller
10
19.8.2010, 09:30
Wenn die FPÖ 44% erhielte

würdest du für den Strache das Bürgermeisteramt auf Lebenszeit fordern.

Stifter
00
19.8.2010, 08:50

Die Umfrage spricht aber von 50 Prozent!

StVO2
20
19.8.2010, 01:30
Bitte nach Großbritannien schauen

Aktive Arbeitslose
22
18.8.2010, 22:18

Die SPÖ hat sich ihr Wahlrecht schon nach den eigenen Bedürfnissen zurechtgebogen, damit sie auch unter 50% die Merheit der Mandate erhält. Die Hürden für neue Parteien sind auch enorm: Pro Wahlkreis (zumeist ein Bezirk) müssen 100 Unterstützungserklärungen gesammelt werden, die am Bezirksamt vor dem Beanten unterschrieben und bestätigt werden müssen.

Übrigens: Die stärkste Fraktion waren letztens die Nichtwähler mit 40%, die SPÖ hält also mit nur 30% die volle Macht und kann somit auf unsere Kosten ihre Freunderl nach Lust und Laune bedienen.

galiontariaho
01
19.8.2010, 13:14
nichtwähler sind keine fraktion..

nichtwähler nehmen sich von der entscheidung.

StVO2
20
19.8.2010, 01:31
Stmmt, nur die anderen Parteien haben noch weniger Wähler

bettina bein
02
19.8.2010, 06:44

Die Begriffe "Verhältniswahlrecht" und "Mehrheitswahlrecht" sind dir irgendwie bekannt?

StVO2
00
19.8.2010, 11:14
Sind mir bekannt,

nur unser Wahrecht ist nun einmal kein reines Verhältniswahlrecht, wenngleich es weitgehend ein Verhältniswahlrecht ist, und über die Zweckmäßigkeit eines Verhöltniswahlrechts kann man durchaus streite, wie die sinnlosen Reiberein in einer Koalition täglich beweisen.

1116er
24
18.8.2010, 19:00
Zwar wird allgemein erwartet, dass die FPÖ am Ende deutlich über 20 Prozent liegen wird

wie setzt sich das zusammen?

5 % alt- und jungnazis
5 % in discos von strache begrapschte

und der rest?
mehr als 10 % gehirnamputierte? halte ich dann doch für übertrieben!

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 963

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.