Klage gegen Republik

17. August 2010, 20:40
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Anlegeranwälte orten schwere Versäumnisse der staatlichen Aufsicht und fordern Schadensersatz

Wien - Die Causa AwW ist um eine Facette reicher. Ein Anleger fordert 32.000 Euro Schadenersatz - und zwar von der Republik Österreich. Sie soll für den erlittenen Schaden gerade stehen, weil die Bundeswertpapieraufsicht (BWA) trotz der ihr nicht nachvollziehbaren Kursbildung bei den Papieren von AvW nicht eingegriffen hat. Außerdem habe die BWA einen Sicherheitsfonds in Form eines Sondervermögens der AvW Invest AG akzeptiert, obwohl das Sondervermögen nicht in dem Jahresabschluss einbezogen wurde und ein derartiges Sondervermögen aktienrechtlich nicht bestehen kann, wie es in einer Aussendung der Rechtsanwaltskanzlei Pascher & Schostal heißt, die den Kläger vertritt. Auch die Finanzmarktaufsicht FMA wird angeprangert. Sie sei 1,5 Jahre untätig geblieben, bis sie das "konzessionslose Treiben der AvW Invest AG untersagte", heißt es in der Aussendung.

Erst der Anfang

Anwalt Michael Wirrer von Pascher & Schostal (die Kanzlei vertritt 400 AvW-Geschädigte) beruft sich auf ein Dossier von Gutachter Fritz Kleiner und ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofes, in dem bestätigt wird, dass die AvW Invest von Mai 2004 bis Dezember 2005 mit Wertpapieren gehandelt hat, ohne dafür die erforderliche Konzession zu haben. Wirrer geht davon aus, dass weitere Anleger dem Beispiel folgen und in Kürze mehrere Klagen gegen die Republik eingebracht werden. (bpf/DER STANDARD, Printausgabe, 18.8.2010)

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