Koalition streitet über Subventionskürzungen

17. August 2010, 14:32
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    foto: apa/techt

    Bürgermeister Häupl ist skeptisch bei der Vermögenssteuer, kann sich eine Finanztransaktionssteuer aber vorstellen.

ÖVP gegen SPÖ-Sparvorstoß bei Wirtschafts- und Agrarförderungen - Pröll kritisiert SPÖ-Einzelvorschläge für das Budget 2011

Eine Milliarde Euro Sparpotenzial ortet das Wirtschaftsforschungsinstitut bei den Subventionen pro Jahr in Österreich. Wo genau gespart werden soll, spaltet die Koalition: Die SPÖ will bei Förderungen für Großbauern und Unternehmen sparen. Die ÖVP bremst und warnt davor, die Leistungsträger zu verunsichern. Einzelne Kürzungen könnte es aber doch geben, meint auch die ÖVP

Nach Staatssekretär Andreas Schieder (SPÖ) und SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günter Kräuter schließt sich auch Bundeskanzler Faymann den Forderungen an. Zumindest einen Teil der Summe will die SPÖ hier einsparen. Faymann hofft auf Unterstützung der Bevölkerung. "Die Leute verstehen schon, wenn man hinterfragt, ob auch die Richtigen die Förderungen bekommen und nicht sagt, "das war schon immer so", sagte der Kanzler im Ö1-Mittagsjournal. 

ÖVP sieht Gefährdung des Mittelstands

Generalsekretär Kaltenegger zeigt sich wenig erfreut über den Vorschlag. Subventionen seien gut, "weil sie dem Mittelstand helfen, unternehmerischen Geist stützen und Arbeit schaffen". Eine gewisse Gesprächsbereitschaft der ÖVP ist dennoch vorhanden und Kürzungen bei den Subventionen sind nicht völlig ausgeschlossen: "Bei Doppelgleisigkeiten oder unberechtigten Zuwendungen könne man über Kürzungen reden", so Kaltenegger. Die Klassenkämpferischen Töne der SPÖ seien unangebracht.

Pröll kritisiert ständige Einzelvorschläge der SPÖ

Vizekanzler Pröll kann den Vorschlägen der SPÖ nicht viel abgewinnen. Seine Sparplänen wird er zurzeit nicht vorlegen, sondern im Herbst mit einem Gesamtpaket in die Verhandlungen mit den Regierungspartnern gehen. Von Kürzungen der Agrarföderungen hält er nicht viel. Wenn man eine Kürzung der Agrarförderungen fordere, treffe man auch den Bereich Bio-Lebensmittel oder Förderungen der ländlichen Kleinstruktur, so der Vizekanzler. Nur 2,9 Prozent der Subventionen würden an Großbetriebe fließen. "Wer über eine Kürzung der Förderungen spricht, trifft auch die Förderung für die Lehrlingsausbildung oder die Kurzarbeit." Bei den Subventionen für Großbetriebe handle es sich um EU-Gelder. Würde man darauf verzichten, gingen Arbeitsplätze verloren und würde der Netto-Beitrag Österreichs fürs EU-Budget erhöht.

Häupl für Finanztransaktionssteuer

Auch der Wiener Bürgermeister Michael Häupl schaltet sich in die aktuelle Steuerdebatte ein. Skeptis zeigt er sich gegenüber der Vermögenssteuer: „Die Erbschafts- und Schenkungssteuer wurde abgeschafft, sie gegen den Willen der Bevölkerung wieder einzuführen halte ich nicht für sinnvoll", sagte Häupl. Eine Finanztransaktionssteuer kann er sich aber vorstellen. (red, derStandard.at)

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Posting 1 bis 25 von 225
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Franz Schwingenschrot
00
18.8.2010, 13:48
Geht`s der Wirtschaft gut ...

Um Himmels Willen! Will uns die SPÖ kaputt sparen? Wo wir doch alle wissen: Geht`s der Wirtschaft gut, geht`s uns allen gut. Na ja, vielleicht nicht wirklich allen allen. Aber zumindest allen Wirtschaftstreibenden.
http://gedaunknsplitta.blog.de

derEismann
00
19.8.2010, 11:04

Naja, aber fakt ist schon, dass ohne Wirtschaft es in diesem Land keinem gut gehen würde (siehe Kuba etc.).

Gobi Todic
01
18.8.2010, 11:53
um es allen nochmal zu verdeutlichen

http://de.wikipedia.org/wiki/Mittelstand

und

http://de.wikipedia.org/wiki/Mittelschicht

wer als angesteller den unterschied zwischen natürlichen personen und KMUs noch immer nicht versteht soll weiterhin die schwarzen wählen.

tancy
02
18.8.2010, 10:04

das ist eine der schlechtesten Regierungen, die wir jemals hatten. Statt ein Paket auszuverhandeln, mit dem beide Seiten leben können ( Vermögenszuwachssteuer gegen Fall der Hacklerregelung, Transferdatenbank für Sozialleistungen UND Subentionen...) werden permanent neue Vorschläge zur Diskussion gestellt, die die Menschen nur weiter verunsichern. Und wirtschaftlich fallen wir zurück - siehe den Abstand im Wirtschaftwachstum zu Deutschland, die wir schon einegholt hatten. Einfach nur verantwortungslos.

Der Fiona sein Hund würde das nie tun.
01
18.8.2010, 09:55
Diesen Satz hätte ich gern in Stein gemeiselt:

Subventionen stützen den unternehmerischen Geist

Am besten über dem Tor zum Wirtschaftsministerium. Oder gleich als Staatsmotto?

derEismann
00
19.8.2010, 11:08

Da sieht man, dass Sie einfach überhaupt keine Ahnung haben. Es fängt ja bereits bei der Jungunternehmer-Förderung an, da werden Leute schon beim AMS ermutigt, sich selbständig zu machen. Dann bekommt man dort sogar für die ersten 6 Monate seine Arbeitslose weiter ausbezahlt, wenn man ein Unternehmen gründet. Und es gibt fast unendlich viele weitere Beispiele. Aber die meisten sitzen halt beim AMS und sudern lieber, statt einfach selbst mal zu versuchen, die Dinge in die Hand zu nehmen.

Der Fiona sein Hund würde das nie tun.
00
19.8.2010, 11:21
Boah, hört sich super an. Jungunternehmerförderung des AMS.

Sie haben wohl keine Ahnung wie das in der Realität läuft.

Aber darauf wollte ich mit meinem Posting nicht hinaus.

derEismann
00
19.8.2010, 12:24

Dann klärens mich mal auf, wie gut Sie sich mit dem Wirtschaftsförderwesen auskennen. Ich hab mich halt schlau gemacht, da ich meine Zukunft früher oder später in der Selbstständigkeit sehe.

Der Fiona sein Hund würde das nie tun.
00
19.8.2010, 12:37
Ich bin schon selbständig und

hab als Einmannklitschn zu viel zu tun als dass ich nebenher noch eine Beratertätigkeit aufnehme ...

Die "Hilfe" des AMs hab ich jedenfalls dankend abgelehnt.

Jake Gittes
01
18.8.2010, 09:54

Eigentlich könnte man statt dem Kaltenegger auch einen Computer programmieren. Müsste relativ einfach gehen, einfach ein paar Standardfloskeln eingeben wie "Mittelstand", "Leistungsträger", "Klassenkampf", dann noch ein paar Bindewörter, und fertig. Spart man sich wieder was.

Fred Wirtschaftsflüchtling
00
18.8.2010, 09:48
Die können kürzen wo sie wollen! Von mir aus gleich alles. - Aber bei mir, bei meinen Subventionen, da nicht - wehe - denn die sind ja objektiv gerechtfertigt! Kapisch?!

Jake Gittes
00
18.8.2010, 09:47

Oh der moderne Sozialist kann sich sogar eine Finanztransaktionssteuer "vorstellen". Wie mutig. Wahnsinn.

Was für ein jämmerlicher Haufen.

Wiffzack :
00
18.8.2010, 09:32

"Bei Doppelgleisigkeiten oder unberechtigten Zuwendungen könne man über Kürzungen reden", so Kaltenegger

Diese Diskussion ist offensichtlich noch so weit von Inhalten entfernt, dass selbst so eine Aussage durchgeht.

Cpt. Bligh
01
18.8.2010, 09:30
VERWALTUNGSREFORM

Sozialversicherungen, Krankenkassen, uvm. ist angesagt, und sonst nichts!

Sobald das erledigt ist könnt ihr dann ganz leise über Leistungskürzungen und Steuererhöhungen nachdenken, sofern dann nicht eher Steuerkürzung und Leistungserhöhung möglich ist.

Solange der Pepi nichts in diese Richtung unternimmt, solange wird die ÖVP ein massives Glaubwürdigkeitsproblem haben.

Leider ist keine Partei in Sicht, die sich diesem Dilemma ernsthaft annehmen könnte, ohne das Geld gleich an ihre eigene Klientel zu verteilen..

Kiste
00
18.8.2010, 10:11

Genau, darum hat ja der E.P. einen Vorschlag zur Schulverwaltungreform gemacht.

(.Y.)
02
18.8.2010, 09:27
Einfache Lösung:

Agrarsubventionen zum steuerlichen Einkommen dazuzählen. Auch bei pauschalierten und teilpauschalierten Bauern. Und das ganze Sozialversicherungspflichtig machen.

Geht ganz unbürokratisch und ist treffsicher.

Neues Österreich
01
18.8.2010, 09:46
Ihr Vorschlag scheint mir auch

eine gangbare Lösung zu sein. Der Finanzminister besteuert auch sonst jedes Einkommen und die Sozialversicherung holt sich seit 2010 von jedem Pensionsbezieher der vom Ausland eine Pension bezieht 5,8% vom Bruttobetrag. Da wird nicht gezaudert sondern fleißig zugegriffen. Warum also da und dort nicht?

Flann O'Brien
11
18.8.2010, 09:15

Nie wurden die Begriffe "Leistungsträger" und "Mittelstand" so missbraucht wie von der ÖVP. Man kann getrost davon ausgehen, dass immer genau das Gegenteil von dem richtig ist, was die Giebelkreuzler behaupten.

Ich bin, also muss ich auch denken
00
18.8.2010, 09:03

Bei Doppelgleisigkeiten oder unberechtigten Zuwendungen könne man über Kürzungen reden", so Kaltenegger
Gut. Kürzen wir die unberechtigten Zuwendungen. Sagen wir um 10 %.
Freud schau oba.

menf
00
18.8.2010, 08:52
Das soll ernsthafte Politik sein?

gleich der ganze Mittelstand ist gefährdet, wenn man kürzt ?? Das ist ja ein Armutszeugnis!
Das heißt der Mittelstand wird durchgefuttert?

Unternehmerisches Handeln wird gefördert?
Schöne Unternehmer, wenn die ohne Subventionen nicht lebensfähig sind...

alles bla bla bla...

tolle Politik

ocelote
22
18.8.2010, 08:26
Mittelstandsgefasel der ÖVP nervt

aja, wieder mal der Mittestand. Abseits davon, dass sich die ÖVP schön langsam mal von ihrer historisch problematischen Ständediktion verabschieden sollte - was macht denn zB eine "Stiftung Fürst Liechtenstein" zur Mittelschicht? Die jährliche Agrarförderung von 1,5 Mio Euro? Die monarchische Herrschaft des Begünstigten in einer Steueroase?
Mich regt der Blödsinn schon auf - wäre ich aber tatsächlich Teil der bäuerlichen Mittelschicht mit einem Gewinn von etwa 20.000 Euro hätte ich richtige Aggressionen ...

woifee 0.0
01
18.8.2010, 09:55

Mittelstand ist NICHT Mittelschicht, sosehr kann dich das gesudere der ÖVP nicht ankotzen wenn du dich nicht mal damit auseinander gesetzt hast.

Jake Gittes
00
18.8.2010, 09:49

In Österreich gibt es nur Mittelstand. Das ist sozusagen Ehrensache. Wie ein Proffessorentitel oder so.

Kiste
00
18.8.2010, 10:16

Ja, so wie Hofrat, oder Oberstudienrat, Titel ohne Mittel. Die schmalztriefenden Wüdigungsreden verbergen die Verschaukelung.

Norrin Radd
00
18.8.2010, 09:39
Mich nervt

dass hier offenbar gerne Mittelstand und Mittelschicht vertauscht werden. Der Mittelstand und die Mittelschicht sind zwei verschiedene Dinge.

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