Orange braucht mehr iPhones

17. August 2010, 12:01
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Mobilfunker mit Ergebnisplus und Umsatzminus - Mitbewerber "3" arbeitet "jenseits der Betriebswirtschaft"

Der drittgrößte Handynetzbetreiber Orange Austria blickt zufrieden auf das erste Halbjahr 2010 zurück. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 8,9 Prozent auf 93,9 Mio. Euro zu, die Kundenzahl erhöhte sich um 3,1 Prozent auf 2,2 Millionen. Der harte Preiskampf und die regulierten Höchstpreise fürs Auslandsroaming sowie gesenkte Zusammenschaltungsgebühren haben allerdings auf den Umsatz gedrückt. Dieser gab um 2 Prozent auf 276,1 Mio. Euro nach, der Durchschnittsumsatz pro Kunde reduzierte sich von 33 auf 31,5 Euro im Monat. Für das Gesamtjahr erwartet Orange-Chef Michael Krammer eine stabile Entwicklung.

Fast einzigartig unterwegs

"Wir haben uns sehr positiv und werthaltig entwickelt. Mit der EBITDA-Marge von 34 Prozent sind wir als Nummer-Drei-Operator europaweit schon fast einzigartig unterwegs. Unser Ziel ist es, weiterhin profitabel zu bleiben, um weiter investieren zu können", betonte Krammer am Dienstag. Am Mitarbeiterstand will Krammer weiter festhalten, hier habe sich die Jobgarantie in der Vergangenheit bewährt. Viel sinnvoller als Arbeitsplatzabbau sei es, den Vertrieb zu optimieren und die Technikkosten zu senken, betonte Krammer.

"Das ist jenseits der Betriebswirtschaft"

Er geht für das Gesamtjahr von einem anhaltenden Preiskampf aus. Der sei zwar nicht gesund für die Branche, aber mit einer EBITDA-Marge von 34 Prozent sei man dafür bestens gerüstet. Als Preistreiber am Markt gilt der viertgrößte Anbieter "3". Das Unternehmen, eine Tochter des chinesischen Mischkonzerns Hutchison, hatte zuletzt erstmals seit dem Markteintritt im Jahr 2003 schwarze Zahlen vermeldet. Die will Krammer aber so nicht stehen lassen: Dem Betriebsergebnis von 3 Mio. Euro im 1. Halbjahr 2010 stehe ein Einmalerlös von 52 Mio. Euro gegenüber, womit "3" unterm Strich noch einen Verlust von 49 Mio. Euro ausweise. "Das ist jenseits der Betriebswirtschaft", so Krammer.

"Wenn wir mehr hätten, wär' es besser"

Nach wie vor groß sei das Interesse am Apple-Handy iPhone4, das von Orange und T-Mobile exklusiv angeboten wird. Wer heute in einen Orange-Shop gehe, müsse allerdings rund einen Monat warten, bis das Mobiltelefon geliefert wird. "Wenn wir mehr hätten, wär' es besser", so Krammer lakonisch. Auch bei T-Mobile sind die Geräte ausverkauft, hieß es zuletzt von der Tochter der Deutschen Telekom. Orange ist ein Tochterunternehmen der France Telecom und aus dem Unternehmen "One" entstanden. (APA)

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    Orange-Chef Michael Krammer

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