Zehn Prozent der Gebäude in Österreich überflutungsgefährdet

17. August 2010, 11:47
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Heuer bereits 200 Millionen Euro Schaden

 Unwetter und Hochwasser stellen laut der VAV Versicherungs-AG für die österreichische Bevölkerung weit mehr als ein punktuelles Problem dar: Rund zehn Prozent des Baubestandes seien akut überflutungsgefährdet, warnte VAV-Generaldirektor Norbert Griesmayr am Dienstag in einer Aussendung. Knapp 163.000 Gebäude mit einem Wert von etwa 114 Milliarden Euro befänden sich an Standorten, die im langjährigen Durchschnitt mindestens alle 30 Jahre einem Hochwasser ausgesetzt seien.

Weitere rund 30.500 Objekte (Wert 21 Milliarden Euro) seien laut Joanneum Research und Statistik Austria alle 30 bis 100 Jahre von Überflutungen betroffen. Diese Berechnung zeige nur die statistische Häufigkeit, tatsächlich könnten 30-jährige Hochwasser - wie in der jüngeren Vergangenheit - binnen weniger Jahre gehäuft auftreten, so die VAV weiter. Für Donau und Inn habe das Hydrographische Zentralbüro im Landwirtschaftsministerium beispielsweise eine zunehmende Häufigkeit von Ein-, Zehn- und 100-jährigen Hochwässern errechnet.

Allein von Jänner bis Juni meldete die VAV nach Hochwasser österreichweit Beschädigungen im Wert von 200 Millionen Euro. Im Vorjahr überstiegen diese Summe die Folgen eines Hochwassers am 23. Juli 2009 um 160 Millionen Euro. Die Jahrhundertflut im August 2002 richteten im ganzen Land einen Schaden von 2,9 Milliarden Euro an.

Problematisch ist laut VAV die zunehmende Bebauung schwer erschließbarer, katastrophengefährdeter Gebiete gepaart mit einer meist nicht vorhandenen oder ungenügenden Versicherung gegen Katastrophenschäden. Der größte Teil von Hochwasserschäden werde derzeit von der öffentlichen Hand beglichen. "Der Gesetzgeber muss dringend Voraussetzungen für eine gesamtösterreichische Versicherungslösung schaffen, allenfalls durch eine Versicherungspflicht", forderte Griesmayr. Gemeinden müssten zudem bei Baulandwidmungen und Baugenehmigungen den Katastrophenschutz stets berücksichtigen. (APA)

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