Google-CEO: Wer sich aufführt, soll Namen ändern

17. August 2010, 11:53
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Eric Schmidt glaubt, dass sich Teenager in Zukunft ihrer Facebook-Sünden mit Namensänderung entledigen können

Seit Facebook ist das "Herumschnüffeln" im Privatleben von Freunden, Kollegen und Verwandten nicht nur einfacher geworden, sondern auch erwünscht. Oder zumindest nicht unerwünscht. Wer am Montag in Schule oder Büro mit den fotografischen Beweisen des Saufgelages vom Wochenende konfrontiert wird, hat beim Hochladen quasi die Erlaubnis dafür gegeben. Zumindest Erwachsene sollten sich über die möglichen Konsequenzen ihres Handelns in sozialen Netzwerken bewusst sein. Bei Jugendlichen ist es etwas schwieriger. Wer denkt mit 16 schon, dass Party-Fotos oder -Videos später bei Bewerbungen vielleicht als Argument gegen eine Einstellung sprechen? Google-CEO Eric Schmidt glaubt offenbar an eine etwas unorthodoxe Lösung des Problems in der Zukunft: Namensänderung.

Namenswechsel

"Ich glaube nicht, dass die Gesellschaft versteht, was passiert wenn alles von jedem, jederzeit verfügbar ist und aufgezeichnet wird," so Schmidt gegenüber dem Wall Street Journal. Der Google-CEO geht im Interview mit der Zeitung davon aus, dass jede Person mit Beginn der Volljährigkeit in Zukunft automatisch dazu berechtig sein soll, den Namen zu ändern. Man müsse solche Dinge in der Gesellschaft überlegen. Und er rede da noch gar nicht von den "richtig argen Sachen, Terrorismus und Zugang zu bösen Dingen", so Schmidt. WSJ-Autor Holman W. Jenkins zitiert den Google-Chef zwar nicht direkt, betont jedoch, dass dessen Statement ernst gemeint sei.

Social Network von Google

Auf Facebook gibt es diverse Privacy-Einstellungen, mit denen Nutzer festlegen können, wer die Inhalte sieht. Freilich, wird ein peinliches Foto von einem "Freund" kopiert und ins offene Web geladen, ist es mit der Privatsphäre auch schon wieder vorbei. Google arbeitet aber offenbar daran, dass Fotos, Statusupdates und andere Inhalte von Nutzern ohne Umwege sofort über die Suchmaschine gefunden werden können. Gerüchteweise baut sich das Unternehmen ein eigenes Social Network oder zumindest einen ähnlichen Dienst, um die wertvollen persönlichen Informationen der User mit Werbung verknüpfen zu können. (br)

 

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    Google-CEO Eric Schmidt

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