Blog: Wiener Wahlnotizen

"Wir üben keine Zensur aus"

Anita Zielina, 17. August 2010, 13:59
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    foto: standard/cremer

    Verunstaltetes FPÖ-Plakat bei der Wiener Wahl 2005.

Die FPÖ lässt von der Gewista harte Sprüche plakatieren - Ja, dürfen die das denn?

Einige User wandten sich gestern an derStandard.at, alle mit mehr oder weniger den selben Fragen: "Wieso erlaubt die Gewista, dass die FPÖ in Wien fremdenfeindliche Plakate affichiert?" Und: "Kann man da nicht etwas dagegen unternehmen?" Wir sind den Fragen nachgegangen.

Hansjörg Hosp, Chief Operating Officer der Gewista, erklärt: "Wir üben grundsätzlich keine Zensur aus, und wir mischen uns beim Inhalt der Plakate nicht ein". Die FPÖ sei eine eingetragene politische Partei, sitze im Parlament und in Landtagen. "Wir können uns als kleines Unternehmen nicht über den Willen eines beträchtlichen Anteils der Wähler hinwegsetzen, selbst wenn wir wollten", so Hosp. Die Thematik sei natürlich ein "heikles und sensibles Thema", gerade wenn Vorwürfe der Fremdenfeindlichkeit oder des Rassismus im Raum stünden, aber eine Zensur sei trotzdem undenkbar. "Oder was denken Sie, was los wäre wenn wir von heute auf morgen einfach keine Plakate der FPÖ mehr zulassen würden?" 

Nicht alles ist erlaubt

Darf also jeder zahlende Kunde auf den Plakatflächen der Gewista abbilden, was er will? So ist es wieder auch nicht. Grundsätzlich sind in den Geschäftsbedingungen genau zwei Fälle geregelt, in denen die Gewista das Plakat ablehnen kann. Erstens: Wenn eine gesetzlich nicht anerkannte Organisation oder Glaubensgemeinschaft werben will (Hier nennt Hosp etwa Sekten als Paradebeispiel). Zweitens: Wenn ein Aufruf zu einer strafbaren Handlung erfolgt oder das Plakat selber eine strafrechtlich relevante Aussage darstellt.

Was tun, wenn man der Meinung ist, ein Plakat verstoße gegen strafrechtliche Bestimmungen, etwa wegen Verhetzung? Der Österreichische Werberat ist nach seinen Statuten und vereinsrechtlich ausschließlich für Wirtschaftswerbung verantwortlich. Werbung für Produkte aller Art kann man also dort beanstanden, aber für politische Werbung hat der Rat keine Zuständigkeit. So befand der Werberat etwa, dass er bei einer Beschwerde gegen die Bewerbung des Hundeführscheins nicht zuständig sei. Was sonst bleibt: Ein Anzeige wegen des relevanten Delikts, also etwa Verhetzung, Verleumdung, oder was eben auf das jeweilige Plakat zutrifft.

Schlimmste rechte Ausritte verhindern

Hosp ärgert sich über die grünen Vorwürfe, die Gewista (beziehungsweise die SPÖ, die über Umwegskonstruktionen an ihr beteiligt ist), profitiere finanziell von ausländerfeindlichen Plakaten. "Das ist an den Haaren herbeigezogen. Die Wahlwerbung macht in Wahljahren vielleicht zwei oder drei Prozent unseres Auftragsvolumens aus, das ist minimal. Da frage ich mich schon, ob sich der Ärger damit überhaupt lohnt".

Fakt ist: Es ist eine verständliche Reaktion, nach Möglichkeiten eines Verbots zu suchen, wenn man sich über ein Sujet ärgert - und im aktuellen Fall reizt die FPÖ die Grenze des Erlaubten so weit wie möglich aus. Trotzdem sind die Rufe nach "Zensur" durch die Gewista ein zweischneidiges Schwert. Nur mal eine kleine Gedankenspielerei: Angenommen es gäbe in Wien eine rechte Regierung, und die Plakatwerbeagentur, an der sie teilweise beteiligt ist, würde beginnen Sujets über "linke" Themen zu verbieten - der Aufschrei wäre zu Recht groß. Der einzig mögliche Weg: Strafrechtlich relevante Sujets konsequent zur Anzeige bringen. Und für die Zukunft: Die Gewista sollte ihren "Code of Ethics" dahingehend erweitern, dass Rassismus, Anti-Islamismus, etc. keinen Platz finden. Damit übt man keine Zensur, die dem Vorwurf der Willkürlichkeit ausgesetzt ist, verhindert aber dennoch (präventiv) die schlimmsten Ausritte der politischen Rechten. (Anita Zielina, derStandard.at, 17.8.2010)

Blog: Wiener Wahlnotizen

Subjektive Eindrücke und Kommentare rund um die Wiener Politik in Zeiten des Wahlkampfs, gebloggt von Innenpolitik-Ressortleiterin Anita Zielina.
Kontakt: anita.zielina@derStandard.at

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Cuchullain
02
22.8.2010, 10:44
Hansjörg Hosp, Chief Operating Officer der Gewista, erklärt: "Wir üben grundsätzlich keine Zensur aus, und wir mischen uns beim Inhalt der Plakate nicht ein" ...

@ Redaktion:

Das ist doch wohl eine glatte Lüge!

Die Plakatflächen für "Es gibt keinen Gott" waren bereits vereinbart, wurde aber von der Gewista dann verweigert

http://www.buskampagne.at/

Roll Over Beethoven
03
19.8.2010, 15:15

Die Gewista?
Ein kleines Unternehmen?
Wo ist da der Witz?
Die Gewista ist eines der größten Werbeunternehmen Österreich's mit Plakatwänden in Wien soweit das Auge reicht..

Karl Krammer
02
19.8.2010, 12:40
Über 75% der Wiener Außenwerbeflächen werden von der Gewista verwaltet

bei einer derart marktbeherrschenden Stellung ist es fraglich, ob sich die Firma ihre Kunden noch aussuchen darf. Hier müßte dann schon ein Kontrahierungszwang gelten, wie er für (fast) Monopole üblich ist.

Linkslinke Atheistenhippiegruftiehobbitpunkemanze
21
19.8.2010, 22:46

ich sag ja nicht, dass sie nichts mehr von der Partei aufhängen sollen, aber kein Mensch kann sie verpflichten, derart menschenverachtendes, verhetzendes, ekeliges Zeugs auf ihre eigenen Plakatwände zu hängen.

Aber das ist denen ja offensichtlich wurst.

Gerhard Polak
00
19.8.2010, 12:00
Es ist schon eine originelle Art der gewista seine Kunden zu definieren

- die Wandzeitungsrahmen in den Wartehütten der Wiener Linien sind baw an SPÖ und ÖVP vermietet. die Wiener Grünen hatten für die Flächen angefragt und von Hosp die Info bekommen, dass eventuell 2012 beim Hauptbahnhof in einemneuen Hütterl was frei wird.
- das Puff juchgasse11 durfte mit einem Slogan "Lust auf 30 Minuten mit" auf gewista Flächen werben

Linkslinke Atheistenhippiegruftiehobbitpunkemanze
37
19.8.2010, 21:21

und das komplett harmlose "Es gibt keinen Gott- mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" Plakat von der Atheistenkampange haben sie aus moralischen Gründen abgelehnt.
Aber dieses Ekelplakat darf hängen..

Scheinheilige Bande, ehrlich.

Sven Dirks
43
19.8.2010, 10:59
Was dabei heraus kommt...

...wenn man die Braunen, Verzeihung, Blauen und/oder Gelben machen lässt, kann man ja in Kärnten sehr gut beobachten.

Natürlich dürfen die depperten Wiener Steuerzahler auch für diese "Leistungen" bezahlen.

Mich würde immer noch interessieren, wo diese Wehrsport übende, Lehrlinge verführende Laus das Geld her nimmt, jahrelang die Stadt mit seinen Hassparolen zuzupflastern.

fräulein potmesil
00
23.8.2010, 12:46

das frag ich mich auch, die bädertour z.b. fpö stand schon 3 mal in 2 monaten vorm theresienbad mit eigenem mini (comicfiguer strache drauf) mit links und rechts grossen fpö fahnen, 2 tischen und merchandising. die spö war gerade mal einmal da: 1 Sonnenschirm ein Tischlein und 2 helfer, an das merch. wenn die überhaupt eins hatten - kann ich mich nicht mehr erinnern. fpö ist halt eine unternehmerpartei, die kriegen genug spenden von wohlhabenden

Sabine Werner
21
20.8.2010, 05:37

die kärntenbasherei hat aber schon sooooo einen langen bart.

R. Lexer
00
14.9.2010, 14:23

Jaja, bei der leisesten Kritik an der Landesregierung heißt es von Seiten BZÖ/FPK "Angriff auf Kärnten". Oder wenn sie von innen kommt "Nestbeschmutzer".

Cuchullain
01
22.8.2010, 10:48
Ist aber gerechtfertigt!

Sollen doch die Kärntner endlich ihren Freistaat errichten und den Dreck den sie produziert haben AUCH SELBER BEZAHLEN!

Sven Dirks
01
20.8.2010, 09:53
Kärntenbashing?

Nein, ich finde Kärnten eigentlich wunderbar, gehe seit Jahrzehnten dort wandern.

Gebasht gehören die korrupten, verbohrten, kleingeistigen braunen (sorry, blau-gelben) Würstchen, die das schöne Land finanziell zugrunde richten und auch noch stolz drauf sind.

shepherd
10
26.8.2010, 13:53
dort ok, in wien sind das aber die

roten, gell ;)

btw: blau + gelb = grün (eigentlich ;) )

Sven Dirks
01
26.8.2010, 19:39
Nur dass Wien....

...noch nicht pleite ist. Ich wüsste nicht dass die Kärntner 600 Euro pro Nase für die Wiener zahlen müssten. Umgekehrt schon......

shepherd
10
27.8.2010, 00:34
aber dafür

hoch verschuldet ;)

Sven Dirks
01
27.8.2010, 08:25
Und die Kärtner...

... haben jetzt keine Schulden?

Ratlose Grüße

Prostetnik Vogon Jeltz
14
19.8.2010, 12:05
Wo die rechten Wurschtln schalten und walten schaut es dann nach kürzester Zeit SO aus:

http://www.einechterkaerntnergehtnichtunter.at/

Das wollen wir in Wien NICHT haben!

wieso auch nicht
16
19.8.2010, 00:47

"Anti-Islamismus" ist für die Schreiberin wohl das gleiche wie Rassismus. Nun ich hoffe doch, dass jeder vernünftige Mensch gegen Rassismus und gegen Islamismus ist!

R. Lexer
00
14.9.2010, 14:25

Da ist wohl eher Antiislam-Ismus gemeint, als Anti-Islamismus.

gegenschlurfer
32
18.8.2010, 20:03
Mehr Blut.

Die blaune Brut tut gar nicht gut.

heurigenwirt
411
18.8.2010, 19:12

"Gewista übt keine Zensur aus!"

Lieber Online-Standard, da könnt ihr euch ein Scheiberl abschneiden!

Linkslinke Atheistenhippiegruftiehobbitpunkemanze
33
18.8.2010, 20:36

Zensur ist nur dann Zensur, wenn sie von Oben, zB vom Staat aus, angeordnet wird.
Private Homepagebetreiber dürfen sich sehr wohl aussuchen, was sie auf ihrer Seite stehen haben und was nicht, schon aus rechtlichen Gründen.

Auch das private Unternehmen Gewista könnte aus ethischen Gründen das Aufhängen des Plakates verweigern, ohne sich der Zensur schuldig zu machen.
Wenn dir wer auf deine Stirn "der das liest ist doof" schriebt, darfst dus ja auch abwaschen. Wenn dir wer Geld bezahlt, dass du mit seinem TShirt herumläufst, musst dus auch nicht machen, wenns dir nicht gefällt.

H. Kienhammer
00
20.8.2010, 13:01

Zensur ist nur dann Zensur, wenn .....
Das Formulieren von Definitionen ist nicht Ihr Spezialgebiet, oder?
Übrigens: In Österreich gibt's schon seit fast 100 Jahren keine staatliche Zensur.

Repariertwaseuchkaputtmacht.
00
5.10.2010, 10:59

Das heißt aber genau gar nichts. Wenn sie im ORF nackte Brüste ausstrahlen wollen, dann werden sie merken wie weit es mit Zensurfreiheit ist.

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