Spenden: Österreich laut Grünen "Lachnummer" wie Albanien

Lukas Kapeller, 17. August 2010 12:41
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    Wallner: Wie viel Geld fließt von Banken und Glücksspielfirmen?

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    Grüne Spenden über 1000 Euro: Nur zwei von der Boutiquekette Peek & Cloppenburg.

Grüne legen ihre "Großspenden" seit 2005 offen - Geschäftsführer Wallner: Andere Parteien gefordert

Wien - Stefan Wallner, Bundesgeschäftsführer der Grünen, sieht die "Stunde der Wahrheit" gekommen. Nicht für die Grünen, für die anderen Parteien. Gemeint sind die Parteispenden und Querfinanzierungen, mit deren Hilfe aufwendige Wahlkämpfe möglich werden. Wallner fordert hier Transparenz ein: "Die Bevölkerung hat ein Recht zu wissen, wer die Politiker bezahlt."

Wallner lud am Dienstag zur Pressekonferenz mit fünf Fragen im Gepäck. Die Antworten seien ihm SPÖ und ÖVP, aber auch FPÖ, BZÖ und FPK schuldig. Um den Rundumschlag gegen die Verlotterung der anderen zu rechtfertigen, brachte der Grüne ein Papier mit, dass alle Spenden an die Grüne Bundespartei seit 2005 offenlegt. Inhalt: Nur zweimal in fünf Jahren gab es eine höhere Spende als 1000 Euro an die Grünen. 2006 und 2009 überwies das Modehaus Peek & Cloppenburg jeweils 7250 Euro an die Öko-Partei. "Es gab keinerlei Vorgespräche. Beide Male ist die Spende einfach eingetroffen", erklärte Wallner dazu auf Nachfrage.

Fünf Fragen hätte Wallner gerne beantwortet:

  • Wie viel Geld fließt von Glücksspielkonzernen wie Casinos Austria und Novomatic an die Parteien. Wallner erinnerte in diesem Zusammenhang an die jüngst publik gewordene Zahlung der Österreichischen Lotterien ans BZÖ . Ein Honorar von 300.000 Euro floss damals an die Agentur "Orange", die zu 100 Prozent in BZÖ-Besitz ist. Das war im Jahr 2006, just als eine Novelle des Glücksspielgesetzes in Planung war.
  • Wie viel Geld fließt von Banken und Versicherungen? Den Grünen-Geschäftsführer interessieren etwa die Gaben des Raiffeisen-Konzerns an die ÖVP. Wallner: "Manchmal habe ich das Gefühl, die ÖVP ist das verlängerte Giebelkreuz." Aber auch das Naheverhältnis zwischen der Wiener Städtischen Versicherung und der SPÖ sowie zwischen Hypo Alpe Adria und FPÖ/FPK/BZÖ gehöre unter die Lupe genommen.
  • Was die Grünen noch interessiert: die Spenden von Baukonzernen. Wallner erinnert an die Spendierfreude der Porr AG. (Der börsenotierte Wiener Baukonzern steht laut einem "Falter"-Bericht im Verdacht, über die aus der Buwog-Affäre bekannten Grasser-Freunde Peter Hochegger und Walter Meischberger Schmiergeld bezahlt zu haben.)
  • Wallners vierter Punkt: das Geld von Interessenvertretungen. Wallner will hier die Geldflüsse zwischen Industriellenvereinigung und ÖVP bzw. FPÖ und BZÖ sowie jene zwischen SPÖ und den Gewerkschaften beleuchten.
  • Letzte Frage: Wie viel Geld fließt aus dem Ausland an österreichische Parteien? Wallner denkt an Länder wie Irak und Libyen, aber auch an Russland. Er erinnerte an einen Tonbandmitschnitt des heutigen FPK-Chefs Uwe Scheuch, wonach dieser einem russischen Investor die Staatsbürgerschaft unter anderem für eine Parteispende (damals noch BZÖ) versprochen hätte.

Vieles erscheine heute in einem neuen Licht, spottete Wallner zu den schwarz-blauen Privatisierungen: etwa dass mit Karl-Heinz Grassers Nulldefizit anscheinend "die Bankkonten seiner Freunderln gemeint waren".

Wallner räumte ein, dass Spenden und anonymisierte Geldflüsse nichts Illegales seien. Die Grünen würden aber zumindest einmal Transparenz für den Bürger verlangen.

Wallner: "Spendenwäsche" bei Büromieten

Zu einer neuen Regelung der Parteienfinanzierung, an denen alle Parteien mitarbeiten, meinte er: In manchen Punkten sei man schon recht weit, speziell von SPÖ und ÖVP komme aber wenig Initiative.

Er beharrt auf einen "weiten Spendenbegriff", der auch Teilorganisationen und Sachspenden umfasst. Parteien könnten etwa auch indirekt Zuwendungen bekommen: über vergünstigte Büromieten oder nicht-marktkonforme Kredite. Außerdem pocht er auf ein Verbot von anonymen Großspenden und ein Stückelungsverbot.

Ob die weitreichenden Reformideen der Grünen überhaupt eine realistische Chance auf Umsetzung haben? Im internationalen Vergleich sei Österreich bei Transparenz und Parteienkorruption eine "Lachnummer". Wolle man in einem Atemzug mit Deutschland und England und nicht mit Albanien genannt werden, müssten diese Forderungen umgesetzt werden, schloss Wallner. (kap/derStandard.at, 17.8.2010)

Kommentar posten
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Briefmarkenkleber
31.08.2010 16:32
Wann legen die Wiener Landesgrünen ihre Bücher offen?

Die 2% davon des Umsatzes, die über den Bund fließen, interessieren mich nicht. Ich will die Co -nwert-Millionen sehen!

"WILLKOMMEN" - im Sumpf der Verblödung!
 
18.08.2010 22:22
ist es naivität, dummheit oder eigener provit?

wie kann man nur so ... sein und gegen transparenz in der parteienfinanzierung sein.

Ingrid Goeschl
18.08.2010 12:43
Es geht doch nicht darum, dass irgendjemandem verboten werden soll, für die ihm nahestehende Partei (sein eigenes Geld) zu spenden.

Wenn aber Parteispenden von Glücksspielkonzernen fließen, kurz bevor das Glücksspielgesetz novelliert wird, wenn gespendet wird und etwas später führt Grasser die Gruppenbesteuerung ein, wenn von Firmen gespendet wird, die große Staatsaufträge erhalten, dann gehört das überprüft.

Michael Pacher
18.08.2010 17:25
naja, es schnallt halt jeder, dass das ein vorgeschobenes Argument ist,

um im Namen der Demokratie mehr Parteienfinanzierung ausm Steuertopf von uns allen zu kriegen.

Wer das nicht schnallt, ist entweder ein naives Kind, oder einer der verbliebenen 2% Hardcore-Grüne *schulterzuck*

Oder halt ein bezahlter Werbeposter...

Ex-Muslim
01.11.2010 22:50

Da muss sogar ich die Grüne verteidigen und mich Fragen wovon Michael Pacher spricht...

Ingrid Goeschl
19.08.2010 12:08

Wo lasen Sie etwas von einer Forderung der Grünen nach mehr Parteifinanzierung?

Sie behaupten da etwas in der Intention "irgendwas wird schon hängenbleiben".

Zitieren Sie bitte, wo ein/e Grüne/r so eine Forderung je gestellt hätte!

joseba beloki
18.08.2010 17:50

sie tun so, als täten parteien, die dicke spenden annehmen, sich dann weniger aus dem steuertopf bedienen. ein etwas absurder gedanke.
relativ mag das ja auch stimmen, weil dann z.b. 50% statt 100% von der öffentlichen hand kommen, aber es spart dem staat keinerlei geld.
zudem - sind parteispenden eigentlich steuerlich absetzbar? weil dann zahlts zu einem guten teil erst wieder der steuerzahler.

Ingrid Goeschl
19.08.2010 12:09

Glücklicherweise sind sie nicht steuerlich absetzbar, aber irgendwo war ein "Liberales" Posting, dass das bereits gefordert hat.

Man kann sich nur an den Kopf greifen, wenn man solche Forderungen hört!

jo eh
18.08.2010 13:33

volle zustimmung

Christian Ebner
18.08.2010 12:53
genau, und die Fussgänger wollen ja nicht das Autofahren verbieten,

sondern nur eine generelle 30kmh-Beschränkung einführen - was einem Fußgänger ja auch wurscht oder nur Recht sein kann.

Heu che lei !!!

Wenn mir niemand was spendet, tu ich mir leicht, groß zu reden!

hinterdemmond
18.08.2010 12:56
blödsinn!!

posten sie doch nicht so einen schmarrn!

Christian Ebner
18.08.2010 13:05
ja Sie haben Recht, diese Entgegnung ist verdammt überzeugend

Sie müssen bei den Grünen sein, so überzeugend wie Sie argumentieren?

sag ich doch
18.08.2010 12:20
spenden bundespartei

und wie sieht es mit bzw. in den Landespartein, den Gemeinderats-, Landtags- und Nationalratsklub aus. Werden da jetzt auch die SpenderInnen offen gelegt?
Lobbisten haben mehr davon wenn sie vor Ort, also im Bundesland oder in der Gemeinde ihr Geld spenden. Werden diese Zahlen auch offen gelegt? Frage die auch von den Grünen noch nicht beantwortet ist!

Ingrid Goeschl
18.08.2010 11:38
Wir wissen alle, dass es kein Problem ist, wenn jemand aus Überzeugung einer Partei Geld spendet.

Das Problem beginnt dort, wenn z. B. kurz vor Normierung neuer Gesetze zum Thema Glücksspiel Gelder von Glücksspielkonzernen an eine Partei am rechten Rand fließen, wenn die Industriellenvereinigung einem von blau zu schwarz mutierten Finanzminister Grasser, der kurze Zeit später die Gruppenbesteuerung einführt, Geldbeträge zukommen lässt oder wenn ein weltweit geächteter mörderischer Diktator Politikern im Gegenzug für ein bissl Fernsehwerbung Millionenbeträge in die Hand drückt, von denen jetzt in nachhinein schnell behauptet wird, es seien "Parteispenden" gewesen.

Eine Offenlegung von Parteispenden hindert niemand an Spenden, verhindert aber Missbrauch und Korruption.

Erwin Wolfram
18.08.2010 11:28

due gruenen sollten verstehen, dass die opfer nicht lachen werden und auch, dass sich niemand dafuer interessiert was die gruenen wollen, sondern was sie tun und ausser reden hat bis jetzt niemand von den gruenen etwas getan, das ist es was sich die opfer der verwaltung nicht leisten koennen.

unbroken3
19.08.2010 13:52

"due gruenen sollten verstehen (...)dass sich niemand dafuer interessiert was die gruenen wollen"

...mag ja sein, dass sie mögliche korruption (also beeinflussung mittels geldgabe) nicht interessiert...aber bei ihrer aussage, dass es die "opfer" interessiert, "was sie tun", sollten sie bedenken, dass diese geldflüsse vor gesetzesentschlüssen die entscheidungen die getroffen ("getan") werden, in eine richtung lenken, die eben im interesse einer gewissen gruppe sind, die in der regel nicht die mehrheit betreffen...

ich finde es im allgemeinen interessant, dass von Ihnen forderungen (in diesem fall verdeutlicht durch die von den grünen gestellten fragen) ins lächerliche gezogen werden, die in einer demokratie eigentlich standard sein sollten

Uljanov-Blank
18.08.2010 11:27
Warum geht ein Greenhorn in die Politik?

da macht er sich nur laecherlich.

papst benedikt
18.08.2010 11:14

dem neutralen bürger bleibt realistischerweise nichts anderes übrig, als jene parteien, die transparenz und offenlegung ihrer finanzen nachdrücklich verweigern und verhindern als korrupt, kriminell und organisiert verbrecherisch anzusehen.
aber in bananenrepubliken sind die grössten finanzverbrecher ja zumeist bestandteil der anerkannten machteliten.

Verrückt ist gut
18.08.2010 11:13
Vorschlag an die Parteien:

Wenn ihre eure Einkünfte so gewissentlich verheimlicht, dann darf das das Volk gegenüber Staat und Regierung auch machen! Gell???

Dann besteht wieder Gleichheit vor dem Gesetzt.

Was, das geht nicht? Stimmt! Dann legt mal eure Konten offen!

drm
 
18.08.2010 11:07

solange die anderen partein intransparent bleiben, darf ich vermuten sie agieren ferngesteuert. und solange werde ich nichts anderes als grün wählen. schön daß es oft so einfach ist :)

"WILLKOMMEN" - im Sumpf der Verblödung!
 
18.08.2010 10:58
ich spinne mir was zusammen (2): es werden jährlich fördermittel in der höhe von ca. € 35 mio. für die großen

festspiele salzweg ausbezahlt. 10 % von dieser summe gibt die präsidentin für den kulturtransfer (=kultur für wirtschaft und öffentl. dienst) aus und d.h. tickets und gespächsessen werden den kulturtransfer-empfängern zur verfügung gestellt.

wirtschaftsvereinigungen, wirtschafts- und beamteneliten erhalten von festspielpräsidentin tickets und sonstige einladungen für die veranstaltung "niemandsfrau" mit anschließendem dinner.

bei letzerem programmpunkt kann ein ungezwungener austausch stattfinden, wo man sich ungezwungen mit den wirtschaftsministeriumsbeamten über die zB neue fördermittel-regelungen unterhält.

alle ähnlichkeiten mit lebenden personen bzw. veranstaltungen sind rein zufällig und in keinste weise beabsichtigt.

"WILLKOMMEN" - im Sumpf der Verblödung!
 
18.08.2010 10:28
wer hat angst vor zu viel transparenz, wer will etwas verbergen?

ein wenig unrechtsbewusstsein ist bei den handelnden vorhanden, denn sonst hätte man keine probleme mit einem parteikassensturz.

peinlich ist es schon, dass parteien sich wie ins eck gedrängte verb... verhalten.

Leser der Zeitung für politische Randgruppen
18.08.2010 08:06
Hier tun sich die Grünen leicht!

Wer würde denen schon was spenden?

Da schmeiss ich das Geld lieber in einen See

standardabweichung
18.08.2010 10:30

ich würd den grünen was spenden wenn sie, Leser, daraufhin eine anzeige wegen wasserverschmutzung kriegten

r k
18.08.2010 09:35
da will man schauen, was das Forum schreibt,

dann liest man als erstes so eine depperte Replik und verabschiedet sich auch schon wieder; tschüss, Forum.

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